Schnellcheck: Türken hoffen, Kroaten schocken Spanien

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Obenauf: Der türkische Torschütze Burak Yilmaz (vorn) gewinnt das Kopfballduell gegen den Tschechen Roman Hubnik.

Finaltag in der EM-Gruppe D - und überraschende Ergebnisse mit einem Kracher als Folge: Nach dem 1:2 gegen Kroatien trifft Spanien nun auf Italien. Der Schnellcheck von Frank Ziemke und Michaela Streuff.

Spanien und Kroatien waren schon weiter - das stand dann fest vor dem Anpfiff der letzten Partien in Gruppe D. Doch in welcher Reihenfolge? Und welches dritte Team würde eventuell mitgehen? Die Antworten in der Schnellcheck-Konferenz:

Wie war sie denn nun ganz genau, die Ausgangslage? 

Die Kroaten durften schon vor dem Anpfiff jubeln. Nach den Siegen von Deutschland und Polen stand fest, dass sie auch bei einer Niederlage zu den besten Gruppendritten gehören . Ging also um die Plätze im Duell mit Spanien. Zwischen Tschechen und Türken stand mehr auf dem Spiel. Die Tschechen wären bei einem Sieg als Zweiter oder Dritter weiter. Die Türkei wäre bei einem Erfolg Dritter, musste aber mindestens 2:0 gewinnen.

Und? Gingen die Partien deshalb verhalten los? 

Denkste. Es begann richtig rasant. Die Spanier, bei denen Trainer del Bosque darauf verzichtete, Spieler aus der Stammformation zu schonen, gingen in Bordeaux in der 7. Minute 1:0 in Führung. Morata erzielte sein drittes Turniertor. Vorausgegangen: der nächste traumhafte Angriff des Zauber-Titelverteidigers.

Das wollten sie sich in Lens nicht bieten lassen. Drei Minuten später auch da der erste Treffer - für die bisher so enttäuschenden Türken. Burak Yilmaz macht’s, auch nach schöner Vorarbeit über rechts vom zukünftigen Dortmunder Mor nach dem Solo übers halbe Spielfeld.

Toller Auftakt, aber ging es auch so rasant weiter? 

Jedenfalls läßt die nächste spektakuläre Szene nicht lange auf sich warten. Rakitic für Kroatien: Ein Heber. Der Ball springt an die Latte, von da an den Pfosten, auf die Line (14.). Unglaublich. Den Ausgleich schaffen sie trotzdem kurz vor der Pause durch Kalinic. 1:1 in Bordeaux, 1:0 für die Türken in Lens.

Vieles ist also offen in Halbzeit zwei. In der Spanien irgendwie das Zaubern vergisst. Und auch noch einen Elfmeter vergibt, als Ramos an Subasic scheitert (72.). Kroatien ist stärker, trifft aber nicht. Noch nicht. Die Türkei aber ist plötzlich wieder im Rennen nach Tufans 2:0 (65.). Ein Schuss in den rechten Winkel, der so perfekt ist wie seine Frisur im Spiel gegen Kroatien. Die Türken ziehen damit an Albanien vorbei in der Wertung der besten Tabellendritten.

Doch der Knalleffekt kommt noch. In die 87. Minute. In Bordeaux. Kroatien kontert. Ivan Perisic schießt. Und er trifft. 2:1! Gruppensieg! Und vor allem nun der Kracher: Spanien wird doppelt gestraft und muss nun gegen Italien ran. Das Finale der letzten EM im Achtelfinale. Wahnsinn!

Wie benahmen sich diesmal die kroatischen Fans? 

Vor dem Spiel in Bordeaux gab es Gerüchte, für die 30. Minute hätten Ultras einen Platzsturm geplant. Die verlief dann aber friedlich - so wie das ganze Spiel. Zum Glück.

Und wie waren die TV-Übertragungen? 

In der ARD kommentierte Steffen Simon das Spanien-Spiel gewohnt souverän. Gut, als die Türkei in Führung ging, stellte er fest: „Damit wären sie weiter!“ Hatte aber kein Problem damit, kurze Zeit später festzustellen: „Das war falsch.“

Bei Sat.1 macht das Zuhören Spaß. Nach Tagen mit den Kommentatoren von ARD und ZDF ist es eine angenehme Abwechslung, Hansi Küpper zu folgen. Mutmaßte nach der frühen Führung der Türken in der 10. Minute und der Stimmung im türkischen Fanblock, dass wohl nun französische Journalisten nervös würden. Die hatten die Türken bereits vor Spielbeginn als chancenlos ins EM-Aus geschrieben. Gelungen auch der verbale Doppelpass mit Ex-Bundesliga-Coach Mirko Slomka. Ein Duo am Mikrofon - darüber könnten auch ARD und ZDF mal nachdenken könnten.

Lesen Sie auch den Schnellcheck zum Deutschlandspiel.

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