Schnellcheck: Lotte im Viertelfinale, BVB gewinnt im Elfmeterschießen

Klare Ansage: BVB-Fans beziehen Stellung. Foto:  dpa

Kassel. Drittligist Lotte zieht ins Viertelfinale des DFB-Pokals ein. Der BVB siegt im Elfmeterschießen. Unser Schnellcheck zum zweiten Pokalabend:

Achtelfinale im DFB-Pokal, zweiter Teil - und im Gegensatz zum Dienstagabend gab es gestern eine Überraschung: Die Sportfreunde Lotte sind ins Viertelfinale eingezogen. Nach Bremen und Leverkusen schaltete der Drittligist nun Zweitligist 1860 München aus. Tolle Szenen gab es zudem in Dortmund, und zwar vor der Partie gegen Hertha BSC. Packend war es ohnehin beim Dortmunder 3:2-Sieg im Elfmeterschießen. Die Pokal-Schnellcheck-Konferenz:

Zunächst einmal: Wie sensationell ist Lottes Sieg?

Nun ja, das Überraschende an diesem Pokalmärchen ist vielmehr, dass es überhaupt stattfand. Über Nacht hatte es geschneit. Acht Zentimeter Schnee lagen auf dem Rasen des Frimo-Stadions. Aber: Ein kurzer Hilferuf bei Facebook, die Fans folgten, schippten - und es ging pünktlich los. Volle Lotte angepackt.

Aber noch mal gefragt: Hat sich in Lotte ein typisches Pokalwunder ereignet?

Eigentlich nicht. 1860 enttäuschte komplett. Der Drittligist aus Westfalen hingegen ging nicht wie ein Außenseiter zu Werke. Jaroslaw Lindner (28. Minute) und Kevin Freiberger (58.) schossen den verdienten Sieg heraus. Der Caldener Stefan Ortega im Tor der Münchner machte beim ersten Treffer keine gute Figur. Sei’s drum. Wir denken an die Gruppe Rodgau Monotones und einen ihrer Songs: „Volle Lotte wieder mal! So’n richtig hysterisches Fest!“ Das könnte das Motto des Pokalwettbewerbs sein.

Hat auch der FC Schalke ein hysterisches Fest gefeiert?

Die Gelsenkirchener spulten ihr Programm beim 4:1 gegen Zweitligist Sandhausen eher nüchtern-souverän herunter. Alessandro Schöpf (38.), Daniel Caligiuri (43.) und Naldo (45.) machten vor der Pause schon alles klar. Für den Kasseler Tim Knipping im Trikot der Sandhausener gab es somit nichts zu feiern. Dafür ließ es Matthias Rahn, der war auch mal für den KSV Hessen aktiv, in Lotte krachen und nahm ein Megafon zur Hand. Womöglich stimmte der Verteidiger sogar die Rodgau Monotones an.

Gab’s am zweiten Pokalabend auch eine Rücktrittsankündigung?

Anders herum wird ein Schuh draus. Es klang nach einem sensationellen Comeback - und damit ist nicht die Rückkehr von Schalkes Torjäger Klaas-Jan Huntelaar nach dreimonatiger Verletzungspause gemeint. Nein. Es hörte sich an, als wäre Ailton zurück. Kleines, dickes Ailton bei 1860? Nicht ganz. Wobei: Ein bisschen Ailton steckt tatsächlich im brasilianischen Neuzugang der Münchner - allerdings auch ein „M“ mehr. Und so wissen wird: Rahn sah Gelb nach Foul an Amilton.

Wie reagierten die Dortmunder auf die unschönen Szenen vom Wochenende?

Die Fans im Signal-Iduna-Park setzten Zeichen gegen Gewalt. Es gab Plakate und Transparente. Beeindruckend war zudem die Ansprache von BVB-Kapitän Marcel Schmelzer. Per Videobotschaft verurteilte er die Ausschreitungen am vorigen Samstag vor der Partie gegen Leipzig. Schmelzer sprach den Opfern sein Mitgefühl aus. Tolle Geste.

Und sportlich: Wie liefen die späten Spiele?

Ab der zweiten Hälfte war ordentlich Musik drin. In den ersten 45 Minuten jubelten nur die Hertha-Fans, als Salomon Kalou artistisch die Berliner Führung erzielte (27.). In Hannover tat sich bis dahin nichts bis gar nichts.

Aber dann. Erst sorgte Reus unmittelbar nach Wiederanpfiff für den Dortmunder Ausgleich, danach wachten auch die Zuschauer in der HDI-Arena in Hannover auf. Martin Harnik markierte das 1:0 für den Zweitligisten. Die Reaktion der Eintracht folgte prompt: Taleb Tawatha (62.) und Haris Seferovic (66.) machten in vier Minuten aus dem 0:1 ein 2:1 für Frankfurt. Dann die fünfte Minute der Nachspielzeit. Elfmeter für 96. Salif Sané schießt, Lukas Hradecky hält - und ist der Held des Abends.

Wer war Mann des Abends in Dortmund?

Dort steht es 1:1 nach 90 und nach 120 Minuten. Elfmeterschießen. Für den BVB treffen Ousmane Dembelé, Pierre-Emerick Aubameyang und Gonzalo Castro, für Hertha nur Alexander Esswein und Sami Allagui. Zu wenig. BVB-Keeper Roman Bürki lässt sich feiern.

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