Bayer gewinnt 4:1 

Schnellcheck zu Bremen gegen Leverkusen: Auf Doppelschlag folgt Doppelpack

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Der geht rein: Leverkusens Kai Havertz (Zweiter von rechts) köpft das 1:0. Bremens (von links) Milos Veljkovic, Theodor Gebre Selassie und Torhüter Jiri Pavlenka können es nicht verhindern.

Bremen gegen Bayer. Nationale Abstiegsangst gegen internationale Hoffnung. Fußball-Bundesliga am Montagabend zum Abschluss des 26. Spieltags, zur Vollendung des Neustarts.

Was sich im Wohninvest Weserstadion bei der Partie zwischen Werder und Leverkusen zugetragen hat? Der Schnellcheck gibt Antworten.

Kann man den Begriff „Geisterspiel“ steigern?

Komische Frage? Darüber hätten sich die Experten aber beinahe Gedanken machen müssen. Denn bis zum Sonntag war nicht klar, ob dieses Montagsspiel überhaupt live im Fernsehen zu sehen sein wird. Wir erinnern an den Streit zwischen Eurosport und DFL. Es stand im Raum, dass nicht nur im Stadion die Zuschauer fehlen könnten. Gesteigertes Geisterspiel also. Sonntag dann die erlösende Nachricht: Dazn wird übertragen. Und gestern wurde aus dem drohenden TV-Blackout sogar ein Streaming-Doppelpack – auch Amazon Prime Video zeigte die Partie live.

Blieb das der einzige Doppelpack an diesem Abend?

Nein, das war schnell keine Frage mehr. Erst köpfte Leverkusens Kai Havertz – von Trainer Peter Bosz ins Sturmzentrum beordert – nach toller Vorarbeit vom flinken Moussa Diaby das 1:0 (28.). Zwei Minuten später glich Theodor Gebre Selassie nach einer Ecke von Leonardo Bittencourt per eingesprungener Hacke aus. Ein Doppelschlag auf unterschiedlichen Seiten. Doch wiederum nur drei Minuten danach war es erneut Havertz, der einen Freistoß von Kerem Demirbay zur erneuten Führung einköpfte. Das war dann ein astreiner Doppelpack.

Alles mit Köpfchen also bei Bayer?

Das war Leverkusens Lösung für alle Offensivfragen. Ob nach Flanken oder Standards – Bremen verlor diese Partie in der Luft. In der 61. Minute bereitete erneut Diaby das 3:1 vor. Der 1,76 Meter große Mitchell Weiser gewann das Kopfballduell gegen den 1,94 Meter großen Kevin Vogt. Einmal blieben die Leverkusener aber auch auf dem Boden. Der eingewechselte Karim Bellarabi auf Demirbay und der per Chip zum 4:1 ins Bremer Gehäuse (78.). Übrigens wurde bei allen Treffern dem DFL-Hygienekonzept entsprechend gejubelt. Dafür ein Sonderlob.

Wer war der Mann des Abends?

Dürfte eigentlich keine Frage sein: Kai Havertz. Allerdings gab es da noch eine andere Personalie auf Leverkusener Seite. Denn in der Startelf stand überraschend Florian Wirtz, 17 Jahre alt, Jahrgang 2003, im Winter erst aus Köln gekommen. Das hatte für Ärger gesorgt, da beide Vereine eigentlich eine Übereinkunft haben, keine Talente abzuwerben. Passiert ist es trotzdem. Und Wirtz ist nun der jüngste Bayer-Bundesliga-Debütant. Das war bislang Havertz, der bei seinem ersten Einsatz 111 Tage älter war.

Wie war die Stimmung in der Bremer Arena?

Okay, blöde Frage. Wir sparen uns an dieser Stelle alle schlechten Witze über Geister- und Montagsspiele. Aber auch rund um das Stadion kam keine Stimmung auf – was insofern gut war, weil es auch bei der letzten Partie dieses Neustart-Spieltags keine Fan-Ansammlungen gab. Chronistenpflicht erfüllt.

Wie war die Übertragung?

Weil wir uns gefragt haben, wie sich Neuling Amazon schlägt – Bundesliga beim Bestellriesen an diesem Abend. Beginn der Übertragung eine halbe Stunde vor dem Anpfiff, im Studio Anna Kraft, Partnerin von Sky-Kommentator Wolff-Christoph Fuss, am Mikro Matthias Stach. Für so eine kurzfristige Einigung sah das ziemlich professionell aus. Stach ist ja eigentlich vor allem im Tennis zuhause und schnelle Ballwechsel gewohnt. Sein Kommentar hinkte aber etwas hinterher – was nicht seine Schuld war. Wenn der Ball schon im Kasten lag, war Stach noch abwartend. Da passten Bild und Ton nicht ganz zusammen. Vielleicht hat er aber auch einfach nur den Videobeweis abgewartet.

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