Hamburg verliert 1:3

Schnellcheck zum ersten DFB-Pokal-Halbfinale: Rangnicks Musiker im Finale

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Zwei Hauptfiguren: Leipzigs Torschützen Yussuf Poulsen (links) und Emil Forsberg (Mitte) feiern mit Ersatzspieler Amadou Haidara den Treffer zum 3:1 gegen den Hamburger SV. 

Kassel – Ein Schritt ist es noch bis Berlin. Ein Schritt bis zum Finale des DFB-Pokals. Doch nur einer durfte diesen Schritt gestern gehen.

Im ersten Halbfinale spielten der Hamburger SV und RB Leipzig um eines der begehrten Endspiel-Tickets – mit dem besseren Ende für die Leipziger. Unser Schnellcheck:

Wie viel Musik war denn im Duell zwischen dem letzten verbliebenen Zweitligisten und RB?

Leipzigs Trainer Ralf Rangnick verriet vorab schon einmal sein Lieblingsinstrument. Das Saxophon ist es. Gitarre und Klavier findet er auch nicht schlecht. Die ARD hatte einen Einspieler gezeigt und Rangnick dabei als Meister des Zusammenspiels präsentiert. Als Dirigenten sozusagen. Bei der aktuellen Form des Bundesligisten nicht so weit hergeholt. Die vergangenen acht Auswärtsspiele gewannen die Leipziger allesamt. Und die Partie fand ja bekanntlich in Hamburg statt.

Also eine klare Sache für den Erstligisten?

Zunächst nicht. Der HSV begann couragiert, spielte mit. Bis zur 12. Minute. Ecke Marcel Halstenberg, Kopfball Yussuf Poulsen, 1:0 für den Favoriten aus Ostdeutschland. Kuriose Randnotiz: Für Leipzigs Toptorjäger in der Bundesliga (15 Treffer) war es das erste Erfolgserlebnis im laufenden DFB-Pokal-Wettbewerb.

So hatte sich Rangnick das sicherlich vorgestellt, der vorher noch angekündigt hatte, dass das eigene Spiel eher mit Pauken und Trompeten vergleichbar sei. Es spielte anschließend erst einmal nur noch RB. Die Sachsen hatten die Sache im Griff.

Der HSV war also eher das Begleitinstrument?

Bis Mitte der ersten Hälfte war das so. Dann ein schlimmer Ballverlust von Kevin Kampl. Bakery Jatta – bis dahin ohnehin der beste Hamburger – klebte an ihm, stibitzte die Kugel. Ein Blick, ein Schuss – Ausgleich. Jatta hatte gesehen, dass Torhüter Péter Gulácsi etwas zu weit vor dem Kasten stand und den Ball aus 20 Metern wunderschön über ihn gehoben (24.). Es entwickelte sich ein tolles Pokalspiel, in dem Werner (27.) und Khaled Narey (42.) jeweils die Führung auf dem Fuß hatten.

Liefert der Pokalabend auch Kurioses?

Zumindest liefert er eine Szene, die das Spiel früh hätte entscheiden können. Was ein Pfosten – der rechte, um genau zu sein – konsequent verhinderte. In der 16. Minute hätte Leipzig seine starke Anfangsphase mit dem 2:0 krönen können, ja müssen. Werner legt quer auf Poulsen. Schuss. Innenpfosten. Der Ball fliegt nach links. Wieder ist Werner da, erobert ihn vor der Torauslinie. Schuss, diesmal ins kurze Eck, doch Pollersbeck rettet. Rettet? Nur vielleicht. Denn jetzt rollt der Ball wieder nach rechts. Und da ist Sabitzer. Niemand außer Sabitzer. Und dem Ball. Und dem rechten Pfosten. An dem Sabitzer diesen Ball nicht vorbei bekommt, weil der Winkel zu spitz ist. Doch, das war schon sehr kurios.

Bekam denn noch jemand den Ball ins Tor?

Leipzig sogar zweimal. Erst mithilfe von Hamburgs Vasilije Janjicic (53.). Dann durch einen satten Schuss von Emil Forsberg (72.). Bedeutet: Rangnicks Musiker stehen im Finale. Das erste Mal.

Wie war die Übertragung im TV?

Wir fassen das mal zusammen in der Formulierung: Gottlob Gottlob. Gerd Gottlob nämlich kommentierte in der ARD. Er brachte die Spannung und die vielen packenden Szenen glänzend rüber. Zupackend wurde es aus auch in der Halbzeit, als Experte Stefan Kuntz Reporter Alexander Bommes eine Spielsituation sehr körperbetont erklärte – und der trocken entgegnete: „Du kannst mich jetzt wieder loslassen.“

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