Ein Abend der Torjäger

Schnellcheck zum Bundesliga-Mittwoch: 1:0, 1:1, 1:2, 2:2, 2:3

(von links) Jesper Lindström, Daichi Kamada und Filip Kostic.
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Drei glückliche Gesichter: die Frankfurter (von links) Jesper Lindström, Daichi Kamada und Filip Kostic.

Alles hat ein Ende – auch der vorletzte Spieltag des Jahres der Fußball-Bundesliga. Der zweite Teil hatte es in sich.

Wiedersehen, Krise, Auf und Ab, Rekorde, Höhenflug, Platzverweis, Spitzenspiel, Torjäger, Drama, Erfolgsspur, Wiedergutmachung und noch mal Drama. Wer das für Sie ordnet? Der Schnellcheck!

Stichwort Wiedersehen, Stichwort Krise: Wohin geht es da?

Es geht nach Mönchengladbach in den Borussia-Park, wo das frühe Abendspiel anstand. Die Fohlen empfingen Eintracht Frankfurt. Gladbachs Trainer Adi Hütter traf also mit seinem neuen Team aufs ehemalige. Ein Wiedersehen also. Aber nicht zur besten Zeit. Die Borussia kassierte zuletzt drei deftige Pleiten und war auf dem besten Weg in die Krise. Da dürfte es Hütter gefallen haben, dass Florian Neuhaus bereits in der sechsten Minute zur Führung traf. Ein klasse Schuss aus 15 Metern, dem ein klasse Spielzug vorausging.

Stichwort Auf und Ab: Was ist passiert?

Da bleiben wir im Borussia-Park. Nachdem die Gladbacher die erste Hälfte im Griff hatten, glichen die Hessen doch tatsächlich kurz vor der Pause aus. Rafael Santos Borré hielt den Fuß hin und durfte jubeln, weil Joe Scally das Abseits aufhob (45.). Und nach dem Seitenwechsel wurde es dann vogelwild. Jesper Lindström schoss zunächst die Eintracht in Führung (50.). Ramy Bensebaini glich per Elfmeter nach Foul von Danny da Costa an Kouadio Koné zum 2:2 aus (54.). Im direkten Gegenzug aber erzielte Daichi Kamada das 3:2 für Frankfurt (55.). Ein Hin und Her, ein Auf und Ab. Für Kamada war es die erste Torbeteiligung dieser Bundesliga-Saison. In der Europa League ist er dagegen Topscorer der Hessen.

Stichwort Rekord, Stichwort Höhenflug, Stichwort Platzverweis: Wer war verantwortlich?

Zum Beispiel Torhüter Yann Sommer. Der ist nun ausländischer Rekordspieler der Gladbacher mit 306 Pflichtspielen. Der Schweizer löste Oscar Wendt ab. Gefeiert haben wird er deswegen nicht, denn es blieb beim 2:3 aus Sicht der Borussia – die vierte Niederlage in Folge. Stichwort Krise, könnte man sagen. Zehn Pflichtspiele und nur eine Niederlage kann dagegen die Eintracht vorweisen. Stichwort Höhenflug, könnte man sagen. Und das, obwohl Verteidiger Tuta Gelb-Rot sah (70.).

Stichwort Spitzenspiel: Wo fand das statt?

In Leverkusen – wo die Hoffenheimer TSG zu Gast war, der letzte Frankfurt-Besieger. Und der Klub aus Sinsheim hatte selbst vier Siege in Folge im Gepäck. Der Dritte empfing den Vierten.

Stichwort Rekord: Noch einmal Sommer?

Nein, diesmal geht es um die ganz Jungen. Leverkusens Florian Wirtz ist nun nämlich der jüngste Akteur, der bereits 50 Einsätze in der Bundesliga absolviert hat. Er löste Giovanni Reyna vom BVB ab.

Stichwort Torjäger: Wer ist da gemeint?

Wenn Robert Lewandowski schon gespielt und getroffen hat, dann kommen nur noch zwei in Frage: Patrik Schick und Erling Haaland. Wir enttäuschen Sie nicht und sagen: Beide sind gemeint. Im Spitzenspiel war es Schick, der einen tollen Angriff, den Odilon Kossounou eingeleitet hatte, nach einer Flanke von Moussa Diaby veredelte (37.). Vier Minuten vorher hatte Haaland seine Dortmunder vom Elfmeterpunkt gegen Fürth in Führung gebracht (33.). Das waren zwei von nur drei Treffern in der ersten Halbzeit der vier Abendspiele. Zum dritten finden Sie unten mehr – und auch da geht es um einen Torjäger.

Stichwort Drama: Wie dramatisch wurde es noch?

In Dortmund nicht wirklich, weil Haaland das 2:0 köpfte (82.) und Donyell Malen das 3:0 nachlegte (89.). In Leverkusen machte auch Schick seinen zweiten Treffer und erhöhte auf 2:0 (63.). Aber 2:0-Führungen – da war doch was. Gegen Frankfurt verlor die Werkself zuletzt nach 2:0-Führung noch 2:5. Und nun glich Hoffenheim innerhalb von drei Minuten durch Angelo Stiller (80.) und Munas Dabbur – per Hacke (83.) – aus. Wahnsinn. Diaby sah kurz vor Schluss noch Gelb-Rot. Drama? Da war es.

Silva trifft, aber Leipzig reicht es nicht

Stichwort Erfolgsspur: Ist Augsburg oder Leipzig dringeblieben?

Erst mal die beiden Ausgangspositionen: Während die Schwaben zuletzt mit 2:0 in Köln triumphierten, führte Domenico Tedesco die Sachsen bei seinem Debüt zu einem 4:1-Erfolg gegen Gladbach. Und der neue Coach machte zunächst dort weiter, wo er aufgehört hatte. Vor allem, weil einer von RB nun auf dem Weg in Richtung Komfortzone scheint: André Silva. In der zehnten Minute scheitert er noch, in der 19. bringt er dann die drückend überlegenen Leipziger in Führung. Benjamin Henrichs flankt von rechts, am zweiten Pfosten ist dann Silva zur Stelle und besorgt das 1:0. Wenig später verpasst der Portugiese per Kopfball ganz knapp das 2:0 (24.). Angelino, Emil Forsberg (jeweils 32.) und Christopher Nkunku (40.) haben weitere gute Möglichkeiten.

Stichwort Wiedergutmachung: Wer hat aus dem vergangenen Wochenende gelernt?

Zwei Pleiten gab es wettzumachen: Union Berlin verhalf Fürth zum ersten Bundesliga-Heimsieg, der SC Freiburg verlor gegen das Team der Stunde aus Hoffenheim mit 1:2. Und nun? Haben die Eisernen in der ersten Halbzeit bis auf einen frühen Lattentreffer der Breisgauer durch Maximilian Eggestein (5.) alles im Griff. Genki Haraguchi verpasst gleich zweimal die verdiente Führung (3., 20.), auch Taiwo Awoniyi jagt den Ball aus sechs Metern nicht ins, sondern übers Gehäuse von Mark Flekken.

Stichwort Kräfteverhältnisse. Haben die sich in der zweiten Halbzeit geändert?

Aber hallo. Freiburg kommt wie ausgewechselt aus der Pause. Ob es ein Kabinen-Donnerwetter von Christian Streich gegeben hat, ist nicht überliefert. Erst scheitert Vincenzo Grifo (46.), dann Lukas Kübler (56.) nach einem Fehler von Niko Gießelmann. Union wird danach wieder besser, vergibt aber eine unglaubliche Flipper-Chance, als Awoniyi an die Latte köpft, Rani Khediras Schuss von Kübler auf der Linie geklärt wird, und Gießelmann in Flekken seinen Meister findet (66.). Am Ende bleibt es beim 0:0.

Stichwort Silva: Hat er für Leipzig alles klargemacht?

Nein, denn nun drückt Augsburg. Reece Oxford köpft übers Tor (51.), Arne Maier (60.) und Iago (62., 70.) scheitern genau wie auch Raphael Framberger, der die Latte trifft (80.). Wer so viel investiert, der wird belohnt. Henrichs spielt in der 85. Minute den Ball mit der Hand, Daniel Caligiuri verwandelt den fälligen Elfmeter nach Videostudium zum 1:1-Endstand (86.).

Wie war die Übertragung im Fernsehen?

Erst mal fing sie auf Sky mit einem spektakulären Spiel an. Gladbach gegen Frankfurt, fünf Tore, Platzverweis, etliche Strafraumszenen. Zur Gelb-Roten Karte von Tuta sagte Kommentator Martin Groß: „Wenn ich eine Gelbe Karte habe, sollte ich so etwas tunlichst vermeiden. Das ist ja eine Einladung für Schiedsrichter Martin Petersen.“ (Maximilian Bülau und Torsten Kohlhaase)

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