Dortmund gegen Bayern

Schnellcheck zum Topspiel der Fußball-Bundesliga: Kimmichs Geniestreich

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Umjubelter Torschütze: Bayerns Joshua Kimmich (Mitte) nimmt die Glückwünsche seiner Münchner Kollegen (von links) Leon Goretzka, Alphonso Davies, David Alaba, Benjamin Pavard, Serge Gnabry und Kingsley Coman entgegen. 

Dritter Spieltag nach dem Neustart der Bundesliga. Und nach Revierderby und Berliner Stadtmeisterschaft stand dieses Mal das Topspiel im Mittelpunkt. Der deutsche Clasico. Dortmund gegen Bayern. Der Schnellcheck:

Hat sich für die Bayern Geschichte wiederholt?

Vor exakt 21 Jahren hatten sie die Mutter aller Finalniederlagen erlitten – nach zwei Gegentreffern in der Nachspielzeit gab es ein 1:2 in der Champions League gegen Manchester United. Diesmal war es zwar kein Endspiel, aber zumindest ein Duell mit möglicherweise vorentscheidendem Charakter im Meisterschaftskampf. Auch diesmal lagen die Münchner zur Pause 1:0 vorn. So viel sei schon mal verraten.

Wie fiel das einzige Tor im ersten Durchgang?

Der Treffer in der 43. Minute war ein Geniestreich. Joshua Kimmich entschied zunächst einen Zweikampf am eigenen Strafraum gegen Erling Haaland zu seinen Gunsten. Sein entschlossenes Einsteigen sorgte dafür, dass er nur Hundertstel später 17 Meter vor dem gegnerischen Kasten zum Abschluss kam. Und wie: Aus vollem Lauf schlenzte er den Ball über BVB-Torwart Roman Bürki. Dabei bewies Kimmich ähnlich viel Gefühl wie Mario Basler beim 1:0 am 26. Mai 1999.

War die Führung verdient?

Nicht zwangsweise, ein 0:0 zur Pause wäre auch in Ordnung gegangen. Die erste gute Chance der Partie hatte der BVB bereits nach 30 Sekunden. Bayerns Torhüter Manuel Neuer, der gestern sein 400. Bundesligaspiel bestritt, musste rauskommen, klärte vor die Füße von Haaland, dessen Abschluss ging zwar an Neuer vorbei – aber Jérome Boateng stand auf der Linie und verhinderte das frühe 0:1. Ein ähnliches Bild in der 19. Minute auf der anderen Seite, als Serge Gnabrys Versuch gerade noch von Lukasz Piszczek auf der Torlinie gestoppt wurde. Es war ein meist temporeiches Spiel. Es ging hin und her. Es war intensiv. Und ausgeglichen.

Wessen Siegesserie hat gehalten?

Beide Mannschaften gingen mit der Empfehlung von sechs Siegen in Folge ins Spiel. Gejubelt haben letztlich die Gäste, der Tabellenführer. Dabei war die zweite Halbzeit mindestens genauso unterhaltsam wie der erste Abschnitt. In der 54. Minute musste sich Bürki bei einem Flachschuss von Leon Goretzka ganz lang machen. Zehn Minuten vor Ende kam Mahmoud Dahoud in zentraler Position zum Abschluss, aber Neuer riss eine Faust nach oben und wehrte den Ball ab. Kurz vor dem Ende hätte Thomas Müller fast noch auf 2:0 gestellt. Er brachte den Ball aber nicht auf das gegnerische Gehäuse. Carsten Jancker hatte zu dieser Zeit damals die Latte getroffen.

Was bedeutet dieser Sieg für die Münchner?

Sie haben eine Hand an der Meisterschale. Bei noch sechs Spielen haben die Bayern sieben Punkte Vorsprung auf Platz zwei. Wenn sie sich das noch nehmen lassen, dann wäre das eine späte Wende fast wie damals 1999.

Wie war es 21 Jahre später mit dem Engländer und dem Norweger?

Im Finale 1999 war es der Engländer Teddy Sheringham, der für Manchester ausglich, und der Norweger Ole Gunnar Solskjaer, der den Bayern einen der bittersten Momente der Vereinsgeschichte bescherte. Beide wurden eingewechselt. Dieses Mal ging der Norweger Haaland angeschlagen in der Schlussphase vom Feld, und der Engländer Jadon Sancho wurde zur zweiten Halbzeit aufs Feld geschickt. Eine Wende wie vor 21 Jahren gelang ihnen aber nicht.

Wie war die Übertragung bei Sky?

Standesgemäß begleitete Sky-Chefkommentator Wolff-Christoph Fuss die Partie. Er machte das ordentlich, aber nicht so unterhaltsam wie an manch anderen Tagen. Immerhin wissen wir jetzt: „Haaland ist so gesprächig wie eine Parkuhr. Guten Tag ist da schon viel.“

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