Aytekin lässt das Trikot an 

Schnellcheck zur "Bundesliga Home Challenge": Nils Stendera verspielt ein 6:1

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Der bittere Moment: Bielefelds Marcel Hartel (rechts) erzielt mit Fabian Klos das 7:1 gegen Frankfurts Nils Stendera. 

Kassel – Die „Bundesliga Home Challenge“ bietet etwas Abwechslung in der Corona-Fußball-Pausen-Einöde.

Profis und E-Sportler messen sich an der PlayStation 4 im Spiel Fifa. Und seit diesem Wochenende ist eine weitere Spezies vertreten: die der Schiedsrichter. Der zweite Spieltag im Schnellcheck:

Wie schlug sich der Kasseler Nils Stendera?

Sagen wir es so: Das erste Spiel der Begegnung Eintracht Frankfurt gegen Arminia Bielefeld hatte E-Sportler Andreas „Andy“ Gube 6:1 gegen Bielefelds Offensivmann Andreas Voglsammer gewonnen. Eine Steilvorlage also für den 19 Jahre alten Stendera. Der in der vierten Minute seines Spiels gegen Marcel Hartel dann auch noch durch Goncalo Paciencia 1:0 in Führung ging. Alles gut? Trotzdem nicht ganz.

Gab es an diesem zweiten Wochenende eine kleine Sensation?

Ja. Denn Stendera verspielte mit einem 1:0 im Rücken und einem 6:1-Hinspielsieg im Gepäck noch den sicheren Erfolg. Hartel führte nach einem Viererpack von Fabian Klos zur Pause 4:1. In der 70. Minute erzielte Klos das 5:1. Dann machte Keanu Staude das 6:1 (76.). Alles wieder ausgeglichen. Aber nicht lange. Denn erneut Klos stellte in dieser Partie mit dem 7:1 (83.) alles auf den Kopf. Hartel zeigte da die Faust, Stendera – im Frankfurt-Trikot und mit schwarzer Kappe – wischte sich durchs Gesicht. Ganz bitter. Aber letztendlich ging der Sieg auch in dieser Höhe in Ordnung.

Was machten die Schiris bei ihrem Debüt?

Sie machten es gut. Für das Team der Bundesliga-Unparteiischen treten Deniz Aytekin und Daniel Schlager an. Gegner war Borussia Mönchengladbach. Die Fohlen stiegen ebenfalls an diesem Wochenende neu ein. Aytekin siegte im Duell gegen Jonas Hofmann 2:1, Schlager verlor gegen den E-Sport-Profi Jannik „Jeffry 95“ Reiners 0:4. So Stand am Ende trotz eines Sieges ein 2:5. Die Schiris wählten übrigens ganz neutral die deutsche Nationalmannschaft als Team.

Wer lieferte das Zitat des Wochenendes?

Noch mal Aytekin. „Ich wollte eigentlich nach dem 2:1 mein Trikot ausziehen, aber ich habe dann doch ein bisschen Respekt gehabt“, sagte der 41-Jährige schmunzelnd. Aytekin hatte sich in den vergangenen Tagen mit seinem Sohn und einem E-Sport-Profi auf seine Premiere vorbereitet und dabei nach eigener Aussage noch zahlreiche Rote Karten kassiert. Schiedsrichter sind eben auch nur Menschen.

Wo wurde es ähnlich spektakulär wie beim 7:1?

Bei der Partie zwischen Hertha BSC und Freiburg. Auch hier hatte E-Sportler Elias „Mern 22“ Nerlich das erste Spiel gegen Freiburgs Torhüter Mark Flekken 6:1 gewonnen – es sah nach einem Sieg für die Berliner aus. Dann drehte Nico Schlotterbeck in der zweiten Partie gegen Maximilian Mittelstädt aber mächtig auf und gewann 11:1 – am Ende stand also ein 12:7-Erfolg für die Breisgauer.

Wie war die Übertragung?

Mittlerweile gibt es ja einige Möglichkeiten, die „Bundesliga Home Challenge“ zu verfolgen. Über einen Livestream bei Youtube. Beim Internet-Streamingdienst Dazn. Und seit diesem Wochenende ist auch Sport 1 in die Live-Berichterstattung eingestiegen. Würde man nur Kommentator Peter „Petkus“ Schwab hören, der selbst E-Sportler ist, man könnte meinen, es würde echter Fußball gespielt. Schwab ist emotionaler als so mancher Kollege von Sky. Also Augen zu, lauschen und an das 7:1 von Deutschland gegen Brasilien denken. 

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