Bayern siegen, Bayer verliert

Schnellcheck zur Champions League: Natürlich Lewandowski

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Finger oben, Zunge draußen: Münchens Robert Lewandowski.

Champions League ist nicht Bundesliga. In der Champions League, da fühlt er sich derzeit wohl, der Fußballer aus München.

Die Bayern landen beim 3:2 in Piräus den dritten Sieg im dritten Spiel. Bayer ist nicht Bayern – und kann von solchen Auftritten nur träumen. Nach dem 0:1 bei Atletico Madrid droht das Aus. Der Schnellcheck:

Gab es eine Überraschung bei der Aufstellung des FC Bayern?

Es käme jetzt natürlich überraschend, wenn die Antwort auf diese Frage „Nein“ lauten würde. Es gab eine Überraschung. Sie hieß Thomas Müller. Dem hatte Trainer Niko Kovac am Wochenende noch erklärt, dass der FC Bayern nun mal eine Leistungsgesellschaft sei. Ob Müller seitdem im Training die Ellbogen einsetzt?

Wie lief das Spiel in Piräus?

Zunächst so, wie ein Bayern-Spiel eben meistens läuft: Viel Ballbesitz für die Münchner rund um den Strafraum des Gegners, hier und da mal eine kleine Torchance. Dass Piräus brandgefährlich ist, zeigte sich in der 23. Minute: Müller rutscht in der Defensive ins Leere, Konstantinos Tsimikas flankt, Youssef El-Arabi köpft – 0:1 aus Sicht der Bayern. Der Ball war knapp hinter der Linie, als Manuel Neuer ihn erwischte.

Und der offensive Müller?

Der macht es besser. In der 34. Minute zieht er per Scherenschlag ab, der Ball wird abgewehrt und da steht wer? Klar, Robert Lewandowski. Der Pole macht das 1:1.

Blieb Piräus gefährlich?

Aus der Pause kam die Heimmannschaft mit richtig Dampf. Da mussten die Bayern zweimal ordentlich zittern. Wer beendete diese Drangphase? Klar, Lewandowski. Nach einer Ecke köpft Müller zum Polen, der steht goldrichtig und hält die Fußspitze hin – 2:1. Müller und Lewandowski waren das Erfolgsgespann an diesem Abend. Und nur mal so, der Pole hat in dieser Saison in jedem Pflichtspiel getroffen. Das macht insgesamt 18 Tore in zwölf Partien. Beeindruckend, dieser Kerl.

War´s das?

Nicht ganz. Erst erzielte Corentin Tolisso mit einem schönen Fernschuss das 3:1 (75.) Alles durch? Denkste. Vier Minuten später verkürzt Guilherme mit einem abgefälschten Schuss aus der Distanz. Zittern bis zum Schluss. Aber die Führung hielt.

Wie war denn die Stimmung in Griechenland?

Beim Spiel der Profis emotional, aber friedlich. Anders sah das zuvor beim Aufeinandertreffen der A-Jugend aus. Die Partie stand beim 4:0-Sieg des Münchner Nachwuchses am Rande des Abbruchs. Griechische Hooligans hatten den Platz im Trainingszentrum von Olympiakos gestürmt, Gegenstände auf Fans geworfen, Bayern-Fahnen gestohlen. Es gab Verletzte, eine halbstündige Unterbrechung. Dummheit kennt offenbar keine Grenzen.

Ist Leverkusens Aus noch vermeidbar?

Kaum. Nach dem 0:1 in Madrid steht da eben die Doppel-Null. Im Spiel. Und auf dem Punktekonto. Die Partie ist schnell zusammengefasst. Bayer spielte ordentlich und mutig. Vor dem Tor aber waren es recht ereignislose 90 Minuten. Atletico wechselte irgendwann Alvaro Morata ein. Der erzielte per Kopf den entscheidenden Treffer (78.). Das war´s.

Was fiel sonst auf am dritten Spieltag, erster Teil?

Zum einen: Real Madrid kann doch gewinnen. Nach einer Niederlage in Paris und einem Unentschieden gegen Brügge hieß es nun 1:0 bei Galatasaray Istanbul. Könnte für Trainer Zinedine Zidane nicht unwichtig gewesen sein.

Und dann gab es noch Jewhen Konopljanka. Je wen? Na den früheren Angreifer des FC Schalke, der viel verdiente, wenig spielte und selten traf. In Gelsenkirchen waren sie froh, dass der Ukrainer nach Donezk in seine Heimat zurückkehrte. Und nun was macht? Champions League spielen. Und gleich mal treffen gegen Zagreb. Dass es beim 2:2 trotzdem nicht für einen Sieg reichte, lag auch an Andrij Pjatow. Der Torhüter riss bei einer Ecke Zagrebs Mario Gavranovic in Ringer-Manier um. Elfmeter, 1:2. Das war überflüssig. Und dumm. Wirkte irgendwie, als wolle er sich als Hooligan in Piräus bewerben.

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