Vier müssen früher duschen

Schnellcheck zur Fußball-Bundesliga: Ein Abend der Platzverweise

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Der erste Platzverweis des Abends: Leipzigs Marcel Halstenberg (Mitte) muss den Platz verlassen.  

Fußball-Bundesliga, 28. Spieltag, zweiter Teil – am Vortag waren vornehmlich Teams aus der oberen Tabellenhälfte im Einsatz, Mittwochabend ging es für die Klubs aus dem unteren Drittel um Punkte.

Eine Ausnahme bildete RB Leipzig, doch die Sachsen mussten einen Dämpfer hinnehmen. Unsere Schnellcheck-Konferenz: 

Was genau ist denn in Leipzig passiert?

Nach den Patzern von Gladbach, Leverkusen und der Niederlage von Dortmund gegen die Bayern hätten die Sachsen ein Zeichen im Kampf um die Champions-League-Plätze setzen können. Doch RB kam gegen Hertha nicht über ein 2:2 hinaus. Allerdings ging es gegen ein Team, das nach der Coronapause mit sechs Punkten und 7:0-Toren gestartet war. Zudem spielten die Leipziger nach einer Stunde nur noch zu zehnt, weil Nationalspieler Marcel Halstenberg nach Gelb-Rot vom Feld musste.

Gingen weitere Spieler früher duschen?

Aber hallo! Es war ein Abend der Platzverweise. Kölns Sebastian Bornauw (26. Minute) sah Rot nach einem bösen Tritt gegen Christoph Baumgartner, der kurz zuvor die Hoffenheimer Führung erzielt hatte. Später wurde Benjamin Hübner von TSG auch des Feldes verwiesen. Und Robert Andrich von Union Berlin musste nach der zweiten Gelben Karte ebenfalls in der ersten Hälfte vom Platz.

Passierte denn auch etwas Ansehnliches?

Bei den Partien in Düsseldorf und Augsburg eher nicht. Dafür ging es in Sinsheim mit dem angesprochenen Treffer von Baumgartner früh los (11.). Außerdem gab es an der Alten Försterei während des ersten Durchgangs zweimal etwas zu Jubeln. Erst freuten sich die Gäste aus Mainz, als Ridle Baku zur Führung traf. Nach gut einer halben Stunde glich Marcus Ingvartsen für die Eisernen aus.

Gelang den Schalkern mal wieder ein Treffer?

Wir bemühen zunächst die Statistik: Bis zur Pause hatte Königsblau 22 Prozent Ballbesitz, rund 250 Pässe weniger als der Gegner gespielt und genau zweimal aufs Tor geschossen. Der Gegner, der hieß übrigens nicht Bayern München, es war Düsseldorf. Sky-Kommentator Wolff-Christoph Fuss bilanzierte: „Das ist ein 0:0 vom Scheitel bis zur Sohle.“

Blieb es in Düsseldorf bei einer Nullnummer?

Nein. Und Schalke gelang tatsächlich mal wieder ein Tor. Weston McKennie traf per Flugkopfball (53.). Aber, jetzt kommt das große ABER: Düsseldorf machte anschließend zwei Treffer durch Rouwen Hennings (65.) und Kenan Karaman (68.) – ebenfalls jeweils per Kopf. Also, Tor gemacht, Spiel verloren.

Gab es gestern auch einen Geniestreich wie den von Joshua Kimmich?

Na ja, eher das Gegenteil. Einen Anti-Geniestreich. Und da wären wir wieder in Leipzig. Wie Berlins Keeper Rune Jarstein den Ball ins eigene Tor flutschen ließ – das musst du erst mal hinbekommen. Zumal er den Schuss von Patrik Schick schon sicher hatte. Dieses 2:1 der Leipziger glich Krzysztof Piatek per Elfmeter aber noch aus.

Wer war der Mann des Mittwochabends?

Jarstein jedenfalls nicht. Und auch nicht Klaus Gjasula – Paderborns Kapitän sah seine 15. Gelbe Karte der Saison – oder Mark Uth, der durch einen verschossenen Elfmeter den Kölner Anschluss verpasste. Den Titel hat sich Hoffenheims Baumgartner verdient. Erst ein Doppelpack zur 2:0-Führung, und nur eine Minute nach seinem zweiten Treffer legte er per Hacke das 3:0 für Steven Zuber auf. Der 3:1-Anschluss durch Florian Kainz war dann nur noch Ergebniskosmetik.

Wie war die Live-Übertragung bei Sky?

Sagen wir es so: Die Kommentatoren hatten ihre liebe Mühe, Stimmung zu vermitteln. Außer in Sinsheim passierte nicht viel. Nachdem das erste 2:0 wegen einer Abseitsstellung von Munas Dabbur aberkannt wurde, meinte Hansi Küpper süffisant: „Okay, die Schulter war 1,94 Zentimeter im Abseits.“

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