An der Seitenlinie

Ewige Präsidenten - über Putin und Blatter

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Sepp Blatter und Wladimir Putin.

Sepp Blatter, allmächtiger Präsident des Fußball-Weltverbandes, hat Anfang Juni seinen Rücktritt angekündigt. Das hindert ihn nicht daran, heute an der Auslosung der Qualifikationsgruppen für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland teilzunehmen – als Präsident des Fußball-Weltverbandes.

Der nämlich ist er immer noch – mindestens bis Februar, womöglich aber noch ein bisschen länger, wenn sich in der Zwischenzeit noch ein paar Freunde finden, die Blatter auffordern, aus Mangel an Alternativen, Anständigkeit und Aufrichtigkeit doch bis Sommer 2016, Herbst 2020 oder Winter 2030 zu bleiben. Die Rücktrittsankündigung bliebe damit ja nicht falsch. Der Abgang würde sich so halt nur etwas verzögern – im extremsten Fall eben um läppische 15 Jahre.

Am Modell Blatter wollen sich jetzt andere orientieren. Nur Russlands Präsident Wladimir Putin kann dieser Art von ewiger Amtsführung nichts abgewinnen. Er setzt auf eine andere Strategie: Endet seine Zeit als Präsident, wird er eben Ministerpräsident. Endet die Zeit als Ministerpräsident, wird er wieder Präsident. Und so weiter.

Sepp Blatter soll durchaus beeindruckt sein. Er hat nun auch einen Plan B. Sollte er tatsächlich schon im Februar seinen Platz räumen müssen, will er persönlich dafür sorgen, dass er wieder Generalsekretär des Weltverbandes wird – und zwar auf Lebenszeit.

Über den Autor

Florian Hagemann schreibt die Fußball-Kolumne "An der Seitenlinie"

An der Seitenlinie ist eine Kolumne über den kleinen und großen Fußball, weil Fußball überall funktioniert. Florian Hagemann (40) ist Redakteur der HNA und macht das, was einem nicht ausreichend talentierten Fußballer bleibt, wenn er kein Schiedsrichter werden will: Er schreibt über Fußball. Immer montags erscheinen seine Beobachtungen an der Seitenlinie.

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