Lernen von Effenberg

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Marco Kurz

Es lässt sich nicht gerade behaupten, dass es für Marco Kurz gut läuft in seinem Beruf als Fußballtrainer. Nach nur 81 Tagen wurde er bei Fortuna Düsseldorf entlassen.

Er holte in sieben Spielen lediglich vier Punkte. Für Kurz war das keine neue Erfahrung. 2013 musste er als Trainer der TSG Hoffenheim nach zehn Spielen und keinen 100 Tagen im Amt wieder gehen. In Ingolstadt brachte er es kurz darauf auf neun Partien, ehe er beurlaubt wurde. Erfolg geht anders.

Einerseits.

Anderseits ergibt sich für Kurz auch eine Chance aus seiner Vita, indem er eine Marktlücke besetzt und sich als Krisenbeschleunigungstrainer bewirbt: Er holt eine Mannschaft nicht aus der Krise, sondern er verschärft die Krise, um die Sache für seinen Nachfolger noch reizvoller zu machen. Der Krisenbeschleunigungstrainer grenzt sich dabei vom klassischen Feuerwehrmann (Neururer) ebenso ab wie vom Langzeitkrisentrainer (Schaaf), weil er im Gegensatz zum Feuerwehrmann auf Anhieb erfolglos ist und im Gegensatz zum Langzeitkrisentrainer nur kurz mal vorbeischaut. Deshalb unterscheidet er sich auch vom Mittelkrisenfeuerwehrmann (Stevens), der irgendwie alles und nichts ist. Kurz hätte sogar den Vorteil, dass er aus seinem Namen ein Programm machen könnte.

Es gibt nur ein Problem für Kurz: die drohende Konkurrenz. Angeblich will sich nämlich auch ein anderer langfristig als Krisenbeschleunigungstrainer etablieren. Der Mann heißt Stefan Effenberg, und er beeindruckte bereits bei seinem ersten Engagement. Neben maximaler Erfolglosigkeit bescherte er dem SC Paderborn auch maximale Aufmerksamkeit durch Schlagzeilen auf dem Boulevard. Da hat Marco Kurz noch Nachholbedarf.

Über den Autor

An der Seitenlinie ist eine Kolumne über den kleinen und großen Fußball, weil Fußball überall funktioniert. Florian Hagemann (40) ist Redakteur der HNA und macht das, was einem nicht ausreichend talentierten Fußballer bleibt, wenn er kein Schiedsrichter werden will: Er schreibt über Fußball. Immer montags erscheinen seine Beobachtungen an der Seitenlinie.

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