An der Seitenlinie

Kevin nach Kassel?

Kevin Großkreutz ist ein kleines Phänomen. Er ist immer Thema – auch wenn er gar nicht auf dem Platz steht.

Insofern passt es, dass der 27-Jährige Weltmeister geworden ist, ohne bei der Weltmeisterschaft in Brasilien eine Minute auf dem Platz gestanden zu haben.

Im Finale sollte er für den angeschlagenen Bastian Schweinsteiger eingewechselt werden, doch Schweinsteiger hielt mit annähernd zehn Platzwunden durch bis zum Schluss. Womöglich war ihm bewusst, welche Folgen seine Auswechslung haben könnte. Nun kehrte Großkreutz aus Istanbul zurück – ohne jeglichen Pflichtspiel-Einsatz für seinen neuen Verein Galatasaray, was daran liegt, dass er erst im nächsten Jahr für die Türken spielberechtigt ist. Großkreutz verließ Istanbul, bevor es für ihn richtig losging.

Das ist auch eine gewisse Kunst. Der Dortmunder hatte Heimweh und versucht nun wieder, hierzulande einen Job zu bekommen. Seitdem darf gerätselt werden. Wohin wechselt Großkreutz? Ein Glück vor allem für das Internet, in dem Gerüchte eine hoch gehandelte Ware sind. Die Phase läuft an, in der Großkreutz mit den ersten Klubs in Verbindung gebracht wird, weil – siehe oben – Großkreutz immer ein Thema ist, Interesse hervorruft und Klicks bringt. Also wird spekuliert, ob Großkreutz womöglich nach Köln geht, obwohl Manager Jörg Schmadtke bereits abgewinkt hat.

Es wird getuschelt, ob er vielleicht doch zu Borussia Dortmund zurückkehrt, obwohl Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke dies ausgeschlossen hat. Und überhaupt. Das wird erst der Anfang gewesen sein. Bayer Leverkusen? Eintracht Frankfurt? Alle Denkmodelle sind erlaubt - im Internet sowieso: Großkreutz nach Berlin, weil er dort die Hotellobbys ganz gut kennt. Großkreutz – ja, warum denn nicht? – nach Schalke, weil er da nicht so weit fahren muss von Dortmund aus und nah bei der geliebten Familie ist. Großkreutz zu Hessen Kassel – vermittelt vom alten Dortmunder und ehemaligen KSV-Funktionär Rüdiger Abramczik. Nichts ist unmöglich. Zumal: Kevin nach Kassel? Die Überschrift kommt bestimmt gut.

Über den Autor

Florian Hagemann schreibt die Fußball-Kolumne "An der Seitenlinie"

An der Seitenlinie ist eine Kolumne über den kleinen und großen Fußball, weil Fußball überall funktioniert. Florian Hagemann (40) ist Redakteur der HNA und macht das, was einem nicht ausreichend talentierten Fußballer bleibt, wenn er kein Schiedsrichter werden will: Er schreibt über Fußball. Immer montags erscheinen seine Beobachtungen an der Seitenlinie.

Rubriklistenbild: © dpa

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