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„Das ist amateurhaft!“ Brazzo nimmt sich Gucci-Gnabry zur Brust

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Von: Florian Schimak

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Der Besuch von Serge Gnabry auf der Pariser Fashionweek schlägt weiter hohe Welle. Gegen den 1. FC Köln spielt der Bayern-Star schwach. Hasan Salihamidzic wird deutlich.

München – Es war klar, dass er nach der Ansage von Julian Nagelsmann mehr als sonst im Fokus stehen würde.

„Ein Spieler sollte meiner Meinung nach in seiner Freizeit machen, was er möchte. Wichtig ist, dass die richtige Antwort auf dem Platz liegt“, hatte der Coach des FC Bayern am Montag auf der Pressekonferenz vor dem Köln-Spiel gesagt. Auch tz.de berichtet darüber.

Name: Serge David Gnabry
Geburtstag: 14. Juli 1995 (27 Jahre)
Verein: FC Bayern München
Position: Rechtsaußen
Marktwert: 65 Millionen (Quelle: transfermarkt.de)

Serge Gnabry und sein Besuch auf der Fashionweek: Julian Nagelsmann beschwichtigt

Das Thema? Serge Gnabry und sein Besuch auf der Pariser Fashionweek am vergangenen Wochenende. Das Ende vom Lied? Gnabry wurde nach einer schwachen Vorstellung gegen den 1. FC Köln (1:1) in der Pause ausgewechselt (tz-Note 5).

Zwar hatte der 27-Jährige die beste Chance für den schwachen Rekordmeister im ersten Durchgang, doch seine Auswechslung nach 45 Minuten war völlig nachvollziehbar. Kingsley Coman, der für Gnabry ins Spiel kam, agierte um einiges glücklicher und kreierte einige Torchancen.

Nagelsmann wollte der Auswechslung aber keine besondere Note verpassen. „Ich bin keiner, der viel diese Boulevard-Themen bewertet. Ich bewerte das, was ich auf dem Feld sehe, und das, was ich auf der Bank an herausragenden Spielern habe“, meinte der Trainer hinterher: „Ich hatte das Gefühl, dass wir für die Grundordnungsänderung nochmal frischen Wind brauchen, weil da die Wege für die Außenspieler etwas weiter wurden. Deswegen haben wir gewechselt. Das hatte jetzt nichts mit dem Drumherum zu tun.“

Hasan Salihamidzic kündigte ein Gespräch mit Serge Gnabry an.
Hasan Salihamidzic kündigte ein Gespräch mit Serge Gnabry an. © IMAGO / Picture Point LE /IMAGO / Sven Simon

Serge Gnabry: Hasan Salihamidzic kritisiert Bayern-Star für Paris-Trip

Mit seinen Aussagen wollte Nagelsmann offenbar etwas Wind aus Segeln nehmen. „Ich möchte nichts sagen“, reagierte Gnabry auf die Frage der Journalisten in der Mixed Zone nach dem letztlich glücklichen Unentschieden gegen die Kölner: „Aber ich hätte auch sonst nichts gesagt“, sagte der Schwabe und zog von dannen. Da dürfte er wohl schon gewusst haben, was ihm blühen wird.

Denn: Als Hasan Salihamidzic die Mixed Zone in der Allianz Arena betrat und sich als einer der Wenigen den Medienvertretern stellte, wurde er deutlich. „Das ist amateurhaft! Das ist genau das, was ich nicht mag. Genau das, was nicht Bayern München ist“, erklärte der Sportvorstand auf die Frage, was er vom Paris-Trip seiner Nummer 7 hält: „Irgendwo rumturnen, anstatt sich auszuruhen. Ein freier Tag ist da, um sich auszuruhen, um dann im nächsten Spiel wieder Gas geben zu können.“

Zur Einordnung: Nagelsmann hatte seinen Stars nach dem 1:1 gegen RB Leipzig zum Jahresauftakt das Wochenende freigegeben. Wohl mit dem Gedanken, die müden Knochen nach der anstrengenden Winter-Vorbereitung zu erholen. Gnabry aber flog nach Paris, was zwar „nur“ eine Flugstunde von München entfernt ist.

Salihamdzic kündigt Gespräch mit Gnabry an: „Werden morgen darüber reden“

Doch der Angreifer selbst, hätte sich denken können, welches Echo kommt, wenn die Social-Media-Kanäle voll mit Bildern sind. Dies kritisierte auch Nagelsmann am Montag: „Ich muss ja selbst freie Tage vor meinen Chefs rechtfertigen und argumentieren, weshalb wir am Sonntag freihatten und wieso wir nicht trainieren nach einem 1:1“, sagte der 35-Jährige: „Und wenn dann die sozialen Kanäle voll sind mit diversen Shootings, geht mir die Argumentationskette flöten.“

Wohl auch, weil die Bayern zwischen dem Leipzig-Spiel, der Partie gegen Köln und nun am Samstag gegen Eintracht Frankfurt (18.30 Uhr, hier im Live-Ticker) binnen acht Tagen in drei Bundesliga-Spielen gefordert sind. Salihamidzic kündigte am späten Dienstagabend ein Gespräch an: „Ich wollte es jetzt nicht vor dem Köln-Spiel machen, weil die Jungs sich darauf vorbereiten sollten, aber es herrscht Gesprächsbedarf“. Ob Gnabry eine Geldstrafe droht, ist nicht bekannt.

Goretzka veräppelte Gnabry: Der dürfte aber wenig zu lachen haben

Wenigstens Leon Goretzka nahm die Sache um Gnabry mit Humor. Er postete eine Bild von sich mit einer Bayern-Tasse in der Hand, während er in seiner Wohnung im Münchner Arbeiterviertel Giesing mit Jogginghose auf der Couch relaxte. Er versah den Post mit dem Hashtag #Fashionweek. Vermutlich als Gag in Richtung Kumpel Gnabry.

Der wird in der nächsten Zeit vermutlich erstmal weniger zu lachen haben. Ein kleines Bisschen erinnert der FC Bayern in den ersten Januartagen an den guten alten FC Hollywood. Dabei dachte man, die Zeiten wären längst vorbei. Aber vielleicht ist das wie mit der Mode: Da kommt auch alles wieder. (smk)

Aus der Allianz Area berichtet Florian Schimak

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