München hat nun vier Punkte Vorsprung

Sie stolpern immer wieder: Bayerns Konkurrenten lassen früher oder später Federn

Butler James.
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Böser Blick: Butler James im Sketch „Dinner for one“.

Der Sketch „Dinner for one“ ist ein Dauerbrenner, der jedes Jahr zu Silvester im Fernsehen hoch und runter läuft. Der Satz „The same procedure as every year James“, den Miss Sophie während des recht einsamen Abendessens zu ihrem Butler sagt, steht als geflügelter Ausspruch hierzulande für etwas immer Wiederkehrendes.

Derselbe Kram wie jedes Jahr. Vielleicht ist er dem einen oder anderen auch nach dem 11. Spieltag in der Fußball-Bundesliga durch den Kopf gegangen.

Denn es ist ja so: Hält man es nicht mit dem FC Bayern München, dann beginnt eine neue Spielzeit im deutschen Oberhaus mit der Hoffnung, dass in diesem Jahr alles anders wird. Dass die großen Bayern vielleicht einmal nicht so souverän durch die Saison spazieren. Dass es einen Konkurrenten gibt, der das auch bis zum letzten Spieltag bleibt. Der Wunsch nach einem packenden Finale ist groß – und wenn dann doch der Rekordmeister aus München den Titel holt, dann ist es eben so. Aber wenigstens mal wieder ein bisschen Spannung – so denken einige nach neun Titeln der Bayern in Serie.

Der 11. Spieltag in der Bundesliga hatte gleich zwei packende Duelle im Angebot. Natürlich das Topspiel zwischen den Bayern als Erstem und dem SC Freiburg als noch ungeschlagenem Dritten. Und dann die Partie zwischen dem Zweiten Dortmund und RB Leipzig. Die Münchner, sie hätten nach diesem Spieltag auf Rang drei abrutschen können. Sie stehen aber auf Platz eins und haben nun vier Zähler Vorsprung. Weil sie selbst durch Treffer von Leon Goretzka und Robert Lewandowski 2:1 gegen Freiburg gewannen, das erst spät durch Jannik Haberer erfolgreich war. Und weil die Dortmunder eben mal wieder nicht die Konstanz aufweisen, um wirklich dauerhaft an den Bayern dran zu bleiben. Immer noch ohne Erling Haaland unterlag der BVB in Sachsen 1:2. Marco Reus hatte den Rückstand durch den überragenden Christopher Nkunku zwischenzeitlich ausgeglichen. Yussuf Poulsen traf aber noch zum Sieg für die Leipziger. Und so bringt der November eben mal wieder denselben Kram wie jedes Jahr. Teams, die einen guten Start hingelegt haben, kassieren die ersten Niederlagen. Sie stolpern immer wieder – wie Butler James in „Dinner for one“ über den Tigerkopf. So erging es auch schon Wolfsburg und Leverkusen in diesem Jahr, die phasenweise begeisterten. Aber eben nur phasenweise. Die Bayern kommen dagegen langsam in Fahrt.

In den vergangenen fünf Jahren standen die Bayern übrigens nach elf Spieltagen nur zweimal auf dem ersten Rang. Mal waren sie Zweiter, mal Dritter, mal sogar Fünfter mit sieben Punkten Rückstand auf den BVB. Was all diese Jahre aber gemeinsam haben: Am Ende wurden sie dennoch Meister, die Bayern. Und so ist die Hoffnung auch mit Blick auf den 14. Mai 2022 nicht besonders groß. An diesem Samstag wird der letzte Spieltag in der Bundesliga ausgetragen. Ob dieser noch Spannung im Titelkampf bringt, muss schon jetzt angezweifelt werden.

Die Bayern sitzen wie Miss Sophie in „Dinner for one“ am Tisch und lassen es sich schmecken, während Butler James wie die Konkurrenten im Liga-Alltag durch die Gegend stolpert. James lernt irgendwann dazu, hüpft dann freudestrahlend über den Störenfried am Boden. Doch das kommt im Fall von Bayerns Gegner zu spät. The same procedure as every year, Fußball-Bundesliga. (Maximilian Bülau)

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