1:0 in Spanien

Das Länderspiel im Schnellcheck: Kroos sorgt für perfektes Ende

Da kommt Freude auf: Kevin Volland (von links), Sami Khedira, Sebastian Rudy, Torschütze Toni Kroos, Karim Bellarabi und Max Kruse feiern das 1:0 gegen Spanien. Foto: afp

Kassel/Vigo. Gelungener Jahresabschluss für die deutsche Nationalmannschaft. Der HNA-Schnellcheck zum Spiel von Florian Hagemann.

Ein Tor von Toni Kroos in der 89. Minute hat der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Dienstagabend den ersten Sieg gegen Spanien seit 14 Jahren beschert. In Vigo gewann der Weltmeister diesen Test mit 1:0.

Wie war das Spiel?

Es war ein netter Abschluss eines Länderspieljahres, das nach dem 13. Juli eigentlich nur noch schlechter werden konnte. Die deutsche Elf zeigte eine konzentrierte und abgeklärte Leistung. Mehr als die Schüsse von Mario Götze und Sebastian Rudy sprangen bei den Bemühungen in der ersten Halbzeit aber nicht heraus.

Nach der Pause wurde die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw mutiger. Kevin Volland scheiterte mit seinem Schuss noch an Torwart Francisco Casilla, Toni Kroos hatte dann eine Minute vor Schluss mehr Erfolg.

Und die Spanier? Sind nicht mehr die Kombinationsmonster von einst. Sie haben die Selbstverständlichkeit in ihrem Spiel verloren. Die zwei größeren Möglichkeiten, die sie hatten, machte Ron-Robert Zieler im deutschen Tor zunichte.

Ist das Ergebnis gerecht? 

Ja, doch. Kaum zu glauben, aber selbst die ersatzgeschwächte deutsche Elf ist mittlerweile souveräner als Spanien.

Wie hoch war der Meisterfaktor? 

Nicht so hoch, wie es beim Treffen des amtierenden Europameisters mit dem amtierenden Weltmeister vermutet werden darf. Die Spanier befinden sich im Umbruch - und die deutsche Elf trat nach vielen verletzungsbedingten Absagen eher mit einer verbesserten B-Elf an. Nur vier Spieler standen in der Startelf, die auch beim WM-Finale in Brasilien von Beginn an auf dem Platz standen.

Wer war der Gewinner des Abends? 

Joachim Löw. Der Bundestrainer tüftelte gegen Spanien eine Defensivtaktik mit einer Fünferkette um den aus Bebra stammenden Shkodran Mustafi aus, die der Mannschaft insgesamt Halt gab. Nach den zuletzt schwachen Leistungen der Nationalelf stoppte Löw den Negativtrend. Ach ja: Und jetzt kann keiner mehr behaupten, Löw könne nicht gegen diese Spanier gewinnen.

Wer war der Verlierer des Abends? 

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- Müllers Einsatz gegen Hoffenheim fraglich

Bayern München. Der Rekordmeister musste gestern gaaanz tapfer sein: Erst verletzte sich Philipp Lahm während des Vereinstrainings, dann musste am Abend Thomas Müller früh ausgewechselt werden. Immerhin gab es ansatzweise Entwarnung: Der Mittelfeldspieler hat nur einen Pferdekuss abbekommen.

Gab es einen Aufreger? 

Außer ein paar falschen Schiedsrichterentscheidungen: nein. Für Gesprächsstoff könnte höchstens noch der Schnurrbart von Benedikt Höwedes sorgen - vor allem bei den Frauen.

Gab es einen Wechsel des Tages? 

Oh ja: In der 77. Minute wechselte Spanien den Torwart aus: Für Casillas kam Casilla. Ein fehlender Buchstabe mit großer Wirkung: Casilla war ein wesentlich größerer Unsicherheitsfaktor als Casillas.

Wie war die Stimmung? 

Welche Stimmung? Es hatte zwischendurch den Anschein, als würde die ARD gerade eine Begegnung der U-17-EM aus der Slowakei übertragen. Mitunter leere Plätze auf den Rängen, keine Fangesänge, sondern nur komisches Gekreische. Ansonsten: Regen, Regen, Regen. Dafür hat der Duden das Wort ungemütlich erfunden.

Wie war die TV-Übertragung?

Es gab keine Werbung, und Mehmet Scholl war mal wieder als Experte am Werk. Nach all den RTL-Durchschnittsdauerreklamefußballübertragungen war es eine Wohltat, mal wieder ein Fußballspiel im Ersten zu verfolgen. Scholl war gewohnt gut und meinungsstark. Auch Kommentator Steffen Simon störte nicht.

Von Florian Hagemann

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