Frankfurt verliert im Halbfinal-Rückspiel gegen Chelsea

Im Elfmeterschießen: Eintracht scheitert auf die grausamste Art

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Nicht zu fassen: Frankfurts Martin Hinteregger.

Das war’s. Die phänomenale Europa-Reise von Eintracht Frankfurt endet in London im Stadion an der Stamford Bridge. Und wie bitter!

Der Fußball-Bundesligist verliert das Halbfinal-Rückspiel der Europa League beim FC Chelsea 4:5 nach Elfmeterschießen und verpasst damit den Einzug ins Finale. Unser Schnellcheck:

Vorab: Wer war der tragische Held des Abends?

Eintracht-Verteidiger Martin Hinteregger. Er machte ein unglaubliches Spiel, war die Wand in der Frankfurter Deckung. Aber er verschoss wie Goncalo Paciencia einen Elfmeter. Eden Hazard verwandelte den entscheidenden für Chelsea.

Wie war das Spiel?

Tempo. Einsatz. Spannung. Ein wahrer Krimi. Aber zunächst recht einseitig. Nach einer Viertelstunde übernahmen die Engländer das Kommando. Mehr und mehr erhöhte Chelsea den Druck. Kreierte Chancen. Und schließlich lag der Ball im Tor der Eintracht. Und das kam so: Eden Hazard spielt einen brillanten Pass, und Ruben Loftus-Cheek schließt überlegt ins lange Eck ab. 1:0 (28.) für Chelsea.

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Zeigte die Eintracht dann noch ihr Europa-Gesicht?

Es war ja nicht so, dass von den Frankfurtern nichts zu sehen war. In der 14. Minute hatte Danny da Costa einen Volleyschuss abgegeben, Chelseas Keeper Kepa war aber zur Stelle. Außerdem: Nach dem 1:1 im Hinspiel mussten die Hessen ja ohnehin mindestens ein Tor schießen. Und siehe da: Kurz nach Wiederanpfiff passt Mijat Gacinovic auf Luka Jovic, und der Serbe gleicht für die Eintracht zum 1:1 aus (49.). Bliebe es bei diesem Ergebnis, ginge es in die Verlängerung.

Lief es in der Folge auf eine Verlängerung hinaus?

Keineswegs. Beide Teams spielten weiter munter nach vorn. Wobei sich die Londoner beeindruckt zeigten vom Ausgleich und dem couragierten Auftritt der Eintracht. Denn die war nun am Drücker. Wollte nachlegen. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Verbissen. Mitreißend war das. Nur ein Tor wollte nicht mehr fallen. Verlängerung. Und in der hätte der eingewechselte Sebastian Haller um ein Haar das 2:1 für die Eintracht erzielt, doch erst kratzte David Luiz seinen Sohlenschuss von der Linie (100.), und dann rettete Davide Zappacosta für seinen geschlagenen Keeper (105.). Unfassbar.

Unfassbar war außerdem, wie die Frankfurter die letzten Kräfte mobilisierten. Wie sie rackerten. Sich in jeden Ball warfen. Wie sie Sprint um Sprint ansetzten. Das war Leidenschaft pur. Das verdiente großen Respekt.

Geht das Ergebnis eigentlich in Ordnung?

Das lässt sich nach solch einem Fight nur schwierig beurteilen. Auf jeden Fall ist die Eintracht auf die grausamste Art gescheitert. Aber sie verabschiedet sich erhobenen Hauptes aus der Europa League.

Gab es einen Aufreger?

Allerdings. Nach einer üblen Grätsche von Chelseas Kapitän Cesar Azpilicueta gegen Gaconivic machte der Unparteiische Ovidiu Alin Hategan aus Rumänien keine gute Figur (82.). Erstens pfiff er den Vorteil ab, und zweitens zeigte er nur Gelb. Das hätte durchaus Rot sein können.

Wie war die Atmosphäre an der Stamford Bridge?

Einen Aufreger hatte es schon vorher gegeben. Eintracht-Präsident Peter Fischer sagte in einer Sprachnachricht an ein Mitglied eines Frankfurter Fanklubs: „Am Donnerstag spielen wir in London. Und da werden wir die Scheiß-Hütte bei denen anstecken!“ Fragwürdige Wortwahl. Die Anhänger machten es in London aber besser als ihr Präsident. Sie unterstützten ihr Team lautstark und ganz ohne den Einsatz von Feuer.

Wie war die Übertragung bei RTL?

Als Jovic gerade das 1:1 erzielt hatte, schrie Experte Steffen Freund: „JAAAAA! Sowas von verdient!“ Schön emotional. So mögen wir es. Kommentator Marco Hagemann hatte dagegen Schwächen mit den Elementen, als er den Frankfurter Weg ins Halbfinale beschrieb. Siehe: „Dann wurde sie geritten, die Wolke. Die Erfolgswolke.“ Welle oder Wolke? Ganz egal, leider ist die Erfolgswolke jetzt nicht mehr am Himmel.

Wer steht noch im Finale?

Machen wir es kurz: Nach einem 3:1-Sieg im Hinspiel gewann der FC Arsenal auch auswärts beim FC Valencia 4:2. Zwei Londoner Teams also im Endspiel.

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