Deutlicher Erfolg gegen Saudi-Arabien

Das Eröffnungsspiel im WM-Schnellcheck: Russland feiert 5:0-Kantersieg

Kassel. Das war eine klare Sache: Im Moskauer Luschniki-Stadion feierten die russischen Fans ihr Team nach dem deutlichen 5:0 (2:0)-Erfolg zum WM-Auftakt gegen Saudi-Arabien.

Seit es ein einzelnes Eröffnungsspiel gibt, also seit der WM 1966 in England, hat noch nie eine Mannschaft so hoch gewonnen. Der Schnellcheck:

In welche Kategorie fiel denn das Eröffnungsspiel – langweilig oder interessant?

Eröffnungsspiel? Hallo? Erstmal war doch Robbie da. Robbie Williams. Und der legte die Latte schonmal mächtig hoch. Bei der Eröffnungsfeier. Sogar Reporterin und Russland-Expertin Palina Rojinski merkte an der Seite von ARD-Kommentator Tom Bartels an: „Der sieht aber besser aus, als ich erwartet hätte.“ Rumms. Der Popstar trat übrigens im weinroten Anzug auf, der in seiner Musterung an das Fell eines Leoparden erinnerte. Und für einen Eklat sorgte er auch noch. Er zeigte vor laufenden Kameras den Mittelfinger. Im Vorfeld der Show hatten ihn etliche Personen kritisiert, dass er sich für den Ruhm des russischen Präsidenten Wladimir Putin habe einspannen lassen.

Jetzt aber wirklich zum Eröffnungsspiel. Wie war es?

Die Bissigkeit von Leoparden ließ Saudi-Arabien erstmal vermissen. So kam das Team zunächst als zahnloser Tiger daher und sah sich den Angriffen der Russen gegenüber. Unter den strengen Blicken von Putin fasste sich der Gastgeber dann auch schnell ein Herz und erzielte das 1:0 per Kopfball in der zwölften Minute. Torschütze Juri Gasinski dachte sich wohl: Unseren Präsidenten sollten wir nicht allzu lang warten lassen.

Ragte denn ein Spieler besonders heraus?

Auf jeden Fall. Denis Tscheryschew sorgte gleich mal für die erste Geschichte dieser WM. In der 43. Minute lupfte er den Ball erst im Strafraum über zwei am Boden liegende Gegenspieler und drosch den Ball dann zum 2:0 in die Maschen. Das Besondere daran: Tscheryschew war erst in der 22. Minute eingewechselt worden, weil sein Teamkollege Alan Dsagojew wegen einer Oberschenkelverletzung raus musste. Später brillierte er abermals, als er von der Strafraumgrenze mit dem Außenrist gefühlvoll ins lange Eck traf (90.+1) – der schönste Treffer des Eröffnungsspiels.

Knüpfte Saudi-Arabien zumindest in der zweiten Halbzeit an die gute Leistung gegen das deutsche Team an?

Nicht wirklich. Nachdem ihr Star Mohammad Al-Sahlawi bereits in der 21. Minute den Ausgleich auf dem Fuß hatte, war er in der 56. Minute nah dran am 1:2. Doch statt des Ergebnisses aus dem Spiel gegen das DFB-Team folgte in der 71. Minute die kalte Dusche. Artem Dsjuba war gerade erst eingewechselt worden und erzielte das 3:0 per Kopf. Wieder ein Joker-Tor – und der zahnlose Tiger hatte endgültig keinen Appetit mehr. Vor allem der nicht immer auf der Höhe befindliche Torwart Abdullah Al-Mayouf war restlos bedient, als er noch das 0:5 per Freistoß durch Alexander Golowin kassierte (90.+4).

Wie war eigentlich der WM-Start in der ARD?

Klotzen statt Kleckern – so lautete die Devise im Fernsehen. Mit Matthias Opdenhövel, Alexander Bommes, Thomas Hitzlsperger, Stefan Kuntz und Hannes Wolf begrüßten gleich mal fünf Moderatoren und Experten die Zuschauer. Respekt. Als sich Jessy Wellmer und Philipp Lahm vom Tegernsee melden, kommen kurz mal Erinnerungen hoch – an Katrin Müller-Hohenstein und ihre baumelnden Beine im Swimming Pool des deutschen Mannschaftsquartiers 2014 in Campo Bahia. Und irgendwie blieben wir auch dort, als Tom Bartels begann, zu kommentieren. Der stellte fest: „Das Schiedsrichterteam besteht heute aus 14 Leuten. Die müssen jetzt auch mit einem eigenen Mannschaftsbus anreisen.“ Der Videobeweis musste aber noch nicht bemüht werden.

Rubriklistenbild: © dpa Bildfunk / Federico Gambarini

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