Spur in WM-Affäre 2006 führt zu Jack Warner

Führte neues Geheimpapier zu Niersbach-Rücktritt?

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DFB-Präsident Wolfgang Niersbach verlässt nach seiner Rücktrittserklärung im Anschluss an die Präsidiumssitzung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) den Raum.

München - Der ehemalige Fußball-Spitzenfunktionär Jack Warner steht nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ in Verdacht, in die Affäre um die Weltmeisterschaft 2006 verstrickt zu sein.

Warner war ehemals Präsident des nord- und zentralamerikanischen und karibischen Fußballverbandes (CONCACAF) sowie bis 2011 auch Vizepräsident des Weltverbandes FIFA. Warner ist Bürger von Trinidad und Tobago und war im September lebenslang durch die FIFA wegen Korruption gesperrt worden.

Jack Austin Warner aus Trinidad und Tobago, ehemaliger Präsident des Nord- und Mittelamerikanischen Fußball-Verbandes (Archivbild vom 06.07.2005).

Die „SZ“ berichtet nun (Dienstagsausgabe), dass bei den internen Ermittlungen im DFB ein brisantes Schriftstück gefunden worden sei. Es soll sich um einen Vertragsentwurf handeln, der im Jahr der WM-Vergabe 2000 abgeschlossen werden sollte. Die „SZ“ beruft sich auf Insider, von denen einer Jack Warner und den CONCACAF als mögliche Begünstigte nennt. Wie die Zeitung schreibt, sollen dem Verband „umfangreiche Leistungen des DFB“ zugesagt worden sein.

Das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes FIFA hatte sich damals mit 12:11 Stimmen für Deutschland und gegen Südafrika entschieden.

Wie es in dem Bericht weiter heißt, soll der zurückgetretene DFB-Präsident Wolfgang Niersbach mit dem Vorgang im Jahr 2000 nichts zu tun gehabt haben. Er habe erst jetzt davon erfahren. Um den Vertragsentwurf habe sich vor der WM-Vergabe ein anderes Mitglied des Bewerberkomitees gekümmert. Unsicher ist, ob der Vertrag je geschlossen wurde. Angeblich habe der DFB dafür kein Geld gehabt oder ausgeben wollen.

Niersbach war am Montag zurückgetreten. Er sagte unter anderem: „Es sind Dinge passiert, die in den letzten Tagen erst aufgedeckt wurden, die mich dazu veranlasst haben, zurückzutreten.“ Dabei könnte es sich um besagten Vertragsentwurf handeln.

dpa/fw

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