Nach eigentlichem Karriereende

Starke hilft Bayern aus - „Hoeneß nannte mich ‚Fliegenfänger‘“

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Tom Starke (mit Hut) hat trotz weniger Einsätze beim FC Bayern zahlreiche Titel mit dem amtierenden deutschen Meister gewonnen. 

Nach dem eigentlichen Karriereende von Tom Starke trainiert dieser nun nach den Verletzungen der drei etatmäßigen Torhüter wieder mit der ersten Mannschaft. 

München - Auch nach seinem Karriereende bleibt Tom Starke wohl erstmal im Tor des FC Bayern München. „Unsere drei Torhüter der Profis mit Neuer, Ulreich und Früchtl sind ja alle angeschlagen. Der Verein hat darum gefragt, ob ich noch mal zur Verfügung stehen würde. Das war für mich selbstverständlich“, sagte Starke in einem Interview mit dem kicker. „Der Club hat mir so viel gegeben, da gebe ich gerne wieder was zurück.“ Am 1. Juli beginnt beim Deutschen Meister wieder das Training.

Der etatmäßige Torhüter Manuel Neuer erlitt in der Champions League einen Fußbruch, sein Ersatz, Sven Ulreich, verletzte sich kurz darauf im Training am Ellenbogen. Starkes Nachfolger als Nummer drei der Bayern, Christian Früchtl, laboriert an einem Syndesmosebandriss. Alle drei befinden sich noch im Krankenstand und müssen nach ihren Verletzungen erst wieder fit werden.

So kam der 36 Jahre alte Starke wieder ins Spiel. Ob der aber auch noch die geplante Werbetournee durch Asien mitmachen wird, „hängt davon ab, welche Fortschritte die drei anderen machen“. Vom 16. bis 28. Juli reist der FC Bayern nach China und Singapur.

„Viele werden sich wundern“

Der eigentliche Plan war es ja, dass Starke nach der abgelaufenen Spielzeit Torwartkoordinator im Nachwuchsleistungszentrum der Bayern wird. Nun muss der Routinier aber noch einmal bei der ersten Mannschaft aushelfen. „Viele werden sich wahrscheinlich wundern, dass ich am 1. Juli wieder auf dem Platz stehe“, so Starke im kicker

Klar ist aber auch, dass Starke, sobald die verletzten Torhüter wieder im Training sind, seinen neuen Job im NLZ antreten wird. Dass der 36-Jährige zum Ende der Saison noch einmal im Tor stand, war gerade im Hinblick auf die Nachwuchsarbeit ein Segen, denn: „Die Jungs, die ich jetzt trainiere, konnten so noch mal sehen: Aha, der Starke kann ja schon was.“

Heute unterhält Starke eine gute Beziehung zum Präsidenten seines Arbeitgebers, Uli Hoeneß. Aber: Als Starke 2004 in Diensten des Hamburger SV sein damals zweites Bundesligaspiel machte, verlor der noch junge Torwart mit 0:6. „Das war eine ganz schwere Situation. Ich verlor meinen Platz im U21-Kader“, Uli Hoeneß habe nach dem Spiel prognostiziert, der „Fliegenfänger“ mache kein Bundesligaspiel mehr. Entschuldigt habe sich Hoeneß dafür noch nicht bei ihm, aber mittlerweile „hat er mir seine sehr große Wertschätzung entgegengebracht“ und „betont, dass er sich in mir getäuscht habe“.

Nur einmal hat Tom Starke in München gezweifelt

Mit 26 war er dann erstmals Stammspieler beim MSV Duisburg, wechselte dann zur TSG Hoffenheim. Im Jahr 2012 ging Starke dann nach München, obwohl klar war, dass er sich in der bayerischen Landeshauptstadt in der Hierarchie hinter Manuel Neuer einzuordnen hatte. Nur einmal, so Starke, habe er gezweifelt, „als der Verein Pepe Reina holte und ich Nummer 3 wurde, da habe ich schon geschluckt, aber Pep Guardiola ging damals mit mir sehr offen um, sodass ich am Ende damit klarkam“.

Den schönsten Moment in seiner Profikarriere habe er 2013 beim Gewinn des Triples erlebt: „Es war meine erste Saison, es war eine geile Truppe mit einem tollen Trainer Heynckes, der mich auch fünf Spiele in der Saison machen ließ. Und dann gewinnen wir den Pott gegen Dortmund, holen eine Woche später das Triple. Das war einfach der Wahnsinn.“

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