Schnellcheck

Start der Europa League: Gladbach blamiert sich beim 0:4 bis auf die Knochen

+
Nicht zu fassen: Gladbachs Laszlo Benes zieht geknickt von dannen.

Durchwachsener Start in die Europa League für die drei Bundesligisten: Der VfL Wolfsburg gewinnt, aber Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach kassieren Niederlagen. 

Nach zwei Abenden Königsklasse war am Donnerstag die Europa League an der Reihe. Drei Fußball-Bundesligisten starteten in die Gruppenphase.

Und von diesem Trio hatte nur der VfL Wolfsburg Grund zur Freude. Eintracht Frankfurt eröffnete das Ganze mit einer 0:3-Niederlage gegen Arsenal London, und Borussia Mönchengladbach unterlag dem Wolfsberger AC aus Österreich 0:4 (0:3).

Unser Schnellcheck zum Start der Europa League

Was war denn da los in Mönchengladbach?

Zweieinhalb Jahre mussten die Borussen-Fans auf einen Einsatz auf internationaler Bühne warten – und dann das: Die Gladbacher blamierten sich bis auf die Knochen. Sie hatten es ja nicht mit dem Bundesliga-Konkurrenten Wolfsburg zu tun, sondern mit dem österreichischen Klub aus Wolfsberg. 

Der Ort in Kärnten hat rund 25.000 Einwohner. Anders ausgedrückt: Die Wolfsberger Bevölkerung würde fast zweimal in den Gladbacher Borussia-Park passen. Trotzdem zeigten die Österreicher dem großen Favoriten, wie es funktioniert. Die meisten Wolfsberger dürften gedacht haben: „I werd narrisch!“

Wie verlief diese Partie?

Nun ja, selbst Kommentator Marco Hagemann und Experte Steffen Freund fehlten die Worte. In der Halbzeit-Analyse beim übertragenden Sender Nitro stellte das Duo die Mentalitätsfrage. Zurecht. Die Gladbacher wirkten pomadig. Im Angriff fanden sie keine Lösungen. Die Wolfsberger hingegen waren giftig, attackierten früh. Sie waren einfach gedankenschneller. Vor den ersten beiden Gegentreffern durch Shon Weissman (13. Minute) und Mario Leitgeb (31.) schlief die Borussen-Abwehr. Beim 0:3 durch Marcel Ritzmaier demonstrierten die Gäste, wie schnelles Umschaltspiel aussieht.

Bekamen die Gladbacher noch die Kurve?

Nicht wirklich. Erschreckend, wie weit der Bundesligist hinter seinen spielerischen Möglichkeiten blieb. Der Fußballzwerg aus Kärnten machte seine Sache richtig clever und legte sogar noch nach: Leitgeb traf erneut per Kopf (68.). Erschreckend, wie unsortiert die Gladbacher Defensive agierte. 0:4 – welch ein Debakel für die Borussia.

Gab es eine besondere Szene?

Nach seinem Führungstreffer stürmte Weissman völlig euphorisch zur Seitenlinie. Es hatte den Anschein, als könnte er es selbst kaum glauben. Der Israeli schnappte sich seine Nationalfahne, legte sie auf den Kopf und betete an der Seitenlinie. Womöglich lachte er sich aber auch nur auf Hebräisch ins Fäustchen und sagte: „I werd narrisch.“

Wurde den Eintracht-Fans auch die Laune vermiest?

Europapokal – das bedeutet ja unglaubliche Begeisterung in Frankfurt. Und wir erinnern uns: In der Vorsaison feierten die Südhessen in sechs Gruppenspielen sechs Siege. Und klar, auch dieses Mal war die Commerzbank-Arena ausverkauft, es herrschte große Vorfreude. Allerdings wurden die Gegentore von Joe Willock (38.), Bukayo Saka (85.) und Pierre-Emerick Aubameyang (88.) zum Stimmungsdämpfer.

Entsprach dieses 0:3 denn dem Spielverlauf?

Was Tempo, Einsatz und Klasse anbelangt, sah es so aus, als würde die Eintracht nahtlos an das Vorjahr anknüpfen. Zu Beginn hielt die Mannschaft von Trainer Adi Hütter prima mit. Allerdings präsentierte sich die Frankfurter Abwehr extrem wackelig, und vor dem Tor von Arsenals Keeper Emiliano Martinez fehlte die Kaltschnäuzigkeit. Unterm Strich fiel das Ergebnis aber zu hoch aus.

Hat Wolfsburg also die Bundesliga-Ehre gerettet?

Sozusagen. Zumindest ließen die Niedersachsen gegen PFK Oleksandrija nichts anbrennen. Maximilian Arnold (20.), Admir Mehmedi (24.) und Josip Brekalo (67.) trafen beim 3:1 (2:0)-Sieg gegen die Ukrainer. Und wer weiß: Vielleicht kommt es in der K.o.-Runde zum Duell Wolfsburg gegen Wolfsberg. Hätte was.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.