Fußball-Bundesliga: Hannover 96 nur 3:3 in Bremen / Ausgleich kurz vor Ende kassiert

Sturm trifft, Abwehr patzt

Jubel über Hannovers Führung: 96-Kapitän Lars Stindl (links) erzielt gegen Werders Theodor Gebre Selassie mit der Innenseite das 1:0. Der Bremer wirft sich ihm mutig entgegen, kann das 1:0 der Hannoveraner aber nicht mehr verhindern. Foto: dpa

Bremen. Noch weit in die Hinrunde bis zum 11. Spieltag hinein hatte Fußball-Bundesligist Hannover 96 in sieben Partien ein zu Null geschafft, in der Offensive indes wenig zustande gebracht (9 Tore). Nun ist die Offensive nach der Rückkehr von Kapitän Lars Stindl wieder da, erzielte in den letzten drei Spielen immerhin sieben Treffer. Doch nun patzt die Defensive der Roten, kassierte in den letzten drei Spielen zehn Gegentore.

Und wieder, wie schon vor zwei Wochen beim 4:3 in Hoffenheim, reichten dem Team von Trainer Tayfun Korkut im Auswärtsspiel beim Nordderby gegen Werder Bremen drei Treffer nicht, am Ende stand ein aus Sicht der Gäste enttäuschendes 3:3 (1:1). Somit warten die Hannoveraner weiter auf den zweiten Sieg in den letzten 27 Spielen im Weserstadion.

„Wenn man bis kurz vor Schluss 3:2 führt, will man diesen Sieg nach Hause bringen. Daher fühlt sich das 3:3 wie eine Niederlage an“, meinte der ebenfalls enttäuschte 96-Innenverteidiger Christian Schulz, der von 2003 bis 2007 für die Bremer spielte, ehe er zu den Niedersachsen wechselte.

Führung leichtfertig verspielt

Bis eine Minute vor dem Ende führten die Hannoveraner nach Toren von Stindl (12.) zum 1:0, dem 1:1-Ausgleich durch Zlatko Junuzovic (36.) mit einem direkt verwandelten Freistoß, der 2:1-Führung der Gastgeber durch den lange verletzten Melvyn Lorenzen, dem 2:2-Ausgleich durch Joselu (64.) und der 3:2-Führung durch Hiroshi Kiyotake (64.) ebenfalls per Freistoß. In dieser Szene irritierte Joselu im Abseits stehend Werders Keeper Richard Strebinger, so dass dieses 3:2 nicht hätte zählen dürfen. Doch schafften die Werderaner durch den eingewechselten Davie Selke noch den 3:3-Endstand. „Wir haben das Spiel zu leicht aus der Hand gegeben“, meinte denn auch Stindl, der nach seiner Rückkehr nach langer Verletzungspause auf einen 96-Sieg wartet. Der Kapitän hatte in der 34. Minute das 2:0 auf dem Schopf, doch seinen Kopfball schlug Felix Kroos in höchster Not noch von der Torlinie.

„Das ist extrem bitter, die Enttäuschung ist sehr groß“, meinte Hannovers Weltmeister-Torwart Ron-Robert Zieler, der nun einen Sieg morgen in der HDI-Arena um 20 Uhr gegen den FC Augsburg fordert. Und Stürmer Joselu fordert ebenfalls nicht nur einen Dreier gegen Augsburg: „Danach kommt das Auswärtsspiel in Freiburg. Die zwei Spiele müssen wir gewinnen.“

Sechs Tore - nur ein Punkt

Dass die Niedersachsen die Vorgabe von 20 Punkten nach der Hinrunde des 96-Bosses Martin Kind erreicht haben, konnte indes nicht über die derzeitigen Defensiv-Schwächen hinwegtäuschen. Zwar ist 96-Sportdirektor Dirk Dufner über diese 20 Punkte auch „erst einmal froh“, jedoch nicht mit dem Abwehrverhalten, in das die Hannoveraner auch in Bremen, wie schon in Hoffenheim, keine Ruhe hineinbringen konnten und somit sechs Tore in zwei Auswärtsspielen nur zu einem Punkt gereichten. (wg/gsd)

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