Vier Gesichter eines Spiels

8:2 gegen Barca: Super-Solo, Super-Müller, Super-Bayern

Serge Gnabry (oben) und Thomas Müller.
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Obenauf: Serge Gnabry (oben) und Thomas Müller.

Irgendwie war der FC Bayern München vor diesem Viertelfinale der Champions League gegen den FC Barcelona ja schon der Favorit. Aber es war ja auch immer noch der FC Barcelona – mit Lionel Messi.

Kassel – Und hier und da wurde vor dem Spiel geunkt: „Das geht doch bestimmt schief, so wie die Bayern in den Himmel gehoben werden.“ Dem war nicht so. München ist obenauf, Barca am Boden. Vier Gesichter dieses denkwürdigen, dieses geschichtsträchtigen Fußballspiels.

Thomas Müller: Nach so einem Auftritt taucht plötzlich auch der Kaiser wieder auf. Via Bildzeitung bringt Franz Beckenbauer die Rückkehr von Thomas Müller in die Nationalmannschaft ins Spiel. Dieser Müller, der fast schon auf dem Abstellgleis zu landen schien. Und der nun stärker denn je wieder da ist. Als Müller, der Rekordspieler. 113 Spiele in der Champions League, mehr als jeder andere deutsche Fußballer. Als Müller, der Torschütze. Gleich zweimal erfolgreich beim 8:2. Ausgezeichnet als „Man of the Match“. Und geadelt von seinem Trainer. Einzigartig sei er, nicht zu kopieren, sagt Flick. Der Riesenanteil an Müllers Auferstehung hat. Weil er ihm, anders als Vorgänger Nico Kovac, wieder Vertrauen schenkt.

Alphonso Davies: Acht Tore gegen Barca – das allein ist besonders. Aber ein Treffer ragt aus allen heraus. Nicht, weil dieser an sich so schön war. Es war die Vorbereitung. Was Bayern Linksverteidiger Alphonso Davies in der 63 Minute mit gleich drei Gegenspielern veranstaltete, es war schier unglaublich. Messi stehen gelassen, Vidal stehen gelassen, Semedo alt aussehen lassen. Und dann dieser perfekte Pass auf Joshua Kimmich. Der sagte hinterher, er habe sich fast ein wenig geschämt, dass er sich so über das Tor gefreut habe. Denn das sei zu 99 Prozent eines von Davies. Einfach ein Super-Solo.

Hansi Flick: In der Bundesliga und im DFB-Pokal hat Münchens Trainer Hansi Flick seine Visitenkarte abgegeben. Meister und Pokalsieger ist er schon. Doch Deutschland ist eben Deutschland und die Konkurrenz für die Super-Bayern nicht so groß. Es gab noch diese Zweifler, die meinten, Champions League, das könne der 55-Jährige vielleicht nicht. Weit gefehlt. Die Partie gegen Barcelona war eine Meisterleistung. Nicht nur von den Spielern – auch von ihrem Trainer.

Lionel Messi: Es war ohnehin nicht seine Saison. Nicht in der spanischen Liga, wo er oft haderte mit seinem Barcelona. Nicht in der Champions League, wo auch ihm die Leichtigkeit fehlte, ihm in der gesamten Saison nur drei Treffer gelangen. „Wir sind nicht mehr gut genug“, hatte er mehrfach gesagt in dieser Saison. Dass Messi selbst vermutlich auch Teil des Problems ist, zeigte sich am Freitag. In der der zweiten Halbzeit schlich der Held der Katalanen nahezu apathisch, willenlos über das Feld.

Während die Trennung von Trainer Quique Setien wohl schon beschlossen ist, ist Messis Zukunft in der Schwebe. Eigentlich war das fast undenkbar, dass der 33-Jährige seinen Klub je verlässt. Nun klopft Inter Mailand an. Und offenbar auch Manchester City. Mit dem Herzen scheint Messi nicht mehr bei Barca zu sein. (Frank Ziemke und Maximilian Bülau)

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