Thomas Rohrbach erinnert sich: Habe den Kaltz plattgelaufen

Die Eintracht als DFB-Pokasieger 1974: hinten stehend von links Günter Wienhold (Ersatztorwart), Gert Trinklein, Klaus Beverungen, Jürgen Kalb, im Hintergrund der 2005 gestorbene Bernd Lorenz, Jürgen Grabowski, Roland Weidle. Hinter Kalb und Grabowski. Vorne von links hocken Helmut Müller, Thomas Rohrbach und Charly Körbel. Archivfoto: Werek/nh

Bad Hersfeld. Thomas Rohrbach (68) hat den DFB-Pokal mit der Eintracht schon einmal gewonnen. 1974 war das. Seinen Nachfolgern im Trikot der Frankfurter traut er zu, morgen den Cup wieder an den Main zu holen.

Unser Interview mit ihm zeigt es: Der Hersfelder Thomas Rohrbach (68) erinnert sich noch gut an den Tag seines Triumphes. Im DFB-Pokalfinale vor 43 Jahren hatte es für ihn und seine Eintracht in Düsseldorf einen 3:1-Erfolg nach Verlängerung über den HSV gegeben.

Treffen sie ihre alten Teamkollegen noch ab und zu?

Thomas Rohrbach: Ja, natürlich. Wir telefonieren noch ab und zu. Aber die Treffen werden seltener. Es ist jetzt schon ein Jahr her, da haben wir im Eintracht-Museum eine Veranstaltung gehabt mit Peter Reichel, Dr. Peter Kunter und mir. Es war richtig was los. An so einem Abend wird man regelrecht in die alte Zeit katapultiert - es war wahnsinnig interessant.

Müssen Sie heute noch Autogramme geben?

Rohrbach: Und wie! Es erstaunt mich immer wieder, wie hoch das Interesse nicht nur der älteren, sondern auch den jüngeren Fans der Eintracht an der Fußballhistorie ist. Ich bekomme sogar hin und wieder Fanpost nach Hause, mit alten Zeitungsausschnitten und Fotos. Die werden auch beantwortet.

Können Sie sich an einzelne Szenen aus dem Finale gegen den HSV erinnern?

Rohrbach: Na klar! Ich habe fünf Jahre für die Eintracht gespielt. Die Highlights wie dieses Pokalfinale, die vergisst du nicht. Es ist so, als ob sie gerade gestern passiert wären. Es war einfach ein großartiger Tag damals in Düsseldorf. Ich musste gegen Manni Kaltz spielen, ich glaube, ich habe ihn plattgelaufen. Der durfte ja nicht zum Flanken kommen. Dann die Verlängerung, wir waren hinterher alle furchtbar kaputt. Schon das Halbfinale gegen die Bayern war riesig spannend. Wir hatten 3:2 in letzter Minute gewonnen, ich hatte zum 2:2-Ausgleich getroffen. Der Grabi hat einen Elfer verschossen.

Wo werden Sie am Samstag das Finale sehen?

Rohrbach: Leider zu Hause vorm Fernseher. Die Eintracht hatte angerufen und uns nach Berlin eingeladen. Wir wollten eine Sause von Freitag bis zum Sonntag starten. Aber ich musste leider aus familiären Gründen absagen.

Wie wird Ihrer Meinung nach die Eintracht das Finale taktisch angehen?

Rohrbach: Ich traue dem Niko Kovac als Trainer viel zu. Er setzt auf Disziplin. Die Eintracht ist in der Außenseiterrolle, sie wird bestimmt defensiv starten. Es kommt darauf an, wie sich das Spiel entwickelt. Wenn im richtigen Moment etwas passiert, traue ich dem Team durchaus die große Überraschung zu.

Ihr Tipp für das Finale morgen?

Rohrbach: Ich glaube an einen Eintracht-Sieg. Sie gewinnt 3:2 nach Verlängerung.

Von Hartmut Wenzel

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