Start des Alternativ-Turniers

Tischfußball-EM: Und sie spielen doch

Rasante Spiele, spektakuläre Tore: Von der Tischfußball-EM wird großer Sport erwartet. Foto: Dieter Schachtschneider

Die Europameisterschaft fällt aus? Von wegen. Weil die Fußballer 2020 nicht spielen können und erst 2021 ihren Titelträger suchen, machen wir uns eben unsere eigene EM: am Kicker. Die Tischfußball-EM hat begonnen.

Die Europameisterschaft fällt aus? Von wegen. Weil die Fußballer 2020 nicht spielen können und erst 2021 ihren Titelträger suchen, machen wir uns eben unsere eigene EM: am Kicker. Die Tischfußball-EM hat begonnen.

Die Uefa, Europas Fußballverband, hatte sich das alles so schön ausgedacht. Es sollte ein Turnier werden verteilt quer über den Kontinent – und sogar mit einem Anker in Asien. 24 Mannschaften, zwölf Spielorte, einer davon Baku in Aserbaidschan. Die Euro als verbindendes europäisches Element. Das ist die Idee, die auch viele Kritiker auf den Plan rief. Logistische Kraftakte, klimatechnische Katastrophe, unfreundlich für Fans. Dann kam Corona – und die ganze Diskussion samt des Turniers mussten auf 2021 verschoben werden.

Also keine Europameisterschaft? Von wegen. Seit dem Eröffnungsmatch am Freitag gilt: Und sie spielen doch. Getreu dem Motto: Dann machen wir uns eben unsere eigene EM. Auf Initiative unsere Zeitung findet in Kassel die Tischfußball-Europameisterschaft 2020 statt. Mit 24 Ländern. Mit Startern, die ihre Nation vertreten, oder eine enge Verbindung zu der Nation haben, die sie vertreten. Und an einem einzigen Spielort, der anders als beim großen Vorbild dafür sorgt, dass keine endlosen Reise-Kilometer zusammenkommen: dem sechsten Stock des HNA-Verlagsgebäudes an der Frankfurter Straße in Kassel.

Dort steht der Kicker-Tisch, der eigens für das Turnier angeschafft wurde. Mit Spielern in den traditionellen Trikotfarben der deutschen Nationalmannschaft – Schwarz und Weiß. Und mit Trennscheibe zwischen den Gegnern. Denn klar, auf Corona-Regeln muss geachtet werden. Gespielt wird deshalb auch im Einzel, statt im Doppel, was das Spiel hektischer macht, schwerer zu beherrschen – aber eben auch auf ein direktes Duell reduziert. Auge in Auge sozusagen.

Das hochkarätig besetzte Teilnehmerfeld garantiert Spannung vom ersten Spieltag an. Prominente Sportler wie Kassels Fußballgott Thorsten Bauer für Deutschland, der frühere Handball-Nationalspieler Michael Koppeinigg für Österreich oder der einstige DFB-Pokalsieger Wayne Thomas für Wales treffen dabei auf starke Konkurrenz. Einige Teilnehmer wurden vom Veranstalter direkt berufen, andere konnten sich bewerben. Einzige Voraussetzung: Sie mussten begründen, warum sie für welches Land antreten können. Dabei kam ein Ideenreichtum zurück, der am Kickertisch größte Kreativität erwarten lässt. Es gab sogar Bewerber, die sich für nahezu jedes Teilnehmerland anboten – und jedes einzelne Land begründeten. Das klang dann zum Beispiel so: „ Frankreich - la vie douce. Ich spreche leider kein Französisch. Bin fast einmal im Atlantik untergegangen, seitdem hege ich große Sympathien für das französische Festland.“

Gespielt wird das Turnier bis zum Tag des Finales am 12. Juli. Es hält sich in Gruppen-Einteilungen und Paarungen an den Spielplan der großen Europameisterschaft. Ausgelost haben wir die Teilnehmer-Länder Island, Irland Israel und Kosovo, die sich über die Playoffs noch hätten qualifizieren können.

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