Tolle Tore und Frankfurter Wahnsinn - Schnellcheck zur Bundesliga

Doppelpack innerhalb von nur wenigen Sekunden: Frankfurts Alex Meier krönte das Spiel zwischen der Eintracht und Berlin, das 4:4 endete. Fotos: dpa /afp

Fünf Spiele fanden in der Fußball-Bundesliga am Mittwochabend statt. Es fielen reichlich Tore. Der Schnellcheck von Frank Ziemke und Florian Hagemann.

Was ist vom Fußballabend am Mittwoch zu halten?

Viel - und viel mehr als vom doch eher langweiligen ersten Teil des Spielstages am Dienstag. Am Mittwoch leistete sich die Liga den Luxus eines echten Spitzenspiels, bei dem mit Dortmund ein Abstiegskandidat mitwirkte. Das 2:2 nach klasse 90 Minuten war für die Borussia aber zu wenig. Von Wende kann so nur Schalke sprechen: Erstmals in dieser Saison drehten die Königsblauen ein Spiel. Nach 0:1 gewannen sie in Paderborn. Gladbach glänzte beim 4:1 gegen Bremen. Und dann war da noch der Wahnsinn von Frankfurt: 4:4. Die Eintracht ist längst das neue Hoffenheim, was das Spektakel angeht. Torverhältnis: 33:33.

Wie verlief eigentlich das Jubiläum von Timo Hildebrand?

Nun ja. Zunächst nicht sooo gut. Der Torwart von Eintracht Frankfurt absolvierte gegen Hertha BSC sein 300. Bundesligaspiel. Zur Feier des Tages schenkten die Berliner Hildebrand ein Tor nach dem anderen ein. Schon nach 37 Minuten stand es 0:3 aus Frankfurter Sicht. Erstmals richtig auszeichnen konnte sich der Jubilar erst in der 60. Minute. Immerhin: Am Ende durfte sich auch Hildebrand über ein 4:4 freuen. Hat man ja auch nicht alle Tage.

Wer waren die Torschützen des Abends?

Tore gab es reichlich: 21 in fünf Begegnungen. Spieler mit Doppelnamen schienen aber zunächst leicht im Vorteil zu sein. In Frankfurt trugen sich gleich zwei Akteure mit Lang-Namen in die Torschützenliste ein. Erst traf John Anthony Brooks, kurz danach Änis Ben-Hatira. In Dortmund hatte sich Pierre-Emerick Aubameyang da längst nicht lumpen lassen: das 1:0 in der 8. Minute. Ein Schalker setzte dann aber noch einen drauf. Den 1:1-Ausgleich in Paderborn machte - na wer wohl? Eric Maxim Choupo-Moting! Nur Frankfurts Alex Meier machte es umgekehrt: Mit einem Allerweltsnamen traf er nicht einmal, sondern doppelt - innerhalb von Sekunden.

Gab es auch wieder ein Phantomtor?

Es gab Eigentore, tolle Freistoßtore, glückliche Tore, aber eines gab es nicht: ein Phantomtor. Dabei traf Hoffenheim auf Leverkusen mit Stefan Kießling. Der machte beim letzten Treffen beider Teams in Sinsheim jenes historische Tor durch das Außennetz, das gar keines war. Diesmal verlief alles in geordneten Bahnen. Nur Kießling, der wurde ausgepfiffen. Getroffen hat er trotzdem - ganz ohne die Hilfe eines Netzfehlers.

Und wie war das mit den Eigentoren?

Ein wenig wie am Freitag, den 13., zumindest für drei Spieler. Und das in kürzester Zeit. 31. Minute in Paderborn: Schalkes Kaan Ayhan grätscht den Ball bei einem Rettungsversuch ins eigene Netz - Eigentor. 38. Minute in Gladbach: Bremens Luca Caldirola fälscht den Schuss von Oscar Wendt unglücklich ab - Eigentor. Und dazwischen: 32. Minute in Frankfurt: Der Kopfball von Ben-Hatira springt vom Innenpfosten an den Rücken von Frankfurts Bastian Oczipka. Weil der Ball offenbar schon hinter der Linie war, aber kein - Eigentor.

Wer war für das Kunststück des Abends zuständig?

Paderborns Rafa Lopez. Der Spanier glänzte gegen Schalke mit einem artistischen Seitfallrücksonstwaszieher - traf aber nur den Pfosten. Womöglich war sein Name einfach zu kurz. Auch ein Kunststück: Bremens Luca Caldirola sah in Gladbach innerhalb von drei Minuten erst Gelb, dann Gelb-Rot.

Wie lautete der schönste Satz der TV-Übertragung?

Ach, es gab schon mehrere schöne Sätze in der Konferenz des Bezahlsenders Sky. Tom Bayer erklärte beim Spiel Dortmund gegen Wolfsburg etwa: „Ich sage Ihnen das jetzt verbal.“ Deshalb schreiben wir nun auch schriftlich, was Jonas Friedrich, Kommentator der Partie Frankfurt gegen Berlin, verbal sagte: „Tore verändern Spiele.“ Wie recht er hat. Wir schweigen jetzt - und lassen Taten sprechen. Oder so ähnlich.

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