Holländer wollen zum Finale kommen

Top 5 der Vorrunde der Tischfußball-EM: Golf, Gesänge und ein Geburtstag

+
Unterstützung II: Renata Müller feuerte England an. 

Kassel – Die Vorrunde der Tischfußball-EM unserer Zeitung ist abgeschlossen, ab morgen beginnt die K.o-Runde.

Nun gibt es keine Ausreden mehr. Wir blicken vorab aber noch einmal auf Momente und Geschichten der vergangenen zwei Wochen. Die Top 5 der Vorrunde:

1. Dem Sport fremdgegangen: Eigentlich wird bei dieser EM ja Tischfußball gespielt. Aber Fußballer und Golf – das hat ja auch schon immer ganz gut zusammengepasst. Am Kicker ließen Iljo Duketis, Professor Jochen Reiss und Wolfgang Wieditz Golflehrer Andrew Winstanley aus England keine Chance. Eingeladen wurden sie anschließend von ihm dennoch. Und zwar zu einem Schnupperkurs auf der Anlage des Golf Clubs Kassel-Wilhelmshöhe. Das Fazit: Alle sagten zu und hatten gemeinsam richtig Spaß. Und genau das soll so eine EM ja auch sein – ein bisschen Völkerverständigung. Ziel erreicht.

2. Der Heimat fremdgegangen I: Für die Niederlande ist Michael Lattemann aus Baunatal am Start. Der Sozialarbeiter hat selbst früher gekickt und war langjähriger Dauerkarteninhaber bei den Kassel Huskies. Im Achtelfinale wartet nun Spanien mit Adrian Bravo Sanchez vom KSV Hessen Kassel. Doch die spannendere Nachricht ist eine andere: Sollte es Lattemann ins EM-Finale schaffen, reisen seine Verwandten Ellie und Jan direkt aus den Niederlanden an, um Oranje vor Ort zu unterstützen. „Wir schicken immer Trikots hin und her, wenn Deutschland gegen Holland spielt. Natürlich besuchen wir uns auch regelmäßig. Über Unterstützung in einem Endspiel würde ich mich unglaublich freuen“, sagt Lattemann.

3. Der Heimat fremdgegangen II: Renata Müller stammt eigentlich aus Polen. Und Polen ist bei dieser EM ja auch am Start – sogar ziemlich erfolgreich bislang. Doch ihr Herz schlägt für England. Und das sogar wortwörtlich. Obwohl eigentlich keine Zuschauer erlaubt waren, schlich sich Müller dennoch mit in die Arena, um ihren Partner Andrew Winstanley anzufeuern – der eben Engländer ist. Ein bisschen Unterstützung konnte aber auch nicht schaden. Für Winstanley war das Turnier nach drei Niederlagen schnell beendet. Als Fan mit Leidenschaft ließ Müller anschließend Autoschlüssel und Handy im Stadion liegen. Hoffentlich nicht, weil sie sich schon auf die Standpauke vorbereitet hat. Während der Spiele bewies sie jedenfalls Stimmgewalt – da waren es aber noch Fangesänge.

4. Der Familie fremdgehen: Muss gewissermaßen Mario Appel, der für Schweden an den Start geht. Denn er feiert ausgerechnet an dem Tag seinen 49. Geburtstag, an dem sein Achtelfinale ausgetragen wird. Und so zeigt er besonderen Einsatz: Die eine Hälfte der Gästeschar empfängt er vor dem Achtelfinale, die andere Hälfte danach. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja sogar noch was zu feiern. Denn Appel kann befreit aufspielen. „Für das Turnier habe ich mein Ziel bereits erreicht, nicht sang- und klanglos abgewatscht zu werden, sondern die Gruppenphase zu überstehen.“ Er sagt aber auch: „Bei Betrachtung des Teilnehmerfeldes bin ich Realist. Selbstverständlich werde ich mich nicht kampflos ergeben, sondern kämpfen.“

5. Und die besten Sprüche: Fast jede Gruppe hatte einen Teilnehmer, der für Stimmung sorgte. Eine Auswahl der besten Sprüche:

„Die müssen mal den Rasen mähen.“ (Wayne Thomas, nachdem der Ball mehrmals unerreichbar für einen Spieler liegen geblieben war)

„Ich hätte vielleicht vorher zwei Bier trinken sollen.“ (Thomas, nachdem er das dritte Spiel verloren hatte)

„Willst du mit Wind oder gegen die Sonne spielen?“ (Iljo Duketis zu Andrew Winstanley bei der Seitenwahl)

„Die Ballgröße müsste dir eigentlich liegen.“ (Renata Müller zu Freund Winstanley, der Golflehrer ist)

„Ich habe genug Tore geschossen. Aber es waren alles Eigentore.“ (Winstanley)

„Ich bin kein Profi, da fehlt das Harz am Griff.“(Iljo Duketis, Handball-Lehrer)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.