Bundesliga

Das Ende der Feuerwehrmänner im Fußball-Abstiegskampf

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Er kam öfter, um Teams vor dem Abstieg zu retten: Hans Meyer. 

Sie heißen Hans Meyer, Felix Magath und Huub Stevens. Sie kamen dann, wenn es brannte. Und sie kamen, um zu löschen. Den Abstiegsbrand. Oft ging das gut.

Sie waren erfahren. Sie wussten, was in kritischen Situationen zu tun ist. Wie sie einer Mannschaft in kurzer Zeit wieder Selbstvertrauen einflößen. Oft gingen sie dann und suchten sich eine neue Aufgabe.

Doch mittlerweile sind die Feuerwehrtrainer in der Fußball-Bundesliga aus der Mode gekommen. Abstiegsbedrohte Teams setzen auf andere, auf jüngere Lösungen. Die Trainer-Trends im Abstiegskampf - und was ihre Vorgänger heute machen:

  • Die Lösung aus der zweiten Reihe: Ein Trend der Bundesligisten ist es mittlerweile, zunächst den Coach der zweiten Mannschaft zu befördern. Das passiert vor allem, wenn kein geeigneter Trainer auf dem Markt ist oder die Wunschkandidaten absagen. Dieser Weg schränkt das Risiko ein. Die Übergangslösungen bekommen zunächst keinen langfristigen Vertrag. Wenn es klappt, dürfen sie bleiben. Wenn nicht, dann ist schnell wieder Schluss für sie.

Gemacht haben das in dieser Saison schon Werder Bremen und der 1. FC Köln. Werder setzte für Alexander Nouri (38) den Coach der zweiten Mannschaft, Florian Kohfeldt (35), ein. Nouri selbst ging im Jahr davor ebenfalls diesen Weg. Als Trainer der Reserve wurde er nach der Entlassung von Viktor Skripnik befördert.

In Köln tat man sich mit der Entlassung von Liebling Peter Stöger (51) schwer. Auch in der Domstadt sollte A-Jugend-Trainer Stefan Ruthenbeck (45) eigentlich nur kurzfristig übernehmen. Weil er aber Siege einfuhr, erhielt er einen Vertrag bis zum Sommer - und soll mit dem Effzeh nun das Wunder des Klassenerhalts schaffen.

Huub Stevens
  • Die Lösung aus der Vergangenheit: Eine weitere Variante: einen Trainer zu verpflichten, der einen Bezug zum Verein hat. Die regionale Lösung sozusagen. So haben es zuletzt der Hamburger SV und der VfB Stuttgart gemacht. Der HSV holte für Markus Gisdol (48) zwar keinen geborenen Hamburger, dafür einen, der lange selbst bei den Norddeutschen spielte: Bernd Hollerbach (48).

Dass Hollerbach derzeit noch einen Vertrag als Berater bei seinem Ex-Verein Würzburger Kickers hat, ist dabei eine Randnotiz, die zum krisengebeutelten HSV passt. Würzburg forderte nun öffentlich eine Ablöse.

In Stuttgart war Tayfun Korkut (43) zwar sicherlich nicht die erste Wahl für den entlassenen Hannes Wolf (36). Weil Wunschkandidaten wie Thomas Tuchel oder Markus Weinzierl aber nicht verfügbar sind, kam der gebürtige Stuttgarter als Retter zu den Schwaben.

  • Die Notlösung: Auch wenn gerade nicht der optimale Trainer vorhanden ist, greifen die Bundesligisten mittlerweile lieber zu einer Notlösung als zu den altbewährten Feuerwehrmännern. So geschehen beim VfL Wolfsburg, wo Martin Schmidt (50) Andries Jonker (55) beerbte.
Felix Magath


  • Und was machen die Feuerwehrmänner? Hans Meyer (75) hat seit 2009 keinen Trainerjob mehr angenommen und ist Präsidiumsmitglied bei Borussia Mönchengladbach. Felix Magath (64) ist nach seinem Engagement in China bei Shandong Luneng derzeit vereinslos. Das denkt er über junge Trainer. Und auch Huub Stevens (64) ist seit vergangenem Sommer ohne Aufgabe. Einen Feuerwehrmann gibt es aber doch noch. Schließlich kam der erfahrene Jupp Heynckes (72) zu den Bayern, als es gerade nicht lief.

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