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Philipp Hofmann streikt beim KSC: Trainer, ich fühl’ mich heute nicht so

Philipp Hofmann (Mitte).
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Keinen Bock auf zweite Liga: Philipp Hofmann (Mitte) vom Karlsruher SC würde lieber zu Union Berlin wechseln, darf er aber nicht.

Es gibt diese Fußballer, bei denen die Beschreibung „Lebensversicherung“ nicht zu hoch gegriffen ist. Philipp Hofmann ist so ein Beispiel.

Kassel – Der 27 Jahre alte Stürmer steht beim Zweitligisten Karlsruher SC unter Vertrag. In der vergangenen Saison erzielte Hofmann, der in Arnsberg in Nordrhein-Westfalen geboren wurde, in 33 Partien 17 Treffer für den KSC. Hofmann war maßgeblich daran beteiligt, dass das Team aus Baden-Württemberg in einem Herzschlagfinale die Klasse direkt hielt, der 1. FC Nürnberg in die Relegation musste.

Denn Hofmann gelangen an den letzten beiden Spieltagen vier Treffer, davon drei beim 3:3 gegen Bielefeld – nach 0:3-Rückstand – sowie das entscheidende 2:1 gegen Fürth am letzten Spieltag. Punktgleich mit dem Club, aber zwei Tore besser: So gab es die Abschlusstabelle wieder. Zum Auftakt der neuen Saison verloren die Karlsruher nun 0:2 in Hannover. Ihre Lebensversicherung war fit und mit nach Niedersachsen gereist – saß aber 90 Minuten lang auf der Bank.

Nun könnte man Trainer Christian Eichner fragen, was er sich dabei gedacht hat? Doch wenn es nach ihm gegangen wäre, dann hätte er Hofmann sicher auch lieber aufgestellt. Sein bester Angreifer teilte ihm allerdings am Morgen mit, dass er sich nicht imstande sehe zu spielen. Der Hintergrund: Nach dem Abgang von Union Berlins Mittelstürmer Sebastian Andersson nach Köln ist der Erstligist auf der Suche nach einem neuen starken Mann im Angriffszentrum auf Hofmann aufmerksam geworden. KSC-Sportdirektor Oliver Kreutzer sagte nach der Niederlage gegen 96 bei Sky, die Offerte der Berliner sei nicht lukrativ genug. Einen Tag später schob er nach, dass das Thema durch sei, die beiden Klubs hinsichtlich der Ablöse zu weit auseinander liegen würden.

Hofmann ist nicht der erste wechselwillige Spieler in der jüngeren Vergangenheit, der sich durch Unlust oder andere Dinge zu einem neuen Verein zu streiken versucht. Weitere Beispiele:

Die Dortmunder Stürmer: Wahrscheinlich der prominenteste deutsche Fall der vergangenen Jahre ist der von Ousmane Dembélé. 2016 kam der Franzose für 15 Millionen Euro aus Rennes zu Borussia Dortmund. Als der FC Barcelona ein Jahr später Interesse zeigte, kam Dembélé nicht mehr zum Training. Schließlich durfte er gehen – für eine Sockelablöse von 105 Millionen Euro. Auch in Spanien kam der talentierte Außenspieler aber nie richtig in Gang, wird immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen. Sein Lebenswandel soll noch nie der beste gewesen sein.

Nur ein halbes Jahr später gab es in Dortmund bereits den nächsten Streitfall. Auch Pierre-Emerick Aubameyang wollte im Winter weg, schwänzte Teamsitzungen und kickte während eines BVB-Spiels – er war suspendiert worden – mit Freunden in der Soccerhalle. Der Gabuner hatte ebenfalls Erfolg und wechselte schließlich für mehr als 60 Millionen Euro zum FC Arsenal.

Die Augsburger Unlust: Im vergangenen Jahr sorgte der Österreicher Martin Hinteregger in Augsburg für Ärger. Nachdem er zunächst per Leihe nach Frankfurt durfte, musste er wieder zurück. Die Vereine feilschten um die Ablöse. Der Verteidiger machte aber deutlich, dass er zu den Hessen möchte. In der Zusammenfassung: Er kritisierte den damaligen Augsburger Trainer Manuel Baum („Ich kann und will nichts Positives über ihn sagen.“). Er verpasste den Termin des Mannschaftsfotos, kam mit einem Frankfurt-Rucksack zum Training des FCA und torkelte schließlich betrunken über ein Dorffest. Die Folge: Er durfte zur Eintracht.

Sein Augsburger Mitspieler Michael Gregoritsch nahm sich ein halbes Jahr später ein Beispiel und sorgte durch deutliche Aussagen gegen den Verein für eine Leihe zum FC Schalke. Mittlerweile ist er zurück – und sicher ganz froh darüber. (Maximilian Bülau)

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