Blaue Pullis, zig Erfolge und kultige Sprüche

Udo Lattek wird 80 - A bis Z zur Trainerlegende

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Udo Lattek

Kassel. Eine Legende des deutschen Fußballs wird am heutigen Freitag 80 Jahre alt: Udo Lattek. Seinen Geburtstag feiert der ehemalige Trainer in einem Kölner Pflegeheim.

Nach einer Gehirnoperation wegen eines gutartigen Tumors und zwei Schlaganfällen leidet er heute an Parkinson, einhergehend mit schleichender Altersdemenz. Wir widmen ihm ein A bis Z:

Udo Lattek ist tot. Die Trainer-Legende des FC Bayern München starb am Wochenende 31. Januar/1. Februar 2015 im Alter von 80 Jahren nur wenige Tage nach ihrem Geburtstag

A wie Atletico: Fußballverein in Madrid, Gegner des FC Bayern im Finale des Landesmeister-Wettbewerbs 1974, den die Münchner gewannen. Es war der erste Erfolg von Trainer Udo Lattek im † Europapokal.

B wie Blau: Farbe, die ein Strickpullover hatte, der 1987 zu einem Medienereignis wurde. Lattek arbeitete als Sportdirektor beim 1. FC Köln. Am ersten Spieltag trug Lattek diesen Pulli und wurde gefragt, ob er ein Glücksbringer sei. Er antwortete: „Den ziehe ich erst wieder aus, wenn wir verlieren.“ Das dauerte 15 Wochen.

C wie Chefkritiker: Jemand, der anderen den Spiegel vorhält - das tat Lattek. Als Kolumnist für „Die Welt“, den „kicker“ und als Experte in der Sendung † Doppelpass äußerte er scharfzüngig seine Meinung.

D wie Doppelpass:  Sendung bei Sport 1, in der Lattek 16 Jahre und 786 Folgen arbeitete.

E wie Europapokal: Wettbewerb für Vereinsmannschaften. Zu Latteks Trainerzeiten gab es drei Wettbewerbe - und er hat alle gewonnen: 1974 mit den Bayern den Landesmeister-Wettbewerb, 1979 mit † Gladbach den Uefa-Pokal und 1982 den Pokalsieger-Wettbewerb mit dem FC Barcelona.

F wie Frechen: Stadt im Rhein-Erft-Kreis - dort steht das Haus der Latteks.

G wie Gladbach: Eigentlich Mönchengladbach, Stadt am Niederrhein. Dort war Lattek von 1975 bis 1979 tätig.

H wie Hildegard: Nachname Lattek, die Frau an Udos Seite, verheiratet seit 1962.

I wie Intellekt:  Fähigkeit, etwas zu erfassen. Darauf legte Lattek bei seinen Spielern wert.

J wie Junkersdorf: In diesem Kölner Stadtteil befindet sich die Deutsche Sporthochschule. Dort machte Lattek unter Hennes Weisweiler seine Ausbildung zum Fußballlehrer.

K wie Kult-Status:  Erwarb sich Lattek als Kolumnist, † Chefkritiker und Experte. Folgender Lattek-Spruch wurde sogar prämiert: „Im Kölner Stadion ist immer so eine super Stimmung, da stört eigentlich nur die Mannschaft.“

L wie Litfasssäule: Zu seiner Schalker Zeit erinnerte Lattek ein klein wenig daran angesichts der bunten Logos auf seinem Trainingsanzug.

M wie Maradona: Vorname Diego, ehemaliges Fußball-Genie, das sich mit Lattek beim FC Barcelona dermaßen zoffte, dass der Trainer gehen musste.

N wie Nordhessen: Hier spielte Lattek mit dem FC Bayern im DFB-Pokal gegen den KSV Hessen. Im Auestadion siegte der Favorit im August 1983 mit 3:0.

O wie Ostpreußen: Im heutigen Polen in der Stadt Bosemb hat Lattek im Jahr 1935 das Licht der Welt erblickt. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Familie aus ihrer Heimat vertrieben und ließ sich im Rheinland nieder.

P wie Parkinson: Im Oktober 2013 erklärte † Hildegard Lattek, dass ihr Mann an dieser Nervenkrankheit leide.

Q wie Qual: Unter seelischen Qualen litt Lattek Anfang der 80er-Jahre, als sein Sohn Dirk im Alter von 15 Jahren an Leukämie starb. Die Latteks haben zwei Töchter, die heute 51 und 32 Jahre alt sind.

R wie Rollstuhl: Hilfsmittel, auf das Lattek angewiesen ist.

S wie Schön, Helmut: Ehemaliger Bundestrainer. Über den Job als Assistent von Helmut Schön (1965 bis 70) schaffte Lattek den Sprung in die Liga.

T wie Titel: Davon gewann Lattek 14 und ist damit Deutschlands erfolgreichster Vereinstrainer. Achtmal Deutscher Meister (sechsmal mit München, zweimal mit † Gladbach), dreimal Sieger im DFB-Pokal mit dem FC Bayern plus drei Erfolge im † Europapokal.

U wie Unterricht: Gab Lattek am Engelbert-von-Berg-Gymnasium im oberbergischen † Wipperfürth - in den Fächern Mathematik und Physik.

V wie Vereine: Außer seiner Assistenzzeit unter † Schön trainierte Lattek nur Vereine. Im Profibereich waren das: Bayern (1970 - 1975, 83 - 87), Mönchengladbach (1975 - 79), Dortmund (1979 - 81, 2000), FC Barcelona (1981 - 83), Köln (1991), Schalke (1992 - 93)

W wie Wipperfürth:  Stadt im Regierungsbezirk Köln, etwa 21 400 Einwohner. Beim VfR übernahm Lattek 1965 erstmals ein Traineramt.

Z wie Zebec, Branco: Trainer des FC Bayern, dessen Nachfolge Lattek 1970 antrat. Und das kam so: Weil die Spieler Probleme mit Zebec hatten, warb Franz Beckenbauer im Auftrag des Bayern-Präsidiums um den noch völlig unerfahrenen Coach. Lattek, damals 35 Jahre alt, unterschrieb - und seine unglaubliche Erfolgsgeschichte begann. Oder wie es Lattek vor fünf Jahren zu seinem 75. Geburtstag beschrieb: „Damit begann die ganze Scheiße.“

Von Robin Lipke

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