Bundesligist feiert Geburtstag 

Turnverein, Turek und die Theke: Fortuna Düsseldorf wird 125 Jahre alt 

+
Am 28. April 2018: Der damalige Fortuna-Trainer Friedheim Funkel bejubelt mit den Fans den Aufstieg in die Bundesliga. 

Kassel – Er hat es sich anders vorgestellt, aber einen Geburtstag kann man sich nun mal nicht aussuchen.

Heute wird Fußball-Bundesligist Fortuna Düsseldorf 125 Jahre alt – und darf wegen der Corona-Pandemie nicht richtig feiern. Wir haben 12,5 Dinge zu Düsseldorf zusammengestellt. 125 hätten wortwörtlich den Rahmen gesprengt.

1. Die Gründung: Am 5. Mai 1895 entstand der Turnverein Flingern. 1919 wurde dann mit dem Düsseldorfer Fußballklub Fortuna 1911 fusioniert, und es entstand der Düsseldorfer Turn- und Sportverein Fortuna 1895. Die Anlehnung an die römische Schicksals- und Glücksgöttin soll entstanden sein, weil die Gründer sich von einem vorbeifahrenden Pferdefuhrwerk einer Brotfabrik namens Fortuna inspirieren ließen.

2. Der Teufelskerl: 60 Jahre nach dem Wunder von Bern erhielt Toni Turek am 4. Juli 2014 ein Denkmal vor der Düsseldorfer Arena. Der Torwart und Weltmeister von 1954 spielte zwischen 1950 und 1956 für die Fortuna und gehört zur Legenden-Elf, die vor zehn Jahren per Online-Abstimmung gewählt wurde. Unvergessen sind Herbert Zimmermanns Worte während des WM-Finals: „Turek, du bist ein Teufelskerl! Turek, du bist ein Fußballgott!“

3. Die Punkrocker: Alle Mitglieder der Band „Die Toten Hosen“ sind Fortuna-Fans. 1980 half die Gruppe um Frontmann Campino dem Fußballklub mit 200 000 D-Mark aus, um den Kauf des Spielers Anthony Baffoe zu finanzieren. Auch von 2001 bis 2003 unterstützten sie den Verein, der die Band am 20. Oktober 2012 zu Ehrenmitgliedern ernannte.

4. Die Cup-Verteidigung: Fortuna Düsseldorf gehört zu den Mannschaften, die als DFB-Pokalsieger ihren Titel verteidigen konnten. 1979 gab es im Niedersachsenstadion von Hannover ein 1:0 nach Verlängerung gegen Hertha BSC, ein Jahr später wurde im Gelsenkirchener Parkstadion der große Rivale Köln mit 2:1 bezwungen.

5. Der Bayern-Schreck: Die bis heute höchste Auswärtsniederlage des Deutschen Rekordmeisters passierte wo? Genau, bei Fortuna Düsseldorf. Am 9. Dezember 1978 ging der FC Bayern mit 1:7 unter. Das 1:0 von Klaus Allofs glich Klaus Augenthaler noch aus, dann nahm der Torreigen seinen Lauf.

6. Die Insel-Daumendrücker: Mehr als 2000 Mitglieder zählt der Fortuna-Fanclub Mallorca. Er wurde 2013 gegründet – von Michael Bohrmann, der an der Bierstraße in Palma Chef des „Deutschen Ecks“ ist. Auch Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel ist Mitglied.

7. Die Fahrstuhlmannschaft: Auch das ist Fortuna Düsseldorf. Allerdings nehmen sie das in der Rheinstadt mit Humor. Auf Plakaten ist anlässlich des Geburtstages zu lesen: „Hoch, runter, hoch, runter, hoch, runter, runter, hoch, hoch, runter, runter, runter, hoch, hoch, hoch, runter, hoch sollen wir leben.“ Sympathisch.

8. Die Trainer: Übungsleiter hatte die Fortuna einige. Derzeit sitzt Uwe Rösler auf der Bank. Heinz Körner und Karl Flink kamen anfangs immer wieder mal zurück. Auch Jupp Derwall, Otto Rehhagel, Klaus Allofs, Horst Köppel und natürlich Peter Neururer waren mal im Amt. Vor allem Friedhelm Funkel prägte aber die jüngere Vergangenheit mit dem Aufstieg 2018.

9. Die Meisterschaft: Wurde in Düsseldorf nur einmal gefeiert. Das war im Jahr 1933 – also weit vor der Gründung der Bundesliga. Trainer damals war Heinz Körner.

10. Der besondere Moment: Bei der Fortuna schwärmen sie immer noch vom Europapokal der Pokalsieger 1979. Bis ins Endspiel kamen die Düsseldorfer – und unterlagen erst da dem großen FC Barcelona nach Verlängerung 3:4.

11. Das Bier: In Düsseldorf trinkt man Alt, eine dunkle, obergärige Biersorte. Warum Alt? Ganz einfach: Es wird nach alter, traditioneller Brauart gebraut. Neben Pils wird in der Merkur Spiel-Arena natürlich auch Altbier ausgeschenkt.

12. Die Theke: Vom Altbier in die Altstadt. Die wird auch „die längste Theke der Welt“ genannt. Das dort geplante Fanfest zum Geburtstag fällt wegen Corona aus. Sonst hätten aber alle Platz gefunden.

12,5. Der Abschied: Noch einmal zurück zu Funkel und ins Jahr 2019. Da wurde im Januar verkündet, dass der Trainer die Fortuna zum Ende der Saison verlassen muss. Die Fans waren entrüstet, Funkel blieb schließlich doch – um ein Jahr später entlassen zu werden und seine Karriere zu beenden. 2019 war es aber nur ein halber Abschied. 12,5 Dinge eben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.