TV-Kritik zur Pokalauslosung: Der Mief war gestern

Die Auslosung zur ersten Hauptrunde im DFB-Pokal kam spät am Mittwoch, aber sie war äußerst unterhaltsam. Eine TV-Kritik von Florian Hagemann

Es gab Zeiten, da glichen Pokalauslosungen im Fernsehen einer behördlichen Veranstaltung: Es gab einen Moderator, es gab einen, der die Lose zog, es gab Walter Baresel, der die Ziehung leitete, und es gab Horst Schmidt, den Geschäftsführer des Deutschen Fußball-Bundes. Die Veranstaltungen verrieten viel über die Miefigkeit der Zeit. Die Pokalauslosung war bloß ein Verwaltungsakt.

Heute ist sie mehr. Heute ist sie ein Ereignis. Auch das sagt viel aus: über den Stellenwert des Fußballs und über die Wandlung des Fußballs von einer reinen Sportveranstaltung hin zur großen Show. Die wird manchmal übertrieben, manchmal aber bringt sie einfach nur Spaß – wie am Mittwochabend, als im Sportschau-Club der ARD die Paarungen der ersten Hauptrunde im DFB-Pokal ermittelt wurden.Das Erste präsentierte die Veranstaltung so, wie es besser nicht geht: mit einer Portion Humor, einer Portion Lockerheit und einer großen Portion Sympathie für die Kleinen. Die Vertreter der Amateurklubs saßen auf der Haupttribüne des Stadions in Reutlingen, immer wieder wurden sie von Moderator Alexander Bommes sowie den Interviewern Arnd Zeigler und Jessy Wellmer einbezogen, Losfee Andrea Petkovic gefiel zudem durch ihre gewitzten und intelligenten Anmerkungen.

Das hatte nichts von der Langeweile der 80er, das hatte nichts von übertriebenem Glamour, der mitunter von Auslosungen vor einer WM ausstrahlt. Das war genau richtig und angemessen. Das war „11 Freunde“ im Fernsehen.

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