DFB-Junioren

U21-Coach: Einige Europameister haben Chancen auf die WM

+
Stefan Kuntz ist der Trainer des U21-Teams. Foto: Jan Woitas

In der freien Zeit rund um den Jahreswechsel kann U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz auf sein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Mit seiner neu formierten Elf will der Coach 2018 die EM-Qualifikation schaffen.

Berlin (dpa) - Das erfolgreichste Jahr seiner Trainerkarriere endet für Stefan Kuntz mit etwas Zeit zum Durchatmen. Im Silvester-Urlaub auf Mallorca kann der U21-Nationaltrainer entspannen und auf den EM-Triumph von Krakau zurückblicken.

Im Interview der Deutschen Presse-Agentur spricht er darüber, was er seinen Europameistern für 2018 wünscht, welche EM-Momente ihm besonders in Erinnerung geblieben sind und wie er die Zukunft der neuen U21-Nationalelf sieht.

Nehmen Sie sich am Jahresende noch einmal Zeit, gemeinsam mit Ihren U21-Europameistern auf das erfolgreiche Jahr zurückzublicken?

Stefan Kuntz: Der EM-Erfolg ist generell immer noch sehr präsent. Ich habe noch Kontakt zu den Jungs, und der Titel wird dabei immer mal wieder erwähnt. Die Europameister haben zu Weihnachten ein Fotobuch und einen Film über die EM als Erinnerung zugeschickt bekommen, da war ich natürlich in die Vorbereitung eingebunden. Ich wünsche ihnen, dass sie sich zum Jahresende noch einmal Zeit nehmen, um zurückzuschauen, was sie erreicht haben. Das kann ihnen niemand mehr nehmen. Ich hoffe, dass sie sehen, was wir uns selbst mit einem guten Teamspirit, Zusammenhalt und dem Umfeld geschaffen haben und wie viel sie selber dazu beigetragen haben.

Wie wichtig ist der Erfolg für die Vita dieser Profis?

Kuntz: Einige dieser Spieler haben jetzt schon zwei oder drei Endspiele erlebt. Gerade in der Nationalmannschaft ist es sicherlich von Vorteil, wenn man schon ein solches Turnier gespielt hat, wenn man Erfolg und Misserfolg erlebt hat. Einige der U21-Europameister haben Chancen auf die WM 2018.

Welche Momente vom EM-Triumph bleiben besonders in Erinnerung?

Kuntz: Der Moment, als ich nach dem Sieg im Finale mit Rotwein und Zigarre vor dem Hotel stand und die Spieler nach und nach vom Feiern zurückkamen, das war schon sehr besonders. Als die Last abgefallen war und allen die Freude und Glückseligkeit über den Titelgewinn ins Gesicht geschrieben stand, waren das sehr emotionale und schöne Momente.

Wo sehen Sie die Stärken und Schwächen Ihrer aktuellen Mannschaft, kann man sie unabhängig vom Entwicklungsstand mit der Europameister-Mannschaft vergleichen?

Kuntz: Mir fehlt natürlich das Wissen, auf welchem Level meine Europameister-Mannschaft zwei Jahre vor der EM war. Dazu kommen Einflussfaktoren, die nicht in meiner Hand liegen: zum Beispiel, wie viel Spielpraxis bekommen die Spieler, wie entwickeln sie sich? Das ist natürlich spannend zu beobachten. Und auch fußballerisch sind wir noch auf einer Entdeckungsreise. Die sechs Jungs, die bei der EM dabei waren, bilden aktuell das Korsett der Mannschaft. Wir überlegen, wer noch in Frage als Führungsspieler kommt. Auf einigen Positionen haben wir noch Entwicklungspotenzial. Es sind viele neue Jungs dabei, die wir beobachten.

Wie sehen Sie die Chancen in der EM-Qualifikation, ist die 1:3-Niederlage gegen Norwegen da ein großer Rückschlag gewesen?

Kuntz: Gegen Norwegen waren vier Führungsspieler nicht mit dabei, das können wir noch nicht so einfach kompensieren. Aber ich sehe eine stetige Entwicklung bei der Mannschaft, wir sind auf einem guten Weg. Niederlagen gehören mit dazu. Ich nutze die Zeit jetzt auch noch, um einfach mal den einen oder anderen Spieler kennenzulernen und noch etwas mehr zu wechseln. Das kann man jetzt eher machen als zum Ende der Qualifikation, wo es enger werden kann.

Ist die Titelverteidigung das große Ziel?

Kuntz: Die Qualifikation für die EM ist definitiv unser größtes Ziel. Aber Fußball ist so ein schnelllebiges Geschäft, da denke ich noch nicht an die Titelverteidigung oder an die Gegner im Herbst. Ich achte mehr auf uns. Ich finde es auch nicht gerechtfertigt, uns als Titelverteidiger zu bezeichnen, weil es einfach eine ganz andere, neue Mannschaft ist.

ZUR PERSON: Der gebürtige Saarländer Stefan Kuntz (55) ist seit August 2016 U21-Nationaltrainer. Zuvor war er acht Jahre lang Vorstandsvorsitzender des 1. FC Kaiserslautern. Als Profi wurde Kuntz unter anderem Europameister, Deutscher Meister und DFB-Pokalsieger.

Termine U21

Übersicht EM-Qualifikation U21

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.