Menschenrechte sind Nebensache

Umstrittene Trainingslager von Bayern München und Borussia Dortmund

So war es 2011: Arjen Robben gibt in Doha einem Zuschauer ein Autogramm. Foto: dpa

Dass einige Bundesligisten ihre Wintertrainingslager in wärmeren Gebieten aufschlagen, hat Tradition. Dabei aber lassen manche Klubs die nötige politische Sensibilität vermissen.

Ein Überblick:

KATAR 

Eine erneute Debatte um die politische Bedeutung des Wintertrainingslagers in Katar will Karl-Heinz Rummenigge diesmal im Keim ersticken. „Niemand sollte Dinge vermischen, die nicht zusammengehören“, forderte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern. Doch auch dem Bayern-Boss dürfte bewusst sein, dass sich der Bundesligaprimus erneut den Vorwurf gefallen lassen muss, durch sein Gastspiel in Katar ein klares Statement für Menschenrechte vermissen zu lassen. Im Vorjahr war besonders nach der Reise zu einem Testspiel in Saudi-Arabien Kritik aus der Politik und aus den Reihen der eigenen Fans laut geworden.

VEREINIGTE ARABISCHE EMIRATE 

Auch beim Ligazweiten Borussia Dortmund, der sein Lager in diesem Jahr in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) aufschlägt, war man sich der Brisanz der eigenen Entscheidung vor diesem Hintergrund offenbar bewusst. Der BVB verteidigte sich deshalb schon einmal präventiv: Man habe einige lukrative Testspiel-Angebote abgelehnt, weil in den jeweiligen Ländern „die Menschenrechts-Situation nicht mit den Maßstäben von Borussia Dortmund in Einklang zu bringen sei“, hieß es in einer Pressemitteilung. Genützt hat diese Strategie allerdings wenig, denn Kritik vom eigenen Anhang gab es dennoch.

Die Reise verrate „alle Werte, für die der BVB sonst einsteht“, urteilte etwa das Online-Fanmagazin „schwatzgelb.de“. Die Fans beriefen sich dabei unter anderem auf Menschenrechtsorganisationen, die Folter und Diskriminierung in den Vereinigten Arabischen Emiraten anprangern.

TÜRKEI 

Beliebtestes Reiseziel der Bundesligisten ist auch in diesem Winter die Türkei. Hertha BSC, Borussia Mönchengladbach, Werder Bremen, Hannover 96, der Hamburger SV und der VfB Stuttgart beziehen im Küstenort Belek Quartier. Zudem verschlägt es Aufsteiger Darmstadt 98 nach Antalya.

SÜDAFRIKA 

1899 Hoffenheim nimmt dagegen wie im Vorjahr den langen Flug nach Johannesburg in Kauf.

SPANIEN 

Mainz 05 und der FC Augsburg haben nach Andalusien zumindest auf dem Papier die kürzeste Anreise.

DEUTSCHLAND

Gleich ganz auf eine strapaziöse Reise verzichten der 1. FC Köln und der FC Ingolstadt. Beide Teams absolvieren ihre Rückrunden-Vorbereitung in heimischen Gefilden.

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