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Schnellcheck zum Europa-League-Abend: Und dann ist da noch Fußball

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Von: Maximilian Bülau

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Es freut sich der Falsche: Glasgows James Tavernier (links) dreht zum Jubeln ab, Dortmunds Thomas Meunier ist enttäuscht.
Es freut sich der Falsche: Glasgows James Tavernier (links) dreht zum Jubeln ab, Dortmunds Thomas Meunier ist enttäuscht. © Imago/Shutterstock

Die Fußball-Europa-League ist – anders als Dinge, die diesen dunklen europäischen Donnerstag bestimmten – ein fairer Wettbewerb.

Und irgendwie musste man nach den schlimmen Bildern des Tages aus der Ukraine am Abend für sich feststellen: Und dann ist da ja noch Fußball. Wer das nicht mehr im Kopf hatte – wir können es verstehen. Mit Borussia Dortmund und RB Leipzig wollten es zwei deutsche Teams ins Achtelfinale schaffen, das heute ab 12 Uhr ausgelost wird. Wer es geschafft hat? Der Schnellcheck weiß es.

Vorweg: Inwiefern bestimmte die Invasion Russlands in der Ukraine die sportlichen Ereignisse?

Am Abend sagte RTL-Kommentator Marco Hagemann kurz vor dem Anpfiff der Partie des BVB bei den Glasgow Rangers: „Ich hoffe, sie verstehen es, wenn wir hier nicht komplett aus dem Sattel gehen.“ Und er fügte an: „Die Zuschauer versuchen, die Ereignisse für 90, vielleicht für 120 Minuten auszublenden.“ Es reichten am Ende 90, um das Aus des BVB zu besiegeln. Ebenfalls vor dem Anpfiff gingen die 22 Akteure gesammelt aufs Knie, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Irgendwie stellt sich einem bei alledem die Frage: Warum läuft so viel in dieser Welt derzeit so unglaublich falsch? Dass es immer noch Rassismus gibt, dass im Jahr 2022 innerhalb Europas ein Angriffskrieg stattfindet. Lernen Menschen denn nie aus den ungeheuerlichen Fehlern der Vergangenheit?

Dortmund ist also raus. Macht es Leipzig besser?

Ja. Durch einen 3:1-Sieg in San Sebastian zog RB ins Achtelfinale ein.

Welche Rolle spielten Elfmeter an diesem Abend?

Eine große. Nachdem Leipzig in Spanien eine starke Anfangsphase hingelegt hatte, in der aber ein eigener Treffer fehlte, foulte Torhüter Mathew Ryan in der 38. Minute Christopher Nkunku. Den folgenden Strafstoß vergab André Silva zwar, doch der eingelaufene Willi Orban nutzte den Abpraller doch zur Leipziger Führung. In Hälfte zwei machte es Silva dann aus größerer Entfernung besser und legte das 2:0 nach. Aus dem Nichts kamen die Gastgeber zurück, Martin Zubimendi gelang der Anschlusstreffer (65.). Leipzig musste zittern. Ein zweiter Elfmeter, dieses Mal hatte Nkunku ein Handspiel von Aritz provoziert, sorgte dann für die Entscheidung. Forsberg verwandelte sicher (89.). In Glasgow foulte Julian Brandt in der 21. Minute Ryan Kent. James Tavernier nutzte den Foulelfmeter zum 1:0 für die Rangers. Die hatten ja auch das Hinspiel schon 4:2 gewonnen.

Der BVB also sang- und klanglos ausgeschieden?

Keineswegs. Es brach die Zeit von Jude Bellingham an. Erst sprang dem Engländer der Ball glücklich vor die Füße. Ganz ohne Glück verwandelte er frei vor dem Tor sicher zum 1:1 (31.). Dann leitete der 18-Jährige mit der Hacke auf Donyell Malen weiter, der aus kurzer Distanz zum 2:1 traf (42.). Spiel gedreht. Es ging hoch und runter.

Doch das Wunder von Glasgow blieb an diesem Abend aus. Erneut Tavernier erzielte das 2:2, nachdem Mats Hummels ein Luftloch geschlagen hatte (57.). Zehn Minuten später hatte Dortmund Glück, dass das 3:2 für Glasgow wegen eines Foulspiels nachträglich aberkannt wurde. Doch dem BVB fehlten zwei Tore – für eine Verlängerung. Es fiel keins mehr. Und damit steht fest: Für den BVB bleibt ab sofort nur noch die Bundesliga.

Wie war die Übertragung im TV?

Wir halten es mit Hagemann und gehen heute einmal nicht aus dem Sattel. Alles gut. Unsere Gedanken sind bei den Menschen in der Ukraine. Irgendwie passend, dass sich Glasgow (blau) und Dortmund (gelb) in den ukrainischen Nationalfarben gegenüberstanden. Und dann war da ja noch Fußball. Ein ohne Frage tolles Spiel. Wir hoffen, dass die Freude so schnell wie möglich nach Europa zurückkehrt. (Maximilian Bülau)

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