VfB Stuttgart steigt ab

Die Könige von Köpenick: Union Berlin steigt erstmals in die Fußball-Bundesliga auf

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Berliner Party: Die Spieler Sebastian Andersson und Christopher Lenz (vorn) genießen den Moment mit den Fans.

Der 1.FC Union Berlin steigt zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte in die erste Fußball-Bundesliga auf. Der VfB Stuttgart hingegen muss zum dritten Mal absteigen. 

Willkommen in der Bundesliga! Zweitligist 1. FC Union Berlin hat es geschafft. Nach dem 2:2 im Relegations-Hinspiel genügte dem Klub aus dem Berliner Ortsteil Köpenick am Montagabend ein 0:0 gegen den VfB Stuttgart, um den Aufstieg perfekt zu machen. Die Schwaben steigen ab – unser Schnellcheck:

Wie war die Atmosphäre?

Das Stadion An der Alten Försterei ist ausverkauft, logisch. Die Union-Fans singen durch. Eine unglaubliche Geräuschkulisse. Das wirkt wie ein Pokalabend. Der Zweitligist kämpft und verteidigt, was das Zeug hält. Der VfB sucht die Lücken.

Fanden denn die Stuttgarter ab und an eine Lücke?

Allerdings. Sieben zu eins Torschüsse zugunsten des VfB spuckt die Statistik nach der ersten Hälfte aus. Bereits nach vier Minuten hat Ozan Kabak eine dicke Chance, doch Berlins Schlussmann Rafal Gikiewicz ist zur Stelle. Und nicht nur beim polnischen Torwart dürfen sich die Eisernen bedanken, sondern auch bei Nicolas Gonzalez. Gonzalez? Der trägt doch das VfB-Trikot? Richtig. Nur: Nach einem Freistoß von Dennis Aogo jubeln die Schwaben (9.). Aber Gonzalez irritiert Berlins Keeper und steht dabei im Abseits. Videobeweis – und Schiedsrichter Christian Dingert nimmt den Treffer zurück.

Und dann: Ging da noch was für den VfB?

Zur Erinnerung: Offensiv lief bei Union wenig zusammen. Daran ändert sich zunächst wenig nach dem Wechsel. Stuttgart investiert mehr, bringt Gikiewicz aber nicht in Verlegenheit. Trotzdem: Das Spiel steht auf der Kippe. Die besseren Möglichkeiten aber erhalten die Unioner, die nun mehr Platz haben – und Pech: Suleiman Abdullahi trifft zweimal nur den Pfosten (64., 66.). Ein offener Schlagabtausch. Die Kräfte schwinden. Der VfB wirft alles nach vorn. Union kontert. Dann ist Schluss. Und die Berliner Party beginnt.

Wer war der Mann des Abends?

Irgendwie jeder Berliner. Aber allen voran Gikiewicz. Weil der Schlussmann sein Team im Spiel hält. Und weil er im Vorfeld diesen Satz sagt: „Wenn wir aufsteigen, sind wir die Könige von Köpenick.“ Ein Krönchen haben sich die Unioner nach diesem aufreibenden Kampf auf jeden Fall verdient.

Gab es einen Aufreger?

Ein paar Bengalos. Ein bisschen Rauch. Halb so wild. Dafür gibt es Hingucker. Erstens der Doppelturban in der Stuttgarter Innenverteidigung: Bei einem Klärungsversuch rauschen Holger Badstuber und Kabak mit den Köpfen zusammen und müssen ab der 20. Minute mit einem Verband spielen. Zweitens Unions Präsident Dirk Zingler. Der sitzt auf der Tribüne nicht mit Sacko und Krawatte, sondern im Trikot. Wunderbar. Wir freuen uns jetzt schon auf die Blicke von Hoeneß und Rummenigge, wenn Zingler in diesem Outfit demnächst im Vip-Bereich der Allianz-Arena aufschlägt.

Wie war die Übertragung im Eurosport Player?

Kommentator Robby Hunke macht wie schon im Hinspiel einen prima Job. Fachlich auf der Höhe und zudem amüsant. Über Stuttgarts grätschenden Santiago Ascacibar sagt Hunke, er sei überall, wo Rushhour ist: „Ascacibar ist die argentinische Reinkarnation von Berti Vogts.“ Herrlich.

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