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Haaland ist schon weg: Verliert die Bundesliga ihre Knipser?

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Von: Maximilian Bülau, Björn Friedrichs

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Er ist schon weg: Erling Haaland, noch Borussia Dortmund, bald Manchester City.
Er ist schon weg: Erling Haaland, noch Borussia Dortmund, bald Manchester City. © Ina Fassbender/Afp

Mit Erling Haaland verlässt einer der drei großen Torjäger die Bundesliga. Wer sind bei Borussia Dortmund die Kandidaten für die Nachfolge? Und was wird aus Robert Lewandowski und Patrik Schick?

Es gibt Dinge, die hat die Fußball-Bundesliga den anderen großen Spielklassen in Europa doch noch voraus. Zum Beispiel drei richtige Torjäger. Mit Robert Lewandowski, Erling Haaland und Patrik Schick stehen drei waschechte Mittelstürmer auf den ersten drei Plätzen der Spieler mit den meisten Saisontoren. Gemeinsam kommen sie auf 79 Treffer.

Schaut man rüber nach Italien, Frankreich, Spanien oder England sind die Tore dort bei vielen Teams auf mehreren Schultern verteilt. Drei Stürmer mit jeweils mehr als 20 Treffern findet man nur in Frankreich, doch Kylian Mbappé (Paris), Wissam Ben Yedder (Monaco) und Martin Terrier (Rennes) kommen zusammen auch nur auf 66 Tore.

Mit dem Abgang von Erling Haaland verliert die Bundesliga nun allerdings eine seiner größten Attraktionen. Und auch in Sachen Lewandowski und Schick ist nicht klar, ob die Top-Stürmer in der kommenden Saison noch in Deutschland zu sehen sind.

Haaland-Nachfolge: Ein Ex-Frankfurter und Talente als Kandidaten

Beim Norweger Haaland ist es freilich keine Überraschung, dass er die Bundesliga nach zweieinhalb Jahren und 85 Toren in 88 Partien für Borussia Dortmund verlassen wird. Der 21-Jährige hatte eine Ausstiegsklausel, die Manchester City nun gezogen hat. Für City spielte einst auch Haalands Vater. Ein vergleichbares Talent wie ihn wird der BVB nur schwer erneut finden. Mit Karim Adeyemi haben die Dortmunder zwar bereits einen neuen Angreifer verpflichtet. Doch der 20 Jahre alte deutsche Nationalspieler gehört nicht in die Kategorie klassischer Mittelstürmer.

Es ist wahrscheinlich, dass es der BVB es nicht dabei belässt. Im Gespräch sind mehrere Namen. Zum Beispiel Sébastien Haller, Ex-Frankfurter, der nun bei Ajax Amsterdam trifft. Und wie: In dieser Saison steht er wettbewerbsübergreifend bei 33 Treffern in 41 Spielen, elf Mal war er allein in der Champions League erfolgreich. Der 27-Jährige soll allerdings 35 Millionen Euro kosten, wäre dann aber ein Knipser-Ersatz für die Bundesliga. Zeit bräuchten dagegen wohl Hugo Ekitike (19/Stade Reims) und Adam Hlozek (19/Sparta Prag), die die Dortmunder ebenfalls auf dem Zettel haben sollen. Sie wären kurzfristig sicherlich kein vollwertiger Haaland-Ersatz.

Will auch Lewandowski weg?

Das Wechseltheater um Lewandowski ist nichts Neues – vor allem in Zeiten, in denen seine Vertragslaufzeit abnimmt. Will er dieses Mal wirklich gehen – im Gespräch ist der FC Barcelona? Oder ist es abermals nur eine Strategie, um die Modalitäten eines neuen Arbeitspapiers zu verbessern?

Im Fall eines Abgangs wäre wie bei Haaland klar: Es wird auch für den FC Bayern schwer möglich sein, einen neuen Lewandowski zu finden. Die Bundesliga würde in Sachen Torjäger sicher an Qualität verlieren. Die Äußerungen des Polen lassen kaum Rückschlüsse zu.

Leverkusen will Schick nicht abgeben

Ähnlich wie bei Lewandowski sieht es beim 26 Jahre alten Tschechen Schick aus. Auch hier betont der Verein Bayer Leverkusen, man wolle den Stürmer auf keinen Fall verkaufen, auch hier sagt der Spieler selbst: abwarten, mal schauen, was passiert.

Schick hat in 26 Bundesligaspielen in dieser Saison 24 Tore erzielt, es ist die mit Abstand erfolgreichste Spielzeit seiner Karriere. Er löst nun das Versprechen ein, das der Beginn seiner Karriere gegeben hatte. 2017 holte die AS Rom den damals 21-Jährigen nach einer starken Premierensaison in der Serie A bei Sampdoria Genua. Schick sollte auf Dauer die Lücke stopfen, die das Karriereende der Vereinsikone Francesco Totti riss. Das gelang nicht.

Nach einer Leihe zu RB Leipzig und 22 Saisontoren 2019/20 ging es fest zu Leverkusen, Bayer hat ihn bis 2025 an sich gebunden. Möglich ist aber auch, dass er schon in diesem Sommer wieder weg ist – wenn ein großer Verein mit noch größerem Geldkoffer anklopft. Einen gleichwertigen Ersatz wird Leverkusen in diesem Fall nur schwerlich finden.

Die Bundesliga darf derzeit hoffen, dass zumindest zwei Knipser bleiben – oder sogar ein neuer dritter hinzukommt. Aber auch der gegenteilige Fall ist nicht auszuschließen.

Von Maximilian Bülau Und Björn Friedrichs

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