Verrückter Pokal-Auftakt: HSV-Pleite im Jenaer Tollhaus, hungrige Torjäger

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Umjubelt: Kölns Anthony Modeste (2. von links) mit (von links) Yuya Osako, Leonardo Bittencourt und Jonas Hector.

Kassel. Überraschende Ergebnisse, besondere Momente und Tore, Tore, Tore - die erste Runde im DFB-Pokal hat viel Bemerkenswertes geboten. Eine Übersicht über die Auffälligkeiten.

Verrückter Viertligist: Seit den dramatischen Auftritten des Hamburger SV in den vergangenen Jahren in der Relegation guckt man einmal mehr hin, wenn bei einem Spiel des Erstligisten die Nachspielzeit anbricht. Auch in der Pokalpartie bei Regionalligist Carl Zeiss Jena trafen die Hamburger von Trainer Bruno Labbadia spät: Michael Gregoritsch rettete seine Elf mit seinem Tor (90.+4) in die Verlängerung. Doch diesmal? Kein Happy End für Hanseaten, nur frustriert randalierende Fans - und natürlich jubelnde Jenaer. Die Thüringer, mit dem einstigen Kasseler Raphael Koczor im Tor, gewinnen 3:2 (2:2) - und taugen so als Vorbild für zukünftige Relegationsgegner des HSV.

Exzellenter Elfmeterschütze: Olivier Djappa war Torjäger in Fulda, aber auch beim SSV in Reutlingen, als dieser in der 2. Liga spielte. Im DFB-Pokal schoss der Kameruner vor 15 Jahren zwei Treffer gegen Hertha BSC Berlin, sein Team schied aber nach Verlängerung gegen den Erstligisten aus. Nun war Giuseppe Ricciardi dreimal vom Elfmeterpunkt (13./33./90.+1) für den Fünftligisten erfolgreich und sorgte dafür, dass an der Kreuzeiche diesmal nicht Trübsal geblasen werden musste und Reutlingen mit 3:1 gegen den Karlsruher SC gewann. Ein gebrauchter Tag für den KSC - auch angesichts dreier Roter Karten.

Mächtig bedient: Hamburgs Trainer Bruno Labbadia.

Toller Torwarttausch:  Die Münchner Löwen produzierten in den vergangenen Wochen so viele positive Schlagzeilen wie Wildtierjäger in Afrika. Dann kam der Pokal. Dann kam Hoffenheim. Dann kam Torwart Stefan Ortega, dem 1860-Trainer Torsten Fröhling mal wieder eine Bewährungschance gab: „Die hat er sich verdient.“ Der aus Calden stammende Keeper blieb ohne Gegentreffer und feierte mit seiner Elf einen 2:0-Überraschungserfolg gegen 1899 Hoffenheim. Klar, dass Ortega happy war: „Es hat schon einen Grund, dass wir zumindest in der 2. Liga spielen und dazu auch eine Berechtigung haben, den Beruf auszuüben.“

Dynamischer Debütant: 1:0? Modeste. 2:0? Modeste. 3:0? Modeste. Der Pflichtspiel-Einstand des neuen französischen Stürmers Anthony Modeste für den 1. FC Köln war so erfreulich wie die Wetterprognose für die kommenden Tage. „Man hat heute gesehen, dass er ein richtig guter Mann ist“, lobte ihn FC-Trainer Peter Stöger nach dem 4:0-Erfolg seines Teams beim SV Meppen. 4,5 Millionen Euro zahlte Köln für Modeste an die Hoffenheimer - und die hätten Modeste in München gut gebrauchen können.

Vierfacher Torschütze: Freiburgs Nils Petersen.

Aufsehenerregende Angreifer:  Freiburgs Nils Petersen, der Torgarant - erzielte diesmal vier Treffer beim 5:0 gegen Oberligist Barmbek-Uhlenhorst. Und Bochums Simon Terodde - traf dreimal beim 5:0 gegen Fünftligist Salmrohr.

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