Viel Können und ein wenig Glück

Erster Gladbacher Saisonsieg: Das trug Schubert dazu bei

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Anfeuernder Trainer: André Schubert.

Wunderbare Fußballwoche: Am Dienstag gab es Robert Lewandowskis Galashow, am Mittwoch feierte André Schubert als Trainer von Borussia Mönchengladbach eine märchenhafte Premiere.

Natürlich hat ein neuer Trainer auch ein bisschen Glück, wenn in den ersten 21 Minuten fast jeder Torschuss ein Treffer ist, aber zum 4:2-Sieg der vorher sieglosen Borussia über den FC Augsburg hat der aus Kassel stammende neue Trainer jede Menge beigetragen. 

DIE ÄNDERUNGEN

Korb, Dominguez, Dahoud, Herrmann, Johnson: Das Quintett kam zuletzt bei Schuberts Vorgänger Lucien Favre nicht zum Zuge. Manche Spieler waren verletzt, andere wurden von dem Schweizer nicht für gut genug befunden. Schubert riskierte mit fünf Neuen viel und gewann. Johnson und Dahoud waren unter den Torschützen, aber auch die anderen spielten ihre Rollen hervorragend.

DIE TAKTIK

Glückliche Spieler: Oscar Wendt, Mahmoud Dahoud und Patrick Herrmann (von links). 

Mit dem von Favre verordneten Konterfußball war die Borussia in der vergangenen Saison erfolgreich, aber Schubert hatte den Plan B, den Favre offenbar nicht in Erwägung gezogen hatte. Der neue Trainer ließ seine Mannschaft offensiv spielen und war selbst überrascht, dass die Borussen in den ersten 21 Minuten so oft am Ball waren, wie normalerweise nur Bayern München und der FC Barcelona.

DAS AUFTRETEN

Wenn Trainer unmittelbar nach dem Schlusspfiff ihre Mannschaften loben, dann klopfen die meisten sich selbst auf die Schulter. Sprechen davon, dass die Spieler die Anweisungen des Trainers prima umgesetzt und deshalb einen verdienten Sieg gefeiert hätten. Darauf hat Schubert verzichtet. Als sein Erfolgsgeheimnis bezeichnete er das Können seiner Spieler. DIE MOTIVATION

Wir wissen nicht, was André Schubert den Spielern alles gesagt hat, fest steht jedoch, dass es zur Motivation eine Menge beigetragen hat. Jedenfalls sagt der neue Kapitän Granit Xhaka: „Wir waren alle total heiß, weil der Trainer uns heiß gemacht hat.“

DIE PERSPEKTIVE

Noch gilt André Schubert als Übergangstrainer, aber sollten die Borussen in Stuttgart und in der Champions League gegen Manchester City gewinnen, dann wird es womöglich eine sehr lange Übergangszeit. Der Vertrag mit Sportdirektor Max Eberl ist gestern bis zum 30. Juni 2020 verlängert worden. 

REAKTION AUS NORDHESSEN

„Es freut mich nicht nur für den Trainer Schubert, sondern auch für die Person Schubert“, sagt Matthias Mink, Coach des KSV Hessen Kassel. Mink ist überzeugt, dass der Nordhesse am Niederrhein für viele neue Impulse sorgen kann. Denn: „Es war der richtige Schritt, ihm diese Chance zu geben, Er ist ein hervorragender Trainer. Thorsten Bauer hat mit André Schubert in der Saison 2000/2001 beim KSV Baunatal zusammengespielt. Der Rekordtorschütze des KSV Hessen ist von Schuberts fachlichen Fähigkeiten überzeugt und würde ihm eine langfristige Tätigkeit als Chefcoach in Mönchengladbach zutrauen. Bauer fürchtet allerdings, dass sich ein so bedeutender Klub wie Borussia Mönchengladbach in dieser schwierigen Phase bemühen wird, einen noch erfahreneren Trainer zu verpflichten.

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