1. Startseite
  2. Sport
  3. Fußball

Nach Topspiel zwischen BVB und Bayern: Lutz Wagner nimmt Felix Zwayer in Schutz

Erstellt:

Von: Maximilian Bülau

Kommentare

Felix Zwayer (links) und Jude Bellingham.
Hatten sich am Ende nicht mehr so lieb: Schiedsrichter Felix Zwayer (links) und Dortmunds Jude Bellingham. ©  Imago /Norbert Schmidt

Auch drei Tage nach dem Topspiel der Fußball-Bundesliga zwischen Dortmund und dem FC Bayern dominiert ein Thema: Schiedsrichter Felix Zwayer und seine Entscheidungen.

Dem BVB hatte er einen Strafstoß verweigert, den Münchnern einen zugesprochen. Einmal war der Videobeweis bemüht worden, einmal nicht. Zudem schlug die Äußerung von Dortmunds Mittelfeldspieler Jude Bellingham, in der er Zwayers Verwicklung in den Manipulationsskandal um Robert Hoyzer anspricht, hohe Wellen.

Zwayer war Assistent von Hoyzer, gehörte zu den Kronzeugen im Prozess und brachte mit drei Kollegen die Ermittlungen ins Rollen. Was allerdings erst 2014 bekannt wurde: Zwayer hatte damals 300 Euro von Hoyzer angenommen, um mit seinen Entscheidungen als Linienrichter die Partie zwischen dem Wuppertaler SV und Werder Bremen II zu beeinflussen. Er wurde für sechs Monate gesperrt. Der Deutsche Fußball-Bund veröffentlichte dieses Urteil aber nie. Zudem soll Zwayer schon viel früher um Hoyzers Kontakte zur Wettmafia und von den Verschiebungen der Partien gewusst, aber zunächst geschwiegen haben. Nach seiner Sperre nahm seine Schiedsrichter-Karriere trotz allem Fahrt auf, seit 2009 leitet er Spiele in der Bundesliga, seit 2012 für die Fifa. 2014 wurde er vom DFB als Schiedsrichter des Jahres ausgezeichnet.

Gegen Bellingham wurde von einer Privatperson eine Strafanzeige bei der Dortmunder Polizei eingereicht. Zudem ermittelt nun der DFB-Kontrollausschuss. Für den 18-Jährigen könnte die Aussage – „Man gibt einem Schiedsrichter, der schon mal Spiele verschoben hat, das größte Spiel in Deutschland. Was erwartest du?“ – also ein Nachspiel haben.

Wir haben mit Ex-Bundesligaschiedsrichter Lutz Wagner über das Topspiel und seine Nachwehen gesprochen. Über Zwayers Vergangenheit wollte er sich wegen des laufenden Verfahrens und seiner Funktion für den DFB dabei nicht äußern.

Wagner über ...

die Situation zwischen Lucas Hernández und Marco Reus, bei der Zwayer nicht auf Strafstoß entschied und der Videobeweis nicht zum Einsatz kam: „Viele haben eine falsche Annahme, wann der Videobeweis zum Einsatz kommt und wann nicht. Nur dann, wenn eine klare und offensichtliche Fehlentscheidung vorliegt, spricht der Videoassistent den Schiedsrichter an. Der Schiedsrichter selbst kann nicht sagen, dass er sich eine Szene noch einmal anschauen möchte. Für eine klare Fehlentscheidung war diese Situation aber zu umstritten, 50 Prozent der Experten sehen da einen Strafstoß, 50 Prozent nicht. Es ist eine auslegbare Entscheidung, und deswegen kann sich der Videoassistent nicht einschalten. Das wäre auch der Fall gewesen, wenn es einen Strafstoß gegeben hätte. Die Entscheidung, die Zwayer getroffen hat, passt zur Linie, mit der er die Partie geleitet hat.“

den Handelfmeter für den FC Bayern: „Der Ball war lange unterwegs, Mats Hummels geht mit dem Arm in die Flugrichtung des Balles. Es geht um die Intention, die ein Spieler hat. Macht er es, um den Ball aufzuhalten? Diese Situation war faktisch, deswegen kann der VAR auch eingreifen. Für mich wurde richtig entschieden.“

den Dortmunder Frust: „Ich glaube, bei den Dortmundern hat nicht dieses Spiel den Ausschlag gegeben. Sie hatten zuletzt Pech. Die Rote Karte gegen Hummels in der Champions League war zum Beispiel falsch. Nun hat sich der Frust entladen.“

Zwayers Äußerungen nach der Partie: „Es war mutig und angemessen, dass er sich nach dem Spiel den Medien gestellt hat. Ansonsten wird nur über den Schiedsrichter gesprochen und nicht mit ihm. Das trägt zur Klarheit bei. Ich finde das positiv.“ (Maximilian Bülau)

Auch interessant

Kommentare