Willingshäuserin bereitet sich mit Team auf einen möglichen Neustart vor

Viktoria Schwalm und die Situation beim Frauenfußball-Bundesligisten Turbine Potsdam

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Vorbildliche Schusshaltung: Viktoria Schwalm von Turbine Potsdam (hier beim Spiel im Februar in Wolfsburg).

Wie ist die aktuelle Situation bei Viktoria Schwalm und dem Frauenfußball-Bundesligisten Turbine Potsdam? Die aus dem nordhessischen Willingshausen-Zella stammende Schwalm bereitet sich mit ihrem Team auf einen möglichen Neustart Ende des Monats vor.  

Seit zwei Wochen steht Viktoria Schwalm wieder auf dem Fußball-Platz. Die Spielerin des Bundesligisten 1. FFC Turbine Potsdam nahm Ende April mit ihrenKolleginnen das Training auf – zunächst in Kleingruppen mit je fünf, sechs Akteurinnen. „Natürlich müssen wir auf dem Platz den nötigen Abstand einhalten“, berichtet die aus dem nordhessischen Willingshausen-Zella stammende Spielerin.

Inzwischen hat sich die Situation für die 22-Jährige und ihre Mannschaftskameradinnen verbessert. „Wir haben am Olympia-Stützpunkt in Potsdam die Genehmigung, die Übungseinheiten in zwei Gruppen zu absolvieren.“

Es ist wichtig, dass ein Stück weit Normalität zurückkehrt. Denn möglicherweise wird die Saison in der Fußball-Bundesliga demnächst fortgesetzt. Die Verantwortlichen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hoffen, dass die Mannschaften am 29. Mai wieder den Punktspielbetrieb aufnehmen können – vor Geisterkulisse versteht sich.

„Wir sind innerhalb des Teams mit Blick auf einen möglichen Neustart etwas zwiegespalten“, erklärt Schwalm. Zum einen würde sie sich freuen, wenn „wir wieder spielen können“. Dabei denkt sie auch an die Wirtschaftlichkeit des Vereins: „Wir sind zwar nicht mit den Männern zu vergleichen, bei uns ist es aber auch eine Kostenfrage.“ Zum anderen äußert Schwalm, die an der Fachhochschule Potsdam Soziale Arbeit studiert, ethische Bedenken: „Wir werden jetzt mehrfach getestet, andere Menschen haben nicht die Möglichkeit an solche Tests zu kommen.“

In dieser Woche wurden die Potsdamer Fußballerinnen zum ersten Mal auf das Coronavirus getestet. In ein paar Tagen wird erneut geschaut. Sollten die Ergebnisse der Spielerinnen sowie der Verantwortlichen dann allesamt negativ ausfallen, könnte das Turbine-Team erstmals ein reguläres Mannschaftstraining in diesem Frühling absolvieren. Bislang stehen fünf Übungseinheiten pro Woche auf dem Plan, dann dürfte mindestens ein weiteres Training dazukommen.

„Ich bin gespannt, wie es weitergeht“, erklärt die 22-Jährige, „wir hatten sieben, acht Wochen keine Richtungswechsel, keine Zweikämpfe geübt.“ Sie war mehr als einen Monat in der Heimat und hielt sich mit einem individuellen Programm fit. So lange war Schwalm, die bereits 2012 in der Jugend für den 1. FFC Turbine im Mittelfeld Akzente setzte, schon länger nicht mehr an einem Stück in Nordhessen.

Der unfreiwilligen Pause kann die ehemalige Junioren-Nationalspielerin durchaus etwas Positives abgewinnen. Da sie sich im vergangenen September das Schlüsselbein brach und die Hinrunde verpasste, hatte sie die Chance, „einiges aufzuholen.“

Drei Partien bestritt Potsdam vor der Corona-Pause – Schwalm wurde dabei jeweils eingewechselt. Sollte die Serie weitergehen, hofft sie, dass sie dann auch einmal in der Startelf stehen wird.

Hintergrund

Neben Viktoria Schwalm aus Willingshausen-Zella sind noch weitere Fußballerinnen aus der Region in der 1. Bundesliga im Einsatz: die Kasselerin Carolin Simon vom FC Bayern München und die Guxhagenerin Melissa Friedrich (Bayer Leverkusen). Zur nächsten Saison wechselt die Göttingerin Pauline Bremer von Manchester City zum VfL Wolfsburg.

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