Kasseler macht bei Red Bull Karriere

Vom Pressesprecher zum Marketingchef

Der 23. Februar 2018 machte ihn unfreiwillig zum Gesprächsthema. Und das, obwohl Benjamin Ippoliti bislang nur für die Leitung von Pressekonferenzen bei RB Leipzig zuständig war. Die Auslosung des Achtelfinales in der Europa League hatte gerade stattgefunden, da wollte Ippoliti den damaligen Trainer Ralph Hasenhüttl nach dem Gegner St. Petersburg fragen.

"Ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich Auslosung oder Los sage. Am Ende ist es das Aus geworden, obwohl wir noch gar nicht gegen die Russen gespielt hatten“, erinnert sich der 39-Jährige. „Danach brach großes Gelächter aus und Ralph Hasenhüttl sagte, dass diese Geschichte definitiv einen Platz im Jahresrückblick haben würde. Und so kam es dann auch.“

Es ist eine der vielen Episoden, die der aus Kassel stammende Ippoliti im Profigeschäft erlebt hat. Der ehemalige Fußballer des Spielvereins, VfL Kassel, KSV Hessen und OSC Vellmar legte sein Abitur an der Albert-Schweitzer-Schule ab, war Praktikant bei der HNA und ging dann nach Köln. Er studierte Diplom-Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Medien und Kommunikation und schloss daran noch ein Auslandsjahr an der Sport-Uni in Rom an.

„2009 habe ich Ralf Rangnick kennengelernt. Er ist unglaublich ehrgeizig, rhetorisch stark, ein Visionär. Im Austausch mit ihm lernt man viel dazu“, sagt Ippoliti. Aber Rangnick hat auch viel von Ippoliti gelernt, der als Marketing- und Medienberater zudem Bernd Leno, Antonio Rüdiger, Joshua Kimmich und Mario Gomez betreute. „Das war eine lehrreiche und wichtige Station, bei der ich in extrem kurzer Zeit sehr viel erlebt habe. Aber danach ging es genauso spannend weiter“, erzählt der Nordhesse, der 2015 beim damaligen Zweitligisten RB Leipzig das Amt des Pressesprechers übernahm.

Mehr als 400 Mal bat er die Trainer und Spieler ans Mikrofon. „Ralph Hasenhüttl zum Beispiel war immer für einen guten Schmäh zu haben, auch die Zusammenarbeit mit Julian Nagelsmann gestaltete sich sehr locker“, berichtet Ippoliti, dessen Tag oft bei einer Joggingrunde mit RB-Leipzig-Boss Oliver Mintzlaff begann. „Ich komme ja auch aus dem Fußballbereich, musste hier aber aus Zeitgründen umlernen. Unsere Zehn-Kilometer-Runde haben wir im Schnitt immer so in 40 Minuten hinter uns gebracht“, erzählt der Nordhesse, für den es bald noch weiter gehen sollte. In Hamburg lief er seinen ersten Marathon – in 2:58 Stunden.

Am 15. April dieses Jahres hat sich Ippolitis Aufgabenbereich noch einmal verändert. Es ging weg von der Pressearbeit und hin zum Marketingverantwortlichen der Abteilung „Red Bull Soccer International“ – eine Agentur, die laut Ippoliti Zeit hat, außerhalb des Tagesgeschäfts über den Tellerrand hinauszuschauen. Es geht um Internationalisierung, Digitalisierung, Fangewinnung, Spielphilosophie und Trainerausbildung – an den drei Konzernstandorten Leipzig, New York und im brasilianischen Campinas. „Als Pressesprecher habe ich sehr viel Zeit im Auto verbracht, jetzt wird es wohl das Flugzeug werden“, sagt Ippoliti, der es an Weihnachten immer zurück in seine Heimat und zu seiner Familie schafft.

Und der eigene Hausstand wird auch bald größer. Gemeinsam mit der ehemaligen Bundesligaspielerin und RB-Medienbeauftragten Silva Lone Saländer erwartet Benjamin Ippoliti im Sommer eine Tochter. Dann wird auch von Leipzig nach Hamburg umgezogen. Und ganz nebenbei: Die werdende Mutter, die gerade in Mutterschutz ist, beerbt den werdenden Vater als Pressesprecherin in Leipzig. Eine weitere Episode im Leben von Benjamin Ippoliti.

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