USC Paloma und Edelstahl Krefeld sind dabei

Die Ewige Liste des DFB-Pokals: Von den Bayern bis zum FC Schönberg 95

Ivica Olic (links) und Rene Gradert.
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Wolfsburg gegen Schönberg: Ivica Olic (links) vom VfL und Rene Gradert.

Der Fußball fasziniert auch durch seine „Ewigen Tabellen“. Es gibt sie für Torschützen, für die Bundesliga, für Welt- und Europameisterschaften.

Es gibt aber auch eine für den DFB-Pokal. Und wir lehnen uns mal ein wenig aus dem Fenster: So kurios und besonders wie der Blick auf die „Ewige Tabelle des DFB-Pokals“ ist keiner auf eine der vorher genannten Ranglisten. Nach der Auslosung des Achtelfinals der aktuellen Runde am Sonntagabend haben wir die Tabelle einmal genauer unter die Lupe genommen. Unsere Ergebnisse sind dabei nur ein Auszug und haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Zahlen und Fakten

Natürlich steht der FC Bayern München an der Spitze der ewigen Pokaltabelle. Daran ändert auch das erneut frühe Ausscheiden gegen Borussia Mönchengladbach in der zweiten Runde nichts. Die Bayern haben in 267 Pokalspielen 632 Punkte gesammelt. Erster Verfolger ist der FC Schalke 04 mit 516 Zählern aus 253 Partien. Die Gelsenkirchener werden nach dem Aus gegen 1860 München aber nicht näher heranrücken. Auf den Plätzen drei bis fünf liegen Bremen (497 Punkte), Stuttgart (408) und Köln (407). Der Effzeh kann durch einen Sieg im Achtelfinale gegen den HSV auf Platz vier springen.

Insgesamt werden 874 Teilnehmer in der ewigen Pokalrangliste geführt. Der Wettbewerb wird seit 1935 ausgetragen und hieß bis 1943 Tschammer-Pokal – nach Hans von Tschammer und Osten, dem Reichssportführer der Nationalsozialisten. Derzeitiger Letzter auf Platz 874 ist der FC Schönberg 95. Der aktuelle Sechstligist aus der Nähe von Lübeck nahm sieben Mal am DFB-Pokal teil – und verlor sieben Mal in der ersten Runde (2:40 Tore). Die Gegner der Schönberger hatten es aber auch in sich. So traten sie bereits gegen den FC Bayern (0:4), den HSV (0:6), Mönchengladbach (0:3), Kaiserslautern (0:15) und zuletzt 2012 gegen Wolfsburg (0:5) an. Die einzigen beiden Treffer gelangen dem Klub von der Ostsee 2001 beim 2:4 gegen den VfB Stuttgart.

Metz und Düdelingen

Wie der frühere Name des Wettbewerbs bereits verrät, wurde dieser auch unter der Führung der Nationalsozialisten ausgetragen. Dadurch gibt es nicht wenige Teilnehmer, die heute nicht mehr im DFB-Pokal antreten können. Gleich 42 Klubs aus dem heutigen Österreich, Polen, Russland, Tschechien, Frankreich oder Luxemburg werden in der ewigen Tabelle geführt.

Am höchsten platziert ist dabei Rapid Wien, österreichischer Erstligist, der mit 16 Teilnahmen und zwölf Siegen Rang 69 belegt. In den Top 100 stehen zudem Vorwärts-Rasensport Gleiwitz (83), Vienna FC, der älteste Klub Österreichs (96), und Wacker Wien (98). Weitere noch heute bekannte Teams aus der Rangliste sind Austria Wien, der FC Metz aus Frankreich, derzeit 19. der Ligue 1, und Sturm Graz. Der FV Stadt Düdelingen, umbenannt von den Nationalsozialisten, ist ein Vorgängerklub von F91 Düdelingen aus Luxemburg. Der Verein sorgte in der Vergangenheit auch international für Aufsehen und ist ebenfalls in der ewigen Pokaltabelle vertreten.

Auffällig ist, dass bei vielen Klubs aus dem Ausland, die von den Nationalsozialisten übernommen wurden, NSTG im Vereinsnamen zu finden war. Die Abkürzung stand für Nationalsozialistische Turngemeinde.

Paloma und Edelstahl

Von den ernsten Themen zu etwas unterhaltsameren: In 86 Jahren Pokal gab es freilich auch einige Teilnehmer mit kuriosen Namen. So wird in der ewigen Pokalrangliste beispielsweise der USC Paloma geführt, der nicht etwa in der Mallorca-Runde spielt, sondern in der Oberliga Hamburg. Der TSV Moselfeuer Lehmen ist heute in der Kreisliga A Rhein/Ahr aktiv. Edelstahl Krefeld existierte dagegen nur von 1929 bis 1945. Wie alle Klubs von Rang 784 bis 404 der ewigen Tabelle blieben sie ohne Erfolg im DFB-Pokal.

Randnotiz: Die Handball-Bundesligisten Füchse Berlin und TBV Lemgo haben auch eine Fußball-Abteilung, deren Teams mal im Pokal mitspielten. Die höchste Niederlage kassierte aber der VfB 05 Knielingen 1941 gegen die Stuttgarter Kickers – 0:17. Da kann selbst der FC Schönberg 95 mit seinem 0:15 gegen Lautern nicht mithalten. Der schlechtplatzierteste Klub, der einmal die zweite Runde erreichte, ist übrigens der FC Oberneuland, der unter Trainer Mike Barten 2008 im Elfmeterschießen gegen Koblenz gewann. (Maximilian Bülau)

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