Vom Dortmunder Helden bis zum Dresdner Dauerbrenner

Von Knauff bis Knipping: Ein Bundesliga-Spieltag aus regionaler Sicht

Ansgar Knauff.
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Er wurde eingewechselt und traf zum entscheidenden 3:2 für Borussia Dortmund gegen den VfB Stuttgart: Der Göttinger Ansgar Knauff hat eine spannende Woche hinter sich.

Von der 1. bis zur 3. Fußball-Bundesliga standen an diesem Wochenende einige Spieler aus der Region auf dem Platz. Einer wurde zum Helden.

Kassel – Einer schloss zu Manuel Neuer auf. Einer ärgerte den Tabellenführer. Einer nutzte mit seinem Klub die Patzer der Konkurrenz nicht, grüßt aber von oben. Zwei mussten mit ihren Klubs Pleiten einstecken. Ein Blick auf unsere regionalen Aushängeschilder.

Ansgar Knauff

Was für eine Woche für Ansgar Knauff. Nach drei Kurzeinsätzen – zwei in der Bundesliga, einer in der Champions League – stand der 19 Jahre alte Offensivspieler von Borussia Dortmund am vergangenen Dienstag im Viertelfinal-Hinspiel der Königsklasse gegen Manchester City erstmals in der Startelf des BVB. In Stuttgart am Samstag kam Knauff dann von der Bank – und erzielte in der 80. Minute nicht nur sein erstes Bundesligator, sondern auch das entscheidende 3:2 in einer wechselhaften Partie gegen die Schwaben. Sasa Kalajdzic köpfte den VfB in Führung, Jude Bellingham und Marco Reus drehten das Spiel. Dann glich Daniel Didavi wieder für die Stuttgarter aus. Das letzte Wort aber hatte Ansgar Knauff.

Der kam 2016 in die Jugendabteilung des BVB. Jürgen Klopp hatte ihn bereits 2014 bei einem Nachwuchsturnier in Dortmund als besten Spieler ausgezeichnet und zu einem Probetraining eingeladen. Dem Göttinger war der Ruhrpott damals aber zu weit weg. Und so wechselte er 2015 aus der Jugendabteilung der SVG Göttingen erst zu Hannover 96, ein Jahr später ging es dann doch zum BVB. Wahrscheinlich der richtige Schritt für ihn. Wie so viele vor ihm erhält der schnelle Außenspieler früh die Chance, sich bei den Dortmunder Profis zu beweisen. Sein Trainer Edin Terzic sagte: „Borussia Dortmund ist dafür bekannt, dass 19-Jährige die Siegtore schießen können.“ Knauff lieferte Beweise für diese These.

Stefan Ortega

Von einem Torschützen zu einem Torverhinderer: Stefan Ortega gewann mit seiner Arminia aus Bielefeld bereits am Freitagabend das Heimspiel gegen den SC Freiburg dank eines Eigentors von Baptiste Santamaria 1:0. Für den 28 Jahre alten Caldener war es das siebte Zu-Null-Spiel in dieser Saison. Er hielt damit genauso oft den Kasten sauber wie Manuel Neuer.

Friedrich und Musiala

Marvin Friedrich und Jamal Musiala begegneten sich direkt auf dem Platz. Der Kasseler Verteidiger von Union Berlin und der talentierte Offensivspieler der Bayern, der in Fulda die ersten Jahre seines Lebens verbrachte. Im direkten Duell hatte der 18 Jahre alte Musiala die Nase vorn, wackelte im Strafraum unter anderen auch Friedrich aus und traf zum 1:0. Weil Marcus Ingvartsen kurz vor Schluss aber den Ausgleich erzielte, ärgerten Friedrich und Union den Rekordmeister und brachte etwas Spannung zurück in den Kampf um die Meisterschaft.

Mbom und Gonther

Es gab aber auch die weniger erfolgreichen Spieler aus der Region an diesem Wochenende. Jean-Manuel Mbom stand zwar in der Startelf von Werder Bremen beim Heimspiel gegen RB Leipzig. Er wurde allerdings zur Pause ausgewechselt – und da stand es bereits 0:3 aus Bremer Sicht. Der Göttinger, der in der Jugend unter anderen für den Bovender SV und den JFV Göttingen spielte, konnte die Treffer von Dani Olmo und Alexander Sörloth (2) ebenso wenig verhindern wie seine Nebenleute. Ohne den 21-Jährigen verkürzte Werder durch einen verwandelten Handelfmeter von Milot Rashica auf 1:3. Marcel Sabitzer stellte für RB dann aber den 4:1-Endstand her.

Viel besser erging es Innenverteidiger Sören Gonther und seinem Klub Erzgebirge Aue in der zweiten Liga auch nicht. Der 34 Jahre alte Schrecksbacher (Schwalm-Eder-Kreis) stand gegen den FC St. Pauli über 90 Minuten auf dem Platz – und musste sich nach Treffern von Luca-Milan Zander (2) und Rodrigo Zalazar 1:3 geschlagen geben. Pascal Testroet hatte für Aue nur noch verkürzt.

Tim Knipping

Tim Knipping ist der Dauerbrenner bei Drittliga-Tabellenführer Dynamo Dresden. Nur einmal wurde der 28 Jahre alte Kasseler in dieser Saison kurz vor Schluss ausgewechselt, zweimal fehlte er wegen einer Sperre. Sonst stand der Innenverteidiger immer über 90 Minuten auf dem Feld. So auch gestern gegen Schlusslicht Unterhaching. Für Dresden setzte es aber eine 0:2-Niederlage. Der Aufstiegskampf bleibt weiter spannend. (Maximilian Bülau)

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