Am Mittwochmittag spricht der Bundestrainer 

Vor der großen DFB-Analyse: Was wir uns von Jogi Löw erhoffen

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Einfach wird es nicht: Bundestrainer Joachim Löw wird heute in Frankfurt auf einem Gipfeltreffen seine Pläne und Maßnahmen nach dem WM-Desaster vorstellen. Zudem gibt er den Kader für die anstehenden Länderspiele bekannt. 

Kassel. Es wurde viel geredet in Fußball-Deutschland. Über Bundestrainer Joachim Löw. Über Mesut Özil. Über Rücktritte und Neue. Am Mittwoch redet Löw endlich selbst. Die Zeit des Analysierens ist vorbei.

Ab 12 Uhr wird der 58-Jährige während einer Pressekonferenz die Erkenntnisse und Folgen der Blamage in Russland bekannt geben (n-tv und Sport1 übertragen live, wir bieten hier einen Live-Ticker). Mit Spannung wird auch der Benennung des Kaders für die anstehenden Länderspiele gegen Frankreich (6. September) und Peru (9. September) entgegengeblickt. Was wir uns von Löw erhoffen: Löw sollte,...

  • einen Einblick in das Innenleben der Mannschaft geben: Nicht zuletzt der Spiegel-Artikel, in dem es auch um die Grüppchen aus „Kanaken“ und „Kartoffeln“ ging, wirft Fragen auf, wie zerrüttet das Verhältnis innerhalb der Mannschaft war. Laut dem Spiegel habe es ein Lager aus Spielern mit Migrationshintergrund um Jérome Boateng, Antonio Rüdiger und dem zurückgetretenen Mesut Özil gegeben – den „Kanaken“, die extravagante Kleidung mögen und Rapmusik hören. Und eines aus Spielern ohne ausländischen Hintergrund – den „Kartoffeln“. Dazu zählen vor allem die Bayern Mats Hummels und Thomas Müller, eher bodenständig und langweilig. Bereits während der WM hatte es Gerüchte um unterschiedliche Gruppen im DFB-Team gegeben. Ganz von der Hand weisen kann Löw das sicherlich nicht – und sollte für Aufklärung sorgen.
  • seine Sicht auf den Fall Mesut Özil schildern: Beinahe jeder hat sich bislang geäußert. Und auch der Bundestrainer sollte nun einmal klar darstellen, was er von Özils Foto mit dem türkischen Präsidenten Erdogan hält, was er von seinem Spieler danach erwartet hat, was er von Özils Rücktritts-Post hält und ob er noch eine Zukunft für den 29-Jährigen gesehen hätte.
  • Klarheit zu seinem Verhältnis mit Oliver Bierhoff schaffen: Gerade nach dem frühen WM-Aus wurden Löw und Bierhoff beinahe als Gegenspieler hingestellt. Die Wahl des Quartiers ging auf die Kappe des DFB-Managers. Und wurde dann doch irgendwie als Ausrede benutzt, warum es auf dem Platz nicht ganz so gut geklappt hat. Löw wäre ja lieber wieder in Sotschi gewesen. Dazu kommen die unterschiedlichen Interessen. Bierhoff will das Team vermarkten, steht für die Kampagnen und Slogans rund um die Nationalmannschaft – und auch für die langsame Entfremdung von den Fans. Eigentlich war klar, dass einer von beiden gehen muss. Nun bleiben beide. Was denkt Löw über die Zusammenarbeit?
  • den Lahm-Vorwurf zu seinem Führungsstil ansprechen: Löws Ex-Kapitän hatte angemerkt, dass die heutige Spielergeneration – anders als die eigene – nicht in Familien, sondern in Nachwuchsleistungszentren aufwachse und ausgebildet werde und deshalb hauptsächlich an sich denke. Sie brauche daher eine straffe Führung. Löw müsse seinen kollegialen Führungsstil ändern. Der Bundestrainer sollte Stellung beziehen, was er davon hält und wie er sein Team führen wird.
  • einen personellen Umbruch einleiten: Löw wird den Kader für die kommenden beiden Spiele verkünden. Es sollte sich etwas ändern. Dafür ist der Nachwuchs zu stark. Und einfach so weiterzumachen, das werden die Fans nicht akzeptieren. Unterstützung wird Löw dann nicht mehr haben. Dafür mehr Druck.

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