Weiter ungeschlagen

Schnellcheck zum 3:3 der deutschen Nationalmannschaft gegen die Schweiz: Vorne heiter, hinten wolkig

(von links) Leon Goretzka, Toni Kroos, Kai Havertz und Timo Werner.
+
Sie machten es gut: (von links) Leon Goretzka, Toni Kroos, Kai Havertz und Timo Werner.

Drittes Länderspiel in sieben Tagen. Zum zweiten Mal in Köln. Zum ersten Mal ganz ohne Zuschauer. Wie das den deuschen Fußballern gegen die Schweiz gelungen ist, verrät der Schnellcheck.

Der Bann in der Nations League ist ja seit Samstag gebrochen – klappte es mit dem zweiten Sieg?

Sagen wir es so: Hinten präsentierte sich die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw gegen die Schweiz wie ein löchriger, deutscher Käse. Nach vorn dann schon eher wie ein serbischer Pule – glaubt man dem Internet der teuerste Käse der Welt. Es war zumindest wertvoller als das Defensivverhalten. Was am Ende nicht für einen Sieg, aber für ein 3:3 reichte.

Bundestrainer Joachim Löw änderte seine Abwehr-Formation. Hat das etwas gebracht?

Na ja, nicht wirklich. Statt Sicherheit durch eine Viererkette mit Doppelsechs davor, gab es gleich ein Gegentor. Manuel Neuer wehrte noch stark gegen Xherdan Shaqiri ab. Die anschließende Ecke wurde erst geklärt, doch der Ball kam zurück – zum freistehenden Ex-Schalker Mario Gavranovic – der zum 0:1 einköpfte (5.). Merke: Gegen Deutschland treffen sogar (Ex)-Schalker. Und es ging dann auch nicht wirklich besser weiter, denn:

Es gab zwar keine Zuschauer, aber einen Jubilar. Wir war das Spiel für Toni Kroos?

Der 30-Jährige war von Beginn an dabei, bildete zusammen mit Joshua Kimmich die erwähnte Doppelsechs. Und machte sein 100. Länderspiel. Ein Geschenk gab es von ihm aber erst einmal an den Gegner. Sein Fehlpass im Mittelfeld leitete den Konter ein, den Remo Freuler mit einem tollen Lupfer vollendete (26.). Ansonsten fiel Kroos aber auch positiv auf: durch tolle Pässe und gefährliche Freistöße zum Beispiel.

Wie kam die Hoffnung zurück ins deutsche Spiel?

Durch den nächsten Angriff. Und einen Gala-Auftritt von Timo Werner. Der drückte und drängelte zunächst nach einem weiten Ball von Neuer seinen Gegenspieler. Alles fair. Dann bekam er das Spielgerät von Kai Havertz endlich, lief los und schob klasse gegen die Laufrichtung von Yann Sommer ein (28.). Wieder ein wenig Hoffnung für die Deutschen. 1:2.

Mal kurz raus aus Köln – tat sich an anderen Spielorten Besonderes?

Na klar. Auf den Färöern. Es sind ja die Duelle der Kleinen, die diesen Wettbewerb besonders machen. Und die Färöer, die siegen und siegen und siegen. Diesmal hieß das Opfer Andorra. Und das Ergebnis 2:0. Die Insulaner bleiben auch im vierten Spiel ungeschlagen.

Damit aber wieder zurück nach Köln. Bleiben auch die Deutschen unbesiegt?

Die haben in dieser Nations-League-Saison zwar auch erst einmal gewonnen – aber eben noch nicht verloren. Erst sah es gut aus, dass das so bleibt. Als Havertz es Werner gleichtat, sich den Ball schnappte, loslief und in die lange Ecke einschob (50.). Das war doch mal ein guter Beginn. Aber dann kam auch wieder das: Neuer hielt erst gegen Haris Seferovic. Einmal. Zweimal. Doch der Ball sprang Gavranovic vor die Füße, der aus elf, zwölf Metern zum 3:2 für die Schweizer traf (56.). Und dann wieder das: Werner auf Serge Gnabry – und der vollendet mit der Hacke zum 3:3 (60.). Toll. Vorne heiter, hinten wolkig. Das bekam der TV-Zuschauer geboten. Mehr dann aber auch nicht. Ungeschlagen? Ja. Zufrieden? Eher nicht.

Wie war die Übertragung im TV?

Manchmal ist das Leben ein Gewohnheitstier. Wenn die Stimme von Tom Bartels erklingt, dann tauchen vor dem inneren Auge Skispringer am Schanzentisch auf. Doch dann sagt Bartels: „Wir alle freuen uns auf dieses Spiel.“ Was die Frage aufwirft: Wer sind diese „wir alle“? Nach dem 0:1 stellt Bartels fest: „Jetzt kann die deutsche Mannschaft zeigen, was sie kann.“ Okay? Aber kann sie das nicht auch ohne Gegentor? Ein Skispringer braucht doch auch keinen verkorksten ersten Durchgang. (Frank Ziemke und Maximilian Bülau)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.