Kreative Ideen 

Was Fußball-Klubs gegen Corona machen: Plätze bleiben leer – aber Bratwurst wird verkauft

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Eine Aufnahme aus Düsseldorf: Die Plätze im Stadion der Fortuna bleiben lange unbesetzt. 

Was machen, wenn keine Fußball-Spiele stattfinden dürfen, keine Tickets verkauft werden, kein TV-Geld eingenommen wird – aber die laufenden Kosten weiter gedeckt werden müssen?

Einige Vereine haben kreative Ansätze gefunden, um die Liquiditätslücken zu schließen. In unserer Samstagsausgabe haben wir über den Regionalligisten 1. FC Lokomotive Leipzig berichtet, der mittlerweile rund 90 000 Tickets für ein imaginäres Spiel Anfang Mai verkauft hat. Heute blicken wir auf weitere Klubs.

Rot-Weiss Essen

Mit Rot-Weiss Essen beschreitet ein weiterer Regionalligist kreative Wege. Sollte die Saison abgebrochen werden, drohen den Essenern 2,5 Millionen Euro Verlust. Um die Existenz zu sichern, haben Fans und Unterstützer nun schon fast 100 000 Euro gespendet – und zwar in Form von virtuellen Tickets, Bratwürsten und Bieren.

Der Stand von gestern: 17 Vip-Tickets (100 Euro pro Stück), 3212 Eintrittskarten (10 bis 25 Euro), 6493 Biere (4 Euro) und 2665 Bratwürste (2,50 Euro) wurden verkauft. Sollte der Ligabetrieb doch fortgesetzt werden können, wandeln sich die Spenden zu Gutscheinen für Eintrittskarten. Zudem würden fünf Prozent der Summe selbst gespendet.

Offenbacher Kickers

Nicht ganz so erfolgreich verläuft bislang die Geisterticket-Aktion des Südwest-Regionalligisten Offenbacher Kickers – dafür umso kurioser. Der ewige Rivale des KSV Hessen Kassel hat bislang mehr als 3000 Tickets für ein virtuelles Spiel abgesetzt, bekommt allerdings europaweite Unterstützung.

Geistertickets beim OFC kosten fünf, zehn, 19,01 oder 190,1 Euro. Die Akteure selbst haben 100 solcher Karten für insgesamt 1901 Euro erworben – aus der eigenen Tasche bezahlt. Der Fandachverband „Nordkurve 12 Leverkusen“ unterstützt die Offenbacher mit einem Geisterticket für 1901 Euro. Zwischen Leverkusen und Offenbach besteht eine 40 Jahre andauernde Fanfreundschaft. Und auch von 1860 München, dem KFC Uerdingen, Benfica Lissabon und Rapid Wien gingen Spenden ein.

TuS Koblenz

Auch noch eine Klasse tiefer wird gesammelt. Fünftligist TuS Koblenz hat die Aktion „Schutzängel“ ins Leben gerufen. Fünf Tage lang konnte gespendet werden, jeder Geldgeber wird mit seinem Namen Teil eines Sondertrikots. Insgesamt kamen so 26 321,29 Euro zusammen.

AS Rom

Zum Schluss noch einmal ein Blick ins gebeutelte Italien – und auf eine etwas andere Aktion. Die AS Rom, italienischer Erstligist, widmet das erste Heimspiel nach der Corona-Pandemie den „wahren Helden“, Ärzten und medizinischen Mitarbeitern. Mehr als eine halbe Million Euro sind schon jetzt zusammengekommen.

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