Gross zu Schalke, Tuchel wohl entlassen, Lichtes Zukunft offen

Weihnachten – für drei Trainer die Zeit des Wartens

Christian Gross.
+
Christian Gross.

Eigentlich passiert im Fußball-Geschäft über die Weihnachtstage wenig. Doch für drei Trainer verliefen diese Tage unruhig – aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Christian Gross wurde zunächst von Medien als neuer Trainer des Bundesligisten FC Schalke 04 verkündet. Eine Bestätigung des Klubs stand lange aus, kam dann gestern. Thomas Tuchel wurde an Heiligabend – wohl – bei Paris St. Germain entlassen. Und Jan-Moritz Lichte wartet bei Bundesligist FSV Mainz 05 weiter auf einen neuen Sportdirektor – der wohl über seine Zukunft entscheiden wird. Ein Blick auf das Trio:

Christian Gross

Der 66 Jahre alte Schweizer wurde einen Tag vor Heiligabend von einigen Medien bereits als neuer Coach der Schalker verkündet. Heute starten die Knappen nach der Mini-Winterpause wieder ins Training, bereits gestern standen Corona-Tests auf dem Programm. Und gestern kam dann auch die Bestätigung: Gross wird Trainer.

Im Umfeld des Bundesligisten nimmt man die Personalie mit gemischten Gefühlen auf. Vom 6. Dezember 2009 bis zum 10. Oktober 2010 trainierte Gross schon einmal einen deutschen Erstligisten: den VfB Stuttgart. Jochen Schneider war damals Sportdirektor der Schwaben, ist nun Sportvorstand der Schalker. Die beiden kennen sich also. Gross ist wie seine Vorgänger David Wagner und Manuel Baum Schneiders Wunschlösung. Sollte auch er kein Erfolg haben, läuft wohl auch Schneiders Zeit in Gelsenkirchen ab.

Gross, der in der Schweiz sechs Mal Meister und fünf Mal Pokalsieger wurde, 1997 der erste Schweizer Trainer der Premier League war (Tottenham Hotspur) und von 1980 bis 1982 für den VfL Bochum spielte, führte die Stuttgarter vor zehn Jahren aus der Abstiegszone in die Europa League. In der Folgesaison wurde er dann aber nach sieben Spieltagen entlassen. Kurios: Der VfB verlor sechs von sieben Partien zum Start – gewann aber einmal 7:0 gegen Mönchengladbach. Seit 2012 stand Gross in Europa aber nicht mehr unter Vertrag, arbeitete mehr als drei Jahre in Saudi-Arabien und ein Jahr in Ägypten. Eigentlich hatte er seine Trainerkarriere bereits beendet.

Thomas Tuchel

Das Gegenteil erlebte der deutsche Coach Thomas Tuchel bei Paris St. Germain. An Heiligabend verkündeten Medien, dass die Zeit des 47-Jährigen in der französischen Hauptstadt abgelaufen ist. Bislang steht die Bestätigung des Klubs aus. Zweifel daran gibt es aber kaum. Superstar Kylian Mbappé verabschiedete sich bereits über Instagram: „So ist leider das Gesetz des Fußballs, aber niemand wird Ihre Zeit hier vergessen“, schrieb er.

Tuchel kam 2018 nach Paris, wurde zweimal Meister und erreichte im August das Finale der Champions League, das gegen den FC Bayern verloren wurde. Aktuell sind die Pariser Dritter der Ligue 1. Sein letztes Spiel gewann er 4:0 gegen Straßburg. Doch schon länger stand Tuchel im Abseits, es soll Auseinandersetzungen mit Sportdirektor Leonardo gegeben haben. Nachfolger soll Mauricio Pochettino werden.

Jan-Moritz Lichte

Auf eine Entscheidung wartet man auch in Mainz. Allerdings auf die des wahrscheinlich neuen Sportdirektors Christian Heidel. Davon hängt dann wohl auch die Zukunft des Trainers Jan-Moritz Lichte aus Baunatal. Wir haben mit Lichte ein Interview geführt, das Sie auf der folgenden Seite finden. (Maximilian Bülau)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.