„Wenn etwas verboten ist, dann muss es dabei bleiben“

Trotz FIFA-Vermittlung: Dieser Verband hält Stadionverbot für Frauen aufrecht

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Im Azadi-Stadion von Teheran finden 78.116 Männer Platz, aber keine Frauen.

Trotz Vermittlung der FIFA bleibt es im Iran beim Stadionverbot für Frauen. „Wenn etwas verboten ist, dann muss es bei dem Verbot auch bleiben“, sagte Irans Innenminister am Donnerstag.

Teheran - Trotz Vermittlung der FIFA bleibt es im Iran beim Stadionverbot für Frauen. „Wenn etwas verboten ist, dann muss es bei dem Verbot auch bleiben“, sagte Irans Innenminister Abdulresa Rahmani Fasli am Donnerstag. Es habe zwar bei anderen Sportarten wie Basketball einige Erleichterungen gegeben, aber die gelten vorerst nicht für die Fußballspiele der Männer, so Irans Innenminister Abdulresa Rahmani Fasli nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim.

FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte letzte Woche während seines Besuchs in Teheran die Zusage von Präsident Hassan Ruhani erhalten, dass auch Frauen Fußballspiele der Männer besuchen dürfen. Aber Beobachter halten diese Zusage für Rhetorik und rechnen nicht mit einer kurzfristigen Lösung des fast 40-jährigen Stadionverbots der Frauen.

Für den einflussreichen Klerus im Land haben islamische Frauen in Fußballstadien mit frenetischen männlichen Fans und vulgären Slogans nichts zu suchen. Das Sportministerium hatte eine Familientribüne vorgeschlagen, aber auch der Plan wurde vom Klerus abgelehnt.

FIFA-Boss Gianni Infantino (l.) bei seinem Iran-Besuch mit Präsident Hassan Rouhani.

Viele junge Frauen jedoch versuchen, als Jungen verkleidet in die Stadien zu kommen. Allein 35 Frauen sollen es beim Teheraner Derby letzte Woche zwischen Esteghlal und Persepolis versucht haben. Sie wurden aber laut Berichten auf den sozialen Medien erkannt und von der Polizei festgenommen. Minister Fasli dementierte die Festnahmen und behauptete, dass die Frauen "lediglich zu einem geeigneten Ort" gebracht worden seien.

Der Iran hat auch weiterhin eine sehr diskriminierende und nicht weltoffende Sicht auf Frauen. Auch bei der teilweise zensierten Auslosung zur Fussball-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr.

dpa/mgo

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