Englische Teams jubeln

Auffälligkeiten der Champions-League-Achtelfinals: Wenn ein Heimspiel kein Vorteil ist

Jonas Hofmann (links) und Joao Cancelo.
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Schmerzhaftes Aufeinandertreffen: Gladbachs Jonas Hofmann (links) geht im Duell mit Joao Cancelo von Manchester City zu Boden.

Die Hinspiele des Champions-League-Achtelfinals sind gespielt. Die Bilanz der vier verbliebenen Fußball-Bundesligisten ist gemischt.

Gezeigt hat sich: Heimspiele sind kein Vorteil mehr. Dabei standen die Engländer und auch die deutschen Schiedsrichter im Blickpunkt. Auffälligkeiten der Königsklasse:

Die Heimschwäche

Acht Spiele – und sieben Mal gewann das Auswärtsteam. Für diese Heimschwäche gibt es allerdings Erklärungen. Denn: Wer sich in der Gruppenphase den ersten Platz gesichert hat, tritt in der ersten K.o.-Runde zunächst auswärts an. Heißt: Die Gruppensieger und somit vermeintlich stärkeren Teams setzten sich fast alle durch – mit einer Ausnahme. Nur dem FC Porto gelang als einem Gruppenzweiten ein Sieg gegen Juventus Turin. Zuhause.

Hinzu kommt allerdings: Zuschauer sind ja weiterhin nicht dabei, was den Heimvorteil ohnehin schmälert. Und: Mit Leipzig, Atletico Madrid und Gladbach durften drei Klubs auch gar nicht im eigenen Stadion antreten, weil ihre Gegner aus England kommen. Wegen der britischen Mutante bekamen die Engländer keine Einreisegenehmigung, die Partien fanden in Budapest und Bukarest statt. Da war ein Heimspiel dann ohnehin kein Vorteil.

Die Engländer

Womit wir schon bei Auffälligkeit zwei sind: den starken Engländern. Liverpool, Chelsea London und Manchester City gewannen allesamt ihre Hinspiele, die auch Auswärtsspiele waren. Liverpool und City siegten jeweils in Budapest – zum Leidwesen der deutschen Klubs. Sowohl RB Leipzig als auch Borussia Mönchengladbach unterlagen 0:2. Gladbach verlor am Mittwoch nach Gegentoren von Bernardo Silva (29.) und Gabriel Jesus (65.). Am Dienstag hatte Olivier Giroud Chelsea per Fallrückzieher den 1:0-Erfolg bei Atletico gesichert. Der Franzose war erst zum Jubeln abgedreht, dann griff der Videoschiedsrichter ein. Referee Felix Brych gab schließlich das Tor.

Die Schiedsrichter

Fangen wir mit etwas Positivem an: Der israelische Unparteiische Orel Grinfeld leitete das Spiel der Münchner Bayern bei Lazio Rom – erst sein neunter Einsatz in der Champions League. Und doch war es wie immer, wenn Grinfeld ein Spiel mit deutscher Beteiligung in der Königsklasse pfiff: erfolgreich. Nachdem Leipzig, Gladbach und auch die Münchner selbst schon gute Erfahrungen mit dem Referee gemacht hatten, gab es diesmal ein 4:1. Nun zu Tobias Stieler, der bei der Partie zwischen Bergamo und Real Madrid zwar nur drei Gelbe Karten verteilte, aber früh Bergamos Remo Freuler (17.) den Roten Karton zeigte – nach einer höchst umstrittenen Notbremse. Eine Verwarnung hätte wohl gereicht. Die Szene wurde allerdings nicht mehr durch den Videoschiedsrichter überprüft.

Die Deutschen

Die Bayern haben wir bereits lobend erwähnt, ein Kompliment verdienten sich ebenfalls die Dortmunder nach ihrem 3:2 beim FC Sevilla. Respekt nötigt aber auch die Leistung von Toni Kroos ab. Der Stratege bestritt in Bergamo sein 308. Spiel für Madrid. Damit zog er bei Real mit dem deutschen Ex-Nationalspieler Uli Stielike gleich – Rekord. Julian Nagelsmanns Leipzigern und Marcos Roses Gladbachern sei noch gesagt: Es kommen noch Rückspiele – und die sind ja auswärts. (Björn Mahr und Maximilian Bülau)

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