Was war denn da los?

Wenn ein Zuschauer plötzlich pfeift

Eigentlich ist das Pfeifen beim Fußball ausschließlich dem Schiedsrichter vorbehalten. In Rennertehausen kam es bei zwei Spielen jeweils zu der kuriosen Szene, dass ein Zuschauer einen Angriff der Gäste mit einem Pfiff unterbrach. Ganz klar unsportlich – das findet auch der Verein des Verursachers.

Das Benutzen einer Pfeife ist auf dem Platz dem Schiedsrichter vorbehalten.

Was war passiert? Am Sonntag steuerte in der 33. Minute im Kreisoberligaderby zwischen der SG Rennertehausen/Battenfeld und der SG Oberes Edertal Pascal Blank nach einem Pass von Daniel Dithmar alleine auf Re/Ba-Torwart Tarik Freiling zu. Dann ertönte ein Pfiff aus den Reihen der Re/Ba-Anhänger. Davon irritiert verlor Blank etwas die Konzentration. Zwar kam der OE-Torjäger noch zum Abschluss, dieser war allerdings kein Problem für Freiling.

Dies ist schon der zweite Vorfall innerhalb kurzer Zeit. Im Spiel der Kreisliga A zwischen der Re/Ba-Reserve und Aufsteiger Frankenau steuerte ein Spieler der Gäste ebenfalls allein auf das Tor zu, als ein Pfiff aus der Zuschauermenge ertönte. Der Frankenauer blieb daraufhin stehen und beschwerte sich beim Schiedsrichter lautstark über den unberechtigten Pfiff.

Damals wie am Sonntag wurde das Spiel mit einem Schiedsrichterball fortgesetzt. Diese Spielfortsetzung entspricht den Regeln, bestätigte uns Schiedsrichter Steffen Rabe. „Die Regel sagt eindeutig: Wenn ein Pfiff, egal welcher Art, im Spiel ertönt, der eine Einwirkung auf das Spiel hat oder in diesem Fall für Irritationen sorgt, dann geht es mit Schiedsrichterball weiter“, sagt der Hessenliga-Schiedsrichter. Pech für den Verein, für den eine Chance dahin ist. Der Schiedsrichter habe nur die Möglichkeit, die Aktion in seinem Spielbericht zu vermerken.

„Ich habe in der Aktion den Pfiff gehört und war davon ausgegangen, dass der Schiedsrichter gepfiffen hatte“, kommentiert Pascal Blank die Szene. „Ich habe zwar noch auf das Tor geschossen, aber natürlich nicht mehr mit voller Konzentration“, so der Torjäger weiter. „Ich finde es nicht in Ordnung, wenn solch eine Aktion passiert. Es war zwar ein Derby, aber es ist immer noch Amateurfußball. Da sollten solche Dinge nicht vorkommen.“

Das unterstreicht auch die SG Rennertehausen/Battenfeld. Heiko Maurer, Spartenleiter Fußball beim SV Rennertehausen, verurteilt die Aktion. „So etwas geht einfach nicht und steht im klaren Widerspruch zu unserem Fair-Play-Gedanken.“

Der Verein habe am Sonntag sofort einen Ordner zu den Zuschauern geschickt, der Übeltäter konnte aber nicht ermittelt werden. „Es ist für uns als Verein natürlich nicht einfach, das zu unterbinden. Wir werden aber mit unseren Zuschauern und Spielern sprechen und dabei klar machen, dass so ein Verhalten von uns nicht toleriert werden kann.“ Und weiter: „Es ist schade, dass es schon zum zweiten Mal bei uns vorkommt. Wir werden alles daran setzen, dass so etwas in Zukunft bei uns nicht mehr vorkommt“, verspricht Maurer. (von Michael Paulus)

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen

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